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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-10-31 · Heft 44 (31.10.1840) · p. Seite 622

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 44 (31.10.1840)
Date
1840-10-31
Page
Seite 622 (sequence 2)
Language
German
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622 klagte und zwei Zeugen getödtet! Wann wird man doch aufhören, auf das Geschrei fanatischer Barbaren unschuldiges Blut zu vergießen? Wir wollten von Mehmed-Ali die Abschaffung der Tortur erlangen und wir würden sie erlangt haben. Auf den ersten Ruf Europa's befahl er den Verfolgern menschlich zu verfahren. Aber in diesem Augenblicke, wo er allein so vielen Feinden gegenüber steht, ist es bei seinem Alter genug, über'die Vertheidigung seiner Staaten zu wachen; für die Ausführung seiner Verbesserungen bedarf er des Friedens und der Ruhe. Er hat Alles gethan, was er konnte; er sagte: „Sie sollen frei sein!" Wie Vieles habe ich Ihnen bei meiner Rückkebr nach Frankreich zu erzählen. Konnte ich Ihnen heute von etwas Anderem als von Damaskus sprechen?" London, 1. Okt. Jetzt hat auch die russische Regierung ausführlich auf das Schreiben geantwortet, was von London aus wegen der Judenverfolgung in Damaskus an die europäischen Monarchen gerichtet wurde. (No. 34.) Der Lordmayor von London erhielt von dem russischen Gesandten daselbst folgende Zuschrift: '„Ashburnham - House. Mylord, meiner Pflicht gemäß legte ich der kaiserl. Regierung die Mittheilung vor, mit welcher Sie mich beehrten, in Bezug auf die einstimmige Theilnahme, welche die in der City von London gehaltene Versammlung wegen der Verfolgung der Jsraeten in Damaskus zu erkennen gab. Als ich dieses Aktenstück Ihrem Wunsche zufolge dem kaiserl. Kabinette vorlegte, war ich im voraus von den wohlwollenden Gefühlen und der Theilnahme überzeugt, mit welcher die kaiserl. Regierung eine so ehrenvolle Kundgebung von Seiten der Bürger von London bei einer Angelegenheit von so hohem Interesse aufnehmen würde. Es gereicht mir zu besonderer Freude, Ihnen einen Beweis von den Gefühlen zu geben, mit welchen die Entschließungen ausgenommen wurden, indem ich Ew. Herrlichkeit hierbei die Abschrift der Depesche übersende, welche ich von Sr. Ercellenz dem Vicekanzler erhielt, und in welcher er verlangt, Ihnen seinen wärmsten Dank für die interessante Mittheilung auszudrücken und zugleich zu erkennen zu geben, wie sehr die Grundsätze und die Humanität, welche sie anzeigt, von der Regierung Sr. kaiserl. Majestät geschätzt werden. Genehmigen Sie, Mylord, meine hohe Achtung. Brunnow." — „Petersburg, 31.Aug. HerrBaron! Es ist meine Pflicht, Ew. Ercellenz den Empfang Ihrer Depesche zu bescheinigen, durch welche Sie mich mit der Zusendung der Beschlüsse beehren, die in der Versammlung in der City von London gefaßt wurden in Bezug auf die Verfolgungen, welche die Juden von Damaskus neuerlich von den ägyptischen Behörden erlitten haben. Die Aeußerungen jener ehrenwerthen Versammlung, die auf den Grundsätzen der Humanität und Gerechtigkeit beruhen, konnten von der kaiserl. Regierung nur in hohem Grade gebilligt werden. Sie theilt aufrichtig das einmüthige und lebhafte Interesse, welches das Schicksal jener unglücklichen Israeliten, die der ägyptischen Herrschaft unterworfen waren, in England erregt und schließt sich den in den Beschlüssen jener Versammlung ausgesprochenen Erklärungen für die Abschaffung solcher empörenden Misbräuche und Grausamkeiten an, deren Schauplatz die Stadt Damaskus in der letzten Zeit gewesen ist. Uebergeben Sie, Herr Baron, gefälligst dieses Zeugniß dem Lordmayor und danken Sie ihm insbesondere für die interessante Mittheilung, welche Se. Herrlichkeit der diesseitigen Regierung durch Sie gemacht hat. Genehmigen Sie die Versicherung meiner ausgezeichneten Hochachtung. (Unterz.) Nesselrode." Türkei. Konstantinopel, 30. Sept. (L. A. Z.) Am 25. Sept. Abends gegen 10 Uhr brach in Konstantinopel in dem Viertel, Oun-Kapaneu genannt, Feuer aus, wobei 200 Kaufgewölbe, 40 Wohnhäuser, mehre Getreidemagazine mit bedeutenden Vorräthen, und eine Synagoge mit einem Ungeheuern Reichthum an Silber eingeäschert wurden. Die Juden haben dabei am meisten verloren, und es ist hier eine Collie für sie eröffnet. Preuße«. Berlin, 18. Okt. (Privatmitth.) Bei der Huldigung am 15. d. befanden sich unter der eidesleistenden Bürgerschaft Berlin's alle Bürger mosaischen Glaubens in den Abtheilungen ihrer Bezirke, 1 Sie schworen sämmtlich; indem sie nur die letzten »Schlußwyrte^ie chrifllich-konfeffionel sind, vorüber-

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