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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-11-07 · Heft 45 (7.11.1840) · p. Seite 635

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 45 (7.11.1840)
Date
1840-11-07
Page
Seite 635 (sequence 3)
Language
German
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655 ehrenwerthe Mitglieder ihrer Gemeinde zu errichten und zu diesem Behufe im Schoße derselben eine Subscription zu eröffnen. Wenige Tage vor der Huldigung wurde diese Unterzeichnung angefangen, und schon am Huldigungstage selbst belief sie sich auf eine mehr als 15,060 Thlr. betragende Summe, so daß der Vorstand der Gemeinde bereits dem Magistrate von Berlin, als der ihm zunächst Vorgesetzten Behörde, die Änzeige von dem beschlossenen Bau machen konnte. Am Sonntag den 18. Okt. Nachmittags um 3 Uhr fand in der Synagoge auch ein feierlicher Gottesdienst statt, um den Segen des Himmels für das Glück und die lange Dauer der Regierung Sr. Majestät des Königs Friedrich Wilhelm IV. zu erflehen. Ein ansehnlicher Chor von Knaben sowol als von Erwachsenen führte einige Hebräische Psalmen und Hallelujahs unter Begleitung von Instrumental-Musik aus, während der Rabbinats- Verwalter, Herr Oettinger, ein Gebet in Hebräischer Sprache vertrug und der Direktor des Jüdischen Seminars, Herr vr. Zunz, eine kräftige zu allem Guten auffordernde und ermunternde Deutsche Rede hielt. Am 14. Abends war eine Schulfeierlichkeit in der Gemeinde-Knabenschule veranstaltet, an welcher auch die Zöglinge des von dem Rektor dieser Schule, Herrn B. Auerbach, geleiteten jüdischen Waisenhauses Theil nahmen. Herr Auerbach hatte dazu ein eigenes Gebet nebst Festgesang in Hebräischer Sprache verfaßt, und hielt an die Zöglinge beider Anstalten eine Rede, worin er ihnen mehrere Züge aus der Kindheit Sr. Königlichen Majestät vorsührte, was auf die Versammelten, unter denen sich auch viele Gönner jener Anstalten befanden, einen ergreifenden Eindruck machte. Die Speisung, die der Magistrat von Berlin in allen Waisenhäusern angeordnet hatte, fand auch in dem der jüdischen Gemeinde statt. Dieselben Zöglinge, so wie die Kinder aus anderen jüdischen Waisen-Erziehungs,Anstalten und eine gleiche Anzahl christlicher Waisen, zum Theil aus der Wadzecks-Anstalt und zum Theil aus dem Bezirke der „Gesellschaft der Freunde," wurden am Sonntag, 18. Oktober, Mittags von dieser Gesellschaft in ihrem Lokale festlich bewirthet, bei welcher Gelegenheit einige paffende Reden und Gesänge vorgetragen wurden. Aachen, 16. Okt. (Privatmitth.) Die israelitische Gemeinde hier hat am Vorabende des Huldigungsfestes in dem sinnig mit Kränzen verzierten Tempel einen höchst ansprechenden Gottesdienst begangen, dem auch die Behörden beiwohnten, und in welchem nach dem schönen Vortrag mehrer Choräle und Psalmen unter musikalischer Begleitung Herr Meerfeld eine dem Gegenstand sehr angemessene Rede hielt, welche alle Zuhörer lebhaft ansprach. Es wurden nämlich vor der Rede der lööfle Psalm vom Chor mit Instrumentalbegleitung gesungen, dann der 21 ste und 72ste Psalm abwechselnd vom Vorsänger und Chor recitirt, und ein deutscher Choral gesungen. Der Predigt folgte der 100ste Psalm, das Gebet für die Majestäten und ein eigends gedichtetes Volkslied nach der bekannten Melodie „Heil Dir ff." Magdeburg, 18. Sept. (Privatmitth.) Die No. 6. des Ministerialblattes enthält abermalige Verfügungen wegen Uebcrsiedlung der Juden, und zwar aus Posen in andern Provinzen, die erst in der Heimath naturalisirt fein müssen, und eben daher nach Culm, wohin sie ohne Naturalisation ziehen können, „da das Gesetz vom 1. Juni 1833 in dem Rechte der gegenseitigen Freizügigkeit, welches den Juden in allen vormaligen Theilen des Herzogthums Warschau zugestanden, nichts geändert hat." Man sieht aus diesen häufigen Verfügungen über diesen Gegenstand, wie es immer mehr dringende Nothwendigkeit für die Juden wird, daß die Provinzial-Schlagbäume für sie fallen. Alle Lebensverhältnisse streben dem entgegen! Ja, daß so häufig Ausnahmen gemacht, und Einzelnen die Niederlassung dennoch gestattet wird, hat große Nachtheile, weil so oft die Entfernung einzelner Familienmitglieder es anderen höchst wünschenswerth macht, jenen folgen zu können. Glogau, 22. Okt. Aus der Feier des Huldigungsfestes an hiesigem Platze ist hervorzuheben, daß der Zug sämmtlicher Bürger zuerst in die evangelische, dann in die katholische Kirche, und zuletzt größtentheils, und sämmtliche hohe Behörden an der Spitze, in die Synagoge ging, wo nach Absingung einer Fest-Hymne der Oberlehrer, Herr Arnheim eine treffliche Deutsche Rede hielt. Beelitz (bei Potsdam), 26. Okt. (Privatmitth.)

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