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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-11-14 · Heft 46 (14.11.1840) · p. Seite 653

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 46 (14.11.1840)
Date
1840-11-14
Page
Seite 653 (sequence 5)
Language
German
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653 terstützung lebenden Kaufleute haben sich als unsere Feinde gezeigt — diese haben bei jenen, zur Ehrenrettung der Menschheit stattgefundenen Verhandlungen, Zeter geschrien, später — fade, obscene Pasquille ausgestreuet und während Städte, wo Wissenschaft, Adel und echte Menschlichkeit ihren Sitz haben, bereitwillig den Israeliten ihre Thore öffnen, stemmen sich die kleinlichen Kleinstädter am meisten gegen die hohen Verordnungen des letzten Landtages. — Daß übrigens die edeln Bemühungen unserer Lanbesvertreter, — welche sich selbst aufwarfen, „einer Nation Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, welche bisher weder eine Stimme noch ein bürgerliches Recht hatte, selbe zu fordern" — in Flammen auflodernden Patriotismus im Busen eines jeden jüdischen Einwohners anfachen mußten, ist leicht zu denken. Mit besonderem Eifer wird gegenwärtig die Nationalsprache gelehrt und gelernt. — Selbst gottesdienstliche Vorträge wurden schon bereits sin Szegedin) in der Landessprache gehalten. — Dem Vernehmen nach wurde bei einer stattgefundenen Rabbinenwahl, ein Kandidat durch seine Kenntniß der ungarischen Sprache seinen Mitwerbern vorgezogen; Jüdische Dichter (wie Philipp in seinen Empfindungen eines Israeliten) werden zu den glühendsten Oden begeistert, und die seit letzter Zeit hier im Lande erschienenen gottesdienstlichen Reden athmen die reinste, Dankerglühte Anerkennung, dem erhabenen Vorsatze unserer Edeln. — Möge zum Belege dieses, eine Stelle aus der „Einweihungspredigt, gehalten zu Güssing am I. Mai 1840 in der daselbst neu erbauten Synagoge von L. Königsberger, Rabbine zu Steinemenger" (erschienen bei Prager daselbst) — den Schluß meiner heutigen Correspondenz machen; Seite 10 heißt es: „Nicht glücklicher „war Eure Wahl des heutigen Tages, zur Ein- „weihung dieses Tempels; als es die gegenwärtige „Zeit überhaupt ist. — Können wir nur mit be- „sonderem Hochgefühle heute am Namensfeste unse- „res edelmüthigen Wohlthäters unseres Fürsten Phi- „lipp von Bathjäry, das, durch dessen Gnade und „Beistand, begründete Haus Gottes betreten; so „können wir auch zugleich, bei her gegenwärtig ge- „setzlichen Erhöhung unserer Nation, der Weihe die- „ses -Hauses unsrer Selbstweihe anreihen. Gott „sprach durch Jeremias: Ist denn Israel etwa ein „Knecht, oder ein hausgeborner Sklave — warum „verachtet man ihn? — Dieses werden einst die Lö- „ven brüllen — diese werden einst ihre Stimme „darüber erheben." — Die Zeit, von welcher Jerer mias dieses prvphezeiete, scheint nun da zu sein. „Die Löwen Ungarns erheben ihre Stimme für „das gedrückte Volk Israel. Mit beispiellosem Edel- „muthe, wollen sie uns die verweisten Rechte der „Menschheit einräumen. Wir sollen nicht mehr die „Mißkannten, die Gedrückten, die Verachteten sein. „Sie fühlen des Volkes Schmerz, dessen Stammva- „ter zuerst den einzigen Gott erkannte und nun „das einzig Verworfene sein soll. Sie wollen „die Söhne des zehnfach Geprüften nimmer mit Miß- „trauen und Unliebe geduldet sehen. Heil Dir „König Ferdinand! Wie groß muß nicht das „Haupt sein, wo die Glieder so edel wirken. Die „Berathungsergebnisse Deiner Edeln Ungarns, wer- „den bestimmt die lichtesten, ewig glänzenden Punkte „in der Geschichte Deines glorreichen Lebens aus. „machen. Heil Euch Ihr edeln Ständen und Magna» „ten! Von Euch sagt Jesaias im 58. Kapitel. „Eine solche Versammlung, spricht Gott, achte ich „würdig. Diese sprengen die bösen Fesseln, diese „lösen die Banden des Joches, diese wollen die Ge. „drückten frei machen und jeden Druck verbannen " „Heil Dir Synagoge Güssings! Alle Deine Schwer „stern in Ungarn stehen in keinem gleichen Range „mit Dir. Sie wurden von sogenannten Ketzern „und Kammerknechten eingeweihet; du aber, durch „von allen Ständen Ungarns anerkannte Landeskin- „der. Sind wir also als Landeskinder anerkannt, „so müssen wir auch gegen unsere Obern, kindliche „Gefühle hegen. Der Mensch ist zu klein, um sich „zähe bis zum Höchsten erheben zu können. Ehrfurcht, Unterwürfigkeit, Aufopferung sind die schön- „sten Gefühle eines Unterlhanen. Werdet Ihr diese „üben, Euch der Rechte würdig zeigen, die man „Euch angeboren, — Euer Blut willig dem Lande „opfern, das'Euch als seine Kinder betrachtet, den „König verehren, der das Haupt des edelsten Ge- „setzes ausmacht, so werden sicher diese schönen Tu- „genden zu der höchsten aller Tugenden, zur Gottes- „verehrung führen. Ihr werdet von selbst auf den „zurück geführt werden, der das Herz der. Könige „wie Wasserströme leitet, der die Quelle aller edeln

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