Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 42 (17.10.1840)
- Date
- 1840-10-17
- Page
- Seite 604 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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604 den und sind zu demselben erhöhte Beiträge nöthig geworden, so wird es ihr nach dem klaren Inhalt des Ministerial-Rescripts vom 20. April 1833., (Annal. S. 443) frei stehen, nach Maßgabe jener Ausgaben eine verhältnißmaßige Taxe für den Gebrauch des Kirchhofs bei Begräbnissen unter ausdrücklicher Bestätigung des hiesigen Magistrats, als Polizeibehörde, aufzustellen und darin den Mitgliedern der Privat-Gesellschaft, welche schon regelmäßige laufende Beiträge für den Kirchhof zahlen, bei Begräbnissen mit Berücksichtigung dieser Beiträge billige .Ermäßigungen zu Gut kommen zu lassen. Hieraus folgt aber immer noch nicht die Verpflichtung, daß alle hier domicilirenden Juden der hiesigen jüdischen Gemeine, wenn auch nur zum Zweck der Erwerbung und Erhaltung des hiesigen jüdischen Kirchhofs, beitreten müssen. Daß die Gemeine zwangsweise angehalten werden kann, den Gebrauch des Kirchhofs in einzelnen Fällen zu verstatten, beruht lediglich in polizeilichen Gründen, und wird demnächst der Gemeine nicht verwehrt werden können, ihre etwaigen aus der zu normirenden Tare resultirenden Ansprüche im Wege des Civilprozcsscs gegen die Hinterlassenen zu verfolgen , sofern diese zur Zahlung vermögend sind. Unter diesen Umständen können wir es dem Vorstande nur überlassen, eine Taxe für die bei Begräbnissen vorkommenden Gebühren zu entwerfen und dem hiesigen Magistrat zur Festsetzung vorzulegen. Lieznitz, den 27. Febr. 1840. An den Vorstand der jüdischen Gemeine hicselbst. Königl. Negierung. Abtheilung des Innern." Breslau, 30.Sept. (Privatmitth.) Die Stadtbehörde hat die vom sei. König der Stadt legirten 10,000 Thlr. zu einem Fonds verwendet, auü welchem die Zinsen an verschämte Arme ohne Unterschied der Religion und Confession jährlich am Todestage vertheilt werden sollen. Deutschland. Altona, 1. Sept. sPrivatmitth.) Unsere Erwartungen sind nicht übertroffcn worden. Die Stände von Holstein, bekanntlich die unduldsamsten, haben den Vorschlag der Regierung zur Verbesserung der Stellung der mosaischen Glaubensgenossen abgelehnt. So möge jener dadurch vereitelte Entwurf, da er in dieser Zeitung gegeben worden, ein Denkmal für die spätere Zeit sein, wie im Jahre 1840 die Stände einer deutschen Landschaft ihren Mitbrüdern selbst so beschränkte Gerechtsame nicht gestatten wollten, sondern sie in dem, noch liefern Stande, als Leibeigene, festzuhalten entschlossen waren! Jedes andre Wort ist an solche Leute nur verschwendet. Fortlaufende Berichte über Gemeinde- und Synagogen - Reformen. Steinhard. (Mittelfranken.) In No. 27 Ihres sehr geschätzten Blattes findet sich Seite 391 eine Notiz über Synagogen - Reform in der Gemeinde Dittenheim, bei welcher Gelegenheit von den Nachbargemeinden auf eine wegwerfende Weise abgesprochen wird^ dies veranlaßt mich, folgende Zeilen zur Berichtigung jenes Artikels einzusenden. Wenn ich auch weit entfernt bin, die zum Lobe jener Gemeinde angeführten Thatsachen in Abrede stellen zu wollen, so kann ich doch, ohne unbescheiden zu sein, sagen, daß nicht minder auch in hiesiger Gemeinde, seit einer geraumen Zeit, ein reger Eifer für alles Gute und Zeitgemäße, auf eine für jeden Menschenfreund höchst erfreuliche Weise sich kund gegeben hat. So find hier zwei Vereine ins Leben getreten, die sich Unterstützung der Armen und Kranken und Beförderung armer Jünglinge zu einem ordentlichen Handwerke zur Pflicht gemacht haben. Das Bedürfniß einer Synagogen-Reform längst fühlend, suchte man durch einzelne Einrichtungen manche Mißbräuche abzustellen. Um so williger kam man im vorigen Jahre der Aufforderung des königl. Landgerichts, die Synagogen-Ordnung von Mittelfranken einzuführen, entgegen und scheuete die beträchtlichen pekuniären Opfer nicht, um unsere Synagoge auch in ihrem Innern zeitgemäß und in ihrer hohen Bestimmung würdig auszustatten, was auf eine so befriedigende Weise gelungen ist, daß Jeder, welcher unsere Synagoge früher kannte, jetzt beim Eintritte in dieselbe sich von deren freundlichem Anblicke überrascht fühlt. Gleichzeitig hat sich aus der männlichen Schuljugend und mehcern er-