Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 44 (31.10.1840)
- Date
- 1840-10-31
- Page
- Seite 630 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3224737-3225119-3225164--03079-3312599- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
630 Nur die im Auslande gebornen Juden sollen in . einer billig, und diskret zu bestimmenden Frist aus dem städtischen Gebiete gewiesen werden, jene jedoch, die unter dem Schutz des Gesetzes von dem Jahre 1790 eingewandert, oder auf der Schloß-Gerichtsbarkeit geduldet worden sind, sollen, wenn sie nichts verschuldet haben, in ihrem bereits festgenommenen Domicil beschützt werden. 26. März >811. No. 6184. Es wird bedeutet, daß die Juden nicht aus Privat - Rücksichten, oder Religions-Haß geneckt und verfolgt werden. 20. Mai 1821. No. 7361. Das Purimfest der Juden, wenn es in der Fastzeit der Katholiken fällt, darf nicht mit Tanz, und öffentlichen Erlustigungen begangen werden. 2. März 1824. No. 6401. Auswärtige Juden darf nur mit Einvernehmen der Gemeindeerwählten die Aufnahme in die städtische Gerichtsbarkeit gestattet werden. 23. Sept. 1824. 9. Novemb. 1834. No. 34529. Auf die Protestation des hierstädtischen äußern Rathes gegen den Ankauf des Filetichischen Hauses (Sieh diese Ztg. diesen Jahrgang Seite 289) von Seite der hiesigen Israeliten-Gemeinde, wird dem löblichen Warasdiner Magistrate von der königl. ungarischen Statthalterei bedeutet, daß die Anschaffung des Eigenthums des Filetichischen Hauses behufs einer daselbst zu errichtenden Synagoge, Jugendschule und eines Spitals für die Judengemeinde weder den Landesgesetzen, noch den Munizipal-Rechten entgegen stehe. Ofen 12. Juni 1838. No. 19053. Auf eine erneuerte Gegenvorstellung des löbl. Magistrates, wurde von *der königl. ungarischen Statthalterei abermals bedeutet, daß es in obiger Angelegenheit im Sinne der vorstehenden Verordnung sein ferneres Bewenden hat. Ofen am 23. October 1838. No. 32618. Literaturgeschichte. Biographische Notizen von jüdischen Gelehrten und Künstlern, von vr. C ar m o l y zu Brüssel. (Fortsetzung aus No. 23.) Die Akademie von Metz, folgend dem Antriebe jener Zeit, schlug als Preis ein Werk über die politische Regeneration der Juden vor. Die Kvncurrenten zu dieser Preisbewerbung waren zahlreich. Drei unter denselben trugen den Preis davon. Der erste war Gregoire, Pfarrer zu Embermesnil in Lothringen, der zweite Thierry, Parlaments-Advokat zu Metz, und der dritte Horwitz, dessen Denkschrift sich durch Geist, Eigenthümlichkeit, tiefes Wissen, und durch eine prüfende, fast immer vorurtheilslose Philosophie auszeichnete. Man sprach damals viel von dem polnischen Juden. Mirabeau führte ihn in seinen Schriften an. Elermont-Tonnere, einer der Mitglieder der constituirenden Versammlung, welche am meisten zur politischen Befreiung der Israeliten beitrugen, sagt in Betreff erwähnter Preisbewerbung, daß der Abbe Gregoire als Geistlicher gesprochen hätte, der Advokat als Jude nur zu viel seine eigene Sache vertretend, und der polnische Jude allein als Philosoph gesprochen, hatte. Dieses war der merkwürdigste Moment in 1 der Laufbahn dieses außerordentlichen Mannes. Ec wurde späterhin in der National-Bibliothek zur Erhaltung der orientalischen Manuscripte mit angestellt,, und war eine Zeitlang Mitarbeiter an dem Blatte,! welches von Gorsas redigirt ward, und folgte der politischen Bahn dieses unglücklichen Girondisten. Eine Schrift, welche er unter dem Titel: öer Polygraph, heraus gab, hatte einigen Erfolg. Ebenso veröffentlichte er mehre geistreiche, aber auch mitunter! höchst bizarre Projecte über die Klassifikation und die Bezeichnung der verschiedenen Stadtviertel i» Paris, welche er so bezeichnet und eingetheilt wissen wollte, daß sie zum Volksunterricht für Geschichte und Geographie dienen könnten. Die Journale lie-, ferten oft Artikel von ihm, worin die Eigenthüm-! lichkeit und die Sucht, sich bemerkbar zu machen,