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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-10-24 · Heft 43 (24.10.1840) · p. Seite 613

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 43 (24.10.1840)
Date
1840-10-24
Page
Seite 613 (sequence 5)
Language
German
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615 Religionsgesellschaft als solche hat keine öffentlichen anerkannten Vertreter, aus deren Mitte wir eine Deputation wählen könnten, um im Namen sämmtlicher Religionsgenoffen dem Könige, unserm Herrn, Untertha neu treue anzugeloben und vor Gott dem Allmächtigen zu beschwören; lassen Sie uns daher am Huldigungstage, jede Gemeinde in ihrer Synagoge, einen feierlichen Gottesdienst halten und daselbst dem Könige unserm Herrn unerschütterliche Treue, Gehorsam, Ehrfurcht und Liebe bis in den Tod heilig angeloben. — Dem Glauben nach Ju- : den, erfüllen wir nur eine Pflicht unsrer Religion, in allen bürgerlichen Beziehungen unbedingt und durch und durch Preußen zu sein, freudig und bereitwillig alles zu leisten, was dieser Name uns auferlegt, um dagegen das erhabene Bewußtsein zu erlangen, demjenigen Volke anzugehören, dessen unveräußerliches Glück seit Jahrhunderten weise und fromme Regenten gegründet haben. — Gott beschütze den König!" Oesterreich. Papa, 26. Sept. sPrivatmitth.) Die Geschichte unserer Nation hat sich wie alles andere, nur unter modernen Formen wiederholt, selbst in dem Lande, das noch in der jüngsten Zeit so glänzende Beweise seiner Freisinnigkeit und seines Muthes in der Sache der Juden gegeben hat. Ich meine Ungarn. Sie erinnern sich, was einer Ihrer Correspondenten in No. 112. I. Jahrgang Ihrer Zeitschrift ausgesprochen lhat, von dem Charakter der Magyaren. Es ist dies eine Wahrheit, die sich immer bewahren wird, aber auch dies ist wahr, daß die echten Magyaren in ihrem eigenen Lande nur über 3 Millionen sind, während die Einwohnerzahl in Ungarn 10 Millionen weit übersteigt, und daß es natürlich ist, wenn die Judensache um dieser numerischen, wenn auch in der Gesetzgebung nicht Votisirenden, Mehrheit willen, zurückgewiesen wird, da überall sogar die unbedeutendste Minorität den Sieg davon trägt, wenn sie den Juden entgegen ist. Dazu kömmt, daß wir selbst in unserer Sache nichts thun und nicht moralische Kraft genug, wenigstens zum Wollen besitzen. Zu einem großen Opfer — es sei in Geld oder in Anstrengung — erheben sich weder Individuen noch Gemeinden; nicht aus Uebelwollen, sondern aus Mangel an Einsicht, daß uns was fehle. Die Befferwisscnden bleiben unbeachtet, weil sie bisher keine Stimme haben, als in Ihrem geschätzten Blatte. Das Besserwissen oder Wissen überhaupt ist noch sehr wenig in den Gemeinden verbreitet, was übrigens nicht so sehr ein Unglück wäre, wenn es nicht zu dem raschen Vorschreiten der ungarischen Nation auf der Bahn echter, gesunder und edler Bildung im zu großen Mißverhältnisse wäre. Die Gemeinden in diesem Lande sind unzählig, aber Schulen z. B. oder geordneter Gottesdienst oder zeitgemäße Rabbinen sind nur in denjenigen Gemeinden, von denen in Ihrem Blatte Erwähnung geschehen. Dürften diese 'Zustände nicht endlich bei der Ewigkeit unseres Mißgeschickes, auch bei unseren edlen gesetzgebenden Männern ein Ohr finden und sie wankend machen? Man entblödet sich nicht, uns die Damaszener Ereignisse unter die Nase zu halten, und sogleich ein Urtheil in contumaciam über uns zu fällen; und es sollte nicht möglich sein, daß unsere Genügsamkeit mit dem Glücke, daß es uns hier nicht mehr geht, wie in Damask, uns Nachtheil brächte? — Und wer weiß! so sehr asserurirt sind, wir auch vor Scenen nicht, wie sie in Damask sich ereignen. Odi profanum vulgus! Wir wissen noch, wie vor nicht gar langer Zeit das hochgelehrte Deutschland sich benahm bei der Geschichte von hep! hep! und wie es jetzt sich benimmt und schlagfertig dasteht, und von den orientalischen Kriminalisten den Wink erwartet, um die Juden hier zur Vergeltung langsam auszuhungern, oder was auf Eins hinaus kommt, sie kein Brod und keine Ehre erwerben zu lassen, ohne die ein Mensch nimmer leben kann. Es ist oft gesagt worden, auch von mir schon, daß wir nichts für uns selber thun können, als in den Geist der Zeit eingehen, uns rüsten und vorbereiten, damit der günstige Augenblick, in welchem wir uns glücklich fühlen, wenn nur von uns gesprochen wird, uns vorbereitet finde, unser Recht zu empfangen, wenn es uns übrigens dennoch Vorbehalten bleibt. Das Rechtsgesühl muß endlich doch alle Menschen durchdringen, und man wird sich endlich auch schämen müssen, das Unrecht wie ein theures Kind zu pflegen, und ihm die ungetrübte Fortdauer zu sichern. Das Unkraut wuchert.freilich schneller und^ ohne Mühe empor, als die nährenden und gesunden'

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