Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 44 (31.10.1840)
- Date
- 1840-10-31
- Page
- Seite 624 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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624 nett daher hier nur aufmerksam machen, daß die Eröffnung einer Privat-Töchter-Erziehungs-Anstalt hier gewiß, wenn diese von wirklich tüchtigen Subjekten unternommen würde, sehr einträglich werden würde. Unterdeß müssen wir — warten. Deutschland. Bühl bei Rastatt, II. Sept. (Privatmitth.) Ich ersuche Sie dringend, folgendes Zeugniß der Fortschritte unsres Schulwesens, das die Karlsruher Zeit. No. 168 giebt, wenn auch etwas verspätet, in der Allg. Zeit, des Judenth. mitzutheilen, da es gewiß Biele interessirt. „Aus dem badischen Oberlande, im Juni. Mit vielem Vergnügen nehmen wir das fortschreitende Gedeihen unserer öffentlichen israelitischen Schulen wahr, und inan muß dem Eifer und der Umsicht des großh. Oberraths, womit derselbe für die Organisation und Ausbildung des israelitischen Schulwesens ungeachtet der mannigfachen Schwierigkeiten so erfolgreich wirkt, volle Gerechtigkeit widerfahren lassen. Die Lehrer an den öffentlichen israelitischen Schulen des Oberrheinkreises und einige der benachbarten israelitischen Gemeinden des Mittelrheinkreises haben auch nach Errichtung des israelitischen Schullehrerwittwen- und Waisenfonds, zur Zeit noch des einzigen Instituts seiner Art bei den Juden Deutschlands, in einer ehrerbietigen Vorst llung dem großh. Oberrathe ihren tiefgefühlten Dank zu erkennen gegeben, und insbesondere Hrn. Oberrath Epstein, diesem allein noch lebenden von allen bei Konstituirung des Oberrathes ernannten Mitgliedern, und schon seit 30 Jahren mit so vielem Erfolge für die immer wachsende Verbesserung aller israelitischen Verhältnisse und namentlich zum Gedeihen des Schulwesens wirkenden, hochverdienten Manne, die Gefühle der Anerkennung und des Dankes unter Ueberreichung eines silbernen Ehrenpokals in herzlichen Worten dargelegt. — Auf eine ähnliche Weise haben übrigens schon früher die vielen Verdienste des Herrn Oberraths Epstein bei einer feierlichen Gelegenheit die laute Anerkennung eines großen Theils der angesehensten Israeliten des Landes erhalten. Altona, 14. Oktob. (Privatmitth.) Ich übersende Ihnen in diesen Tagen die Verhandlungen der holstein'schen Stände, um daraus zu entnehmen. was Ihnen der Mittheilung werth scheint. Abgelehnt ist allerdings der Entwurf nicht, wie ein Correspondent Ihnen (No. 42) meldet, aber nach Wunsch sind sie gewiß nicht ausgefallen, indem die Freizügigkeit dem Könige abgerathen und sonstige kleine Modifikationen empfohlen worden. X. —. (Pr. St.) Die Stände-Zeitung giebt jetzt dir in der Sitzung vom 19. September erfolgte Abstimmung über den Gesetz - Entwurf wegen der Verhältnisse der mosaischen Glaubensgenossen. Wie schon angedeutet worden, war die Freizügigkeit der hauptsächliche Stein des Anstoßes, und so wurde das Amendement des Ausschusses zu §. 1. des Entwurfs mit 29 Stimmen gegen 13 angenommen. Danach sind nämlich die Worte: „sich an jedem Orte niederzulassen," dahin abzuändern: „sich an den Orten der Herzogthümern, worin Mosaiken bisher die Niederlassung allgemein »erstattet war, namentlich in Altona, Glückstadt, Eimshorn, Ahrensburg, Fackenburg, Rendsburg und Friedrichstadt aufzuhalten, wogegen in den übrigen Landestheilen i der Aufenthalt der Mosaiken nur in Folge, ihnen oder ihren Vorfahren ertheilter Autorisation gestattet ist." — Eben so wurde der Schluß-Antrag der Majorität des Ausschusses, „daß die Annahme des Gesetz-Entwurfs mit der darin enthaltenen Freizügigkeit der Mosaiten innerhalb des Landes zu widerrathen, die Annahme des Entwurfs ohne die Bestimmung der Freizügigkeit aber nur mit den vorgeschlagenen Modifikationen anzurathen sei," mit 29 gegen 13 Stimmen angenommen. Diese Modifikationen sind auch nicht ganz unerheblich. Altona, im September. (Privatmitth. Verspätet.) Am 7. dieses fand hier die öffentliche Prüfung der Zöglinge der israelitischen Volksschule, den Statuten gemäß, Statt. Der Director derselben, Herr Dr. Enoch, hatte dazu durch ein Programm eingeladen, worin er zuvörderst seine Ansichten über Erziehung und Bildung darlegt und dann eine. Statistik der Volksschule giebt. Aus Letzterer ent-1 nehmen wir Folgendes. Die Schule, am 1. Jan. 1839 begründet, ward mit 37 Schülern eröffnet und besteht jetzt in drei Klassen aus 55 Knaben, unter denen 12 Pensionäre, und aus 20 Mädchen. Beim Beginne hatte dieselbe 6 Lehrer, den Director mit eingeschlossen, jetzt 8 Lehrer und eine Lehrerin. I»!