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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-11-14 · Heft 46 (14.11.1840) · p. Seite 651

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 46 (14.11.1840)
Date
1840-11-14
Page
Seite 651 (sequence 3)
Language
German
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651 Verein tretende Familienvater von seinen Söhnen einen Theil dem Handwerksstande, selbst auch den schwerern Gewerken, einen andern der Landwirthschast und dem Ackerbau, und den dritten dem Gelehrtenstande zuzuwenden verpflichtet sein. — 3) Das frühe Verheirathen der Kinder soll gänzlich bei allen zu diesem Vereine gehörenden Israeliten sür immer abgeschafft werden. Mit Erlaubniß der betreffenden Behörden, die gewiß solche Vorschläge nur billigen werden, sollen Circulärschreiben in polnischer, deutscher und hebräischer Sprache unter die Gemeindeglieder vertheilt werden. — Die Ideen sind beherzigrnswerth, wenn auch schwer auszuführen. — Ich muß Ihnen noch mittheilen, daß hier der Plan zur Gründung einer Industrieschule vielen Anklang findet. Ihr köstliches erstes Sendschreiben, worin Sie die Gründung solcher Institute uns Allen mit Recht an's Herz legen, wird hier viel besprochen und belobt, und regt die Gründer des Armenhauses mächtig auf, das, was Sie besonders an die deutschen Juden richteten, auch in Polen zur Ausführung zu bringen. In vielen Kreisen haben wir jenes Sendschreiben vorgelesen, und überall mit Beifall aufnehmen sehen. Auch darin stimmen Alle hier mit Ihnen überein, daß Industrieschulen am besten in kleinern Städten, unfern der Residenz, angelegt werden müssen. Auch von einer Verbindung industrieller Arbeiten mit der bereits bestehenden und organisirten Anstalt der Rabbinenschule nach der Idee des Direktors Dr. Wohlwill, ist hier mannigfach die Rede. Jedenfalls sehen Sie, wie diese Sache schon nahe der Ausführung entgegenfiehet. — Riga, 13. Dkt. (Privatmitth.) Mit inniger Freude melde ich Ihnen, daß Sr. Majestät unser Allergnädigster Kaiser, auf Vorstellung des Verwaltenden des Ministeriums des Innern, unserm rastlosen und in der ganzen Stadt von Juden und Christen geachteten Prediger und Oberlehrer vr. Lilienthal gnädigst einen Brilliantring zu verleihen. Die Abschrift der bei diesem werthvollen Kaiserlichem Geschenke mit gefolgter Zuschrift Sr. Excellence des hiesigen Herrn Civil-Gouverneuren Geheimenrath v. Fölkersahm an demselben, nehme ich mir die Freiheit, Ihnen zur gütigen Ausnahme in Ihrer Zeitung zuzustellen. „Zufolge Sr. Excellenz, des Herrn Kriegs- und General-Gouverneurs rc. Baron v. der Pahlenv. 3. t>. M. sub No. 2725 haben Sr. Majestät der Herr und Kaiser auf Vorstellung des Herrn Verwaltenden des Ministeriums des Innern Allergnädigst geruht, Ihnen für die, in Ihrer Antrittsrede bei Eröffnung der in Riga neu errichteten Hebräischen Schule ausgesprochenen rühmlichen Gesinnungen, einen Brilliantring zu verleihen. — Indem ich Ihnen zu dieser Allerhöchsten Gnade Sr. Kaiserlichen Majestät meinen Glückwunsch bezeuge, übersende ich Ihnen zugleich den mir zugestellten Brilliantring mit dem Ersuchen, mir über den Empfang desselben eine Quittung zukommen zu lassen. Geheimer Rath: George von Foelkersahm." ^Oesterreich. Körmend (Ungarn), 20. September. (Privatmitth.) Die Hoffnung, daß die Begünstigungen des letzten Landtages nur die Prozyläen zü weit wichtigeren Ergebnissen für die Israeliten Ungarns sind, spricht sich in der Stylisirung des Gesetzartikels selbst aus. In dessen Eingang heißt es: „Bis zur Zeit, wo das Gesetz über die Lage der Israeliten ausführlicher verfügen wird, wurde vorläufig festgesetzt." Wir haben also den edlen Verfechtern unserer verweiften Rechte, nicht nur die hohen Gefühlsäußerungen zu verdanken, mit welchen selbe sich unsrer Glaubensgenossen annahmen*), welche Jahrhunderte hindurch in der Gesetzgebung und Landesverwaltung zurückgesetzt, im bürgerlich gesellschaftlichen Leben das erschlaffende Joch der Erniedrigung tragen, und bis jetzt die gesunde Vernunft und Menschlichkeit gleich vergeblich um Erleichterung anflehten," — wir haben also dem weise berechnenden Edelmuthe unseres vielgeliebten Landesvaters, nicht bloß für die günstige Aufnahme jener Stimmen des Landes zu danken, welches sich bereit erklärte, die durch Erinnerung an tausendjähriger Verfolgung schwer gebeugte im L/rnde wohnende jüdische Bevölkerung °°) *) Worte, die am 24. April l. I., von den sämmtlichen Reichskagssitzungen, Sr. Majestät unterbreiteten Repräsentation. — '") Ebenfalls Worte jener Repräsentation.

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