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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-11-21 · Heft 47 (21.11.1840) · p. Seite 663

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 47 (21.11.1840)
Date
1840-11-21
Page
Seite 663 (sequence 3)
Language
German
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663 terlandsliebe zurückzuführen, und die Vorurtheile zu beleuchten die andere Meinungen aufkommen ließen, und denen ein mehrere tausend Jahre altes Bestehen widerspreche, was nur auf dem Grunde, nicht des Menschlichen, sondern des Göttlichen, möglich sei, so konnte ihm die wärmste Theilnahme der dicht gedrängten Zuhörer aller Konfessionen nicht fehlen, und man glaubte den einzigen Weg deutlich zu sehen, auf welchem derselbe, aus eigener sittlicher Kraft, zu der gewünschten völligen Gleichstellung am schnellsten kommen könne." Der Schluß des feierlichen Aktes bildete ein deutscher Gesang für König und Vaterland. — Möge diese Erscheinung, die hier allgemein einen liefen Eindruck hinterlassen, und von dem guten Willen der jüdischen Gemeinde hinlängliches Zeugniß ablegt, nicht ohne Hoffnung auf die Zukunft vorübergehcn und der israelitische Vorstand dahin wirken, daß auch fortan regelmäßige deutsche Vorträge gehalten werden, damit der Gottesdienst, der so sehr vernachlässigt ist, erbaulicher und erquicklicher werde; und besonders durch die Bildung einer jüdischen Schule für die jetzt ohne Religionsunterricht aufwachsende Jugend gesorgt werde. — A. M. L. Berlin, 24. Okt. (Privatmitth. Schluß aus No. 4ö.) Sie sehen, ich schlage eine vollkommen normale Entwickelung vor. Vorschlägen — als wenn man von dem unabweisbarsten Bedürfniß sagen könnte, man schlägt es vor. Ich bezeichne nur, was einem jeden Vernünftigen im Sinne liegt, was Unzählige erwünschen, wovon man sich baß verwundern muß, daß es nicht schon da ist. Gewiß, ein Nicht-Jude, oderauch ein Jude aus einem Lande, wo diese Dinge längst geordnet sind, muß gar nicht wissen, wie das zuginge, muß sich gar nicht darin zurecht finden können, eine Gemeinde, die an gebildeten Mitgliedern doch mehr zählen will und kan», als irgend eine, eine Religionspartei, die Opfer über^Opfer um ihres Glaubens willen bringt, und sie läßt diese Religion nicht lehren, in diesem Glauben nicht unterrichten, sondern alle äußere Kundgebungen, alle Mittel zur Erhaltung dieser Religion beschränken sich nur auf die Wiederholung der Gebete in einem ungeordneten Gottesdienste! — Der Weg, den ich bezeichnet habe, hat auch das für sich, daß er Nichts gegen die bisdasigen Anstalten der Gemeinde verstößt, daß kein bisheriges individuelles Interesse verletzt wird, indem nur neue geschaffen werden. Ja, ich sage es, ich möchte es wohl erleben, daß in das hiesige Chaos Licht komme, daß diese Zustände sich einer Regelung zu erfreuen hätten. — Ich könnte nun zum Schluffe noch einige glänzende Tiraden loslassen, worin ich den löblichen Vorstand zur Berücksichtigung auffordere, allein diese Mittel sind jetzt verbraucht, und wer nicht von selbst auf das Gute und Rechte aufmerksam wird, trägt schwerlich den Sinn dafür in sich. Ich habe meine Pflicht gethan, und die Meinung Vieler ausgesprochen. Bernstein, 5. Nov. (Privatmitth.) *). Da der hiesige Magistrat am Huldigungsfeste des Königs, den wir sehr lieben, durch einen Aufzug der Schützengilde und Innungen und eine Rede auf dem Markte, eine Feier begehen wollten, wir aber, da die Gemeinde nur aus 12 Mitgliedern besteht, Niemanden haben, der eine passende Rede halten konnte: so beschlossen wir, den Tag lieber durch einen Akt der Woblthätigkeit zu verherrlichen, und brachten eine Summe zusammen, um sämmtliche Stadtarme zu speisen. Des Morgens begaben sich alle hiesigen Israeliten festlich gekleidet in unsre schöne Synagoge, und hielten den gewöhnlichen Gottesdienst, nur daß ein dljähriger Greis freiwillig auftrat und ein sehr rührendes Gebet für König und Vaterland sprach, und ’bizb 'ian ini:n mit Chor gesungen wurde. — Wir nahmen später auch am christlichen Gottesdienste Theil, und als die Bewohner hiesigen Ortes gegen Abend zum Balle wallfahrten, zogen die sämmtlichen Armen in das von uns gemiethete Haus. Hier wurden sie vom Gemeindevorsteher in einer kurzen, aber passenden Rede mit der Bedeutung des Tages bekannt gemacht, zum Tischgebet aufgefordert, und drei Stunden lang bewirthet, wobei die jüdischen Damen freundlichst aufwarteten, was einen sehr rührenden Anblick darbot. Während der Mahlzeit besuchten auch der Magistrat und viele Bürger das Speisehaus. Die Ar- *9 Den folgenden Bericht wollten wir aus bestimmenden Gründen nicht vorenthalten. Jedenfalls können wir aber nunmehr fernere Relationen über die berührte Feier nicht mehr ausnehmen. Red.

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