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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-10-17 · Heft 42 (17.10.1840) · p. Seite 601

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 42 (17.10.1840)
Date
1840-10-17
Page
Seite 601 (sequence 5)
Language
German
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601 Erlaubniß zur Rückkehr für alle Entflohenen und gleicher Schutz für sie, wie für alle übrigen Bewohner der Stadt. Sir Moses berichtet ferner, daß, als er sein Begehren mit Nachdruck und lediglich auf den Grund der Menschlichkeit und Gerechtigkeit vertheidigt hatte, der Pascha zu erklären geruhte: daß er den erbetenen Firman gewähren wolle. Auch wolle er alle die Gefangenen unbedingt frei lassen, und befehlen daß alle Personen die aus der Stadt entflohen waren, zurückkehlen und den Schutz der Autoritäten gleich allen übrigen Einwohnern von Damaskus genießen sollten. Se. Hoheit fügte indeß als ein Zeichen seiner Achtung gegen Sir M. hinzu, er möchte ihm rathen, in diesem Augenblick nicht nach Damaskus zu gehen, weil die Aufregung daselbst noch zu groß sei. Nachdem Sir M. den Palast verlassen, besuchte Hr. Crvmieux den Pascha, welcher das Gesagte wiederholte. Am 29. v. M> ward der Firman erlassen und zugleich ein Befehl zur unmittelbaren Freilassung der Gefangenen und zur Rückkehr aller derjenigen die den Platz wegen dieser Verfolgung verlassen hatten. Diese Befehle wurden unverzüglich nach Damaskus befördert. Sie werden aus obigem Berichte bemerken, daß die Mission bis zum Datum des Schreibens, aus welchem obiger Auszug entlehnt ist, ausgezeichnet erfolgreich war, und das unter den kritischsten Umständen. Ich zweifle nicht, daß dieselbe gütige Gesinnung, welche Sie zur Bekanntmachung meiner früheren Mittheilungen veranlaßt hat, Sie auch vermögen wird dem gegenwärtigen interessanten und befriedigenden Bericht die Aufnahme nicht zu versagen. Ich bin überzeugt, daß sie jedem aufgeklärten Freunde der Gerechtigkeit und Humanität eben so willkommen sein wird, als mir selbst und allen meinen Glaubensgenossen durch die ganze. Welt. Ich bin k. rc. Hananel de Castro. Oesterreich. Pesth, 24. Sept. (Privatmitth.) Wenn es wahr ist, daß alles Gute und Heilsame, was in Israel geschehen soll, von der Schule ausgehen muß; so ist gewiß mit der Errichtung, der, unter der Leitung der Herren Engler und Weiß, seit einigen Monaten hier bestehenden Anstalt, nicht nur einem lang gefühlten Bedürfnisse abgeholfen, sondern auch unsere Gemeinde mit einem der schönsten und heilsamsten Institute bereichert worden; es ist dies nämlich eine Schule, in der israelitische Kinder vom zweiten bis fünften Jahre, sowol im Sprechen der. Muttersprache, wie im Lesen und Schreiben der deutschen und hebräischen, als auch im Denken eine solche Anleitung erhalten, daß sie dadurch des Eintrittes in die höhern Normal-Schulen fähig werden. Obwol Jeder von dem Nutzen dieser menschenfreundlichen Gründung überzeugt war: so bewährte er sich doch am schönsten bei der heute abgehaltenen, ersten öffentlichen Prüfung, welche gewiß in Ihrem geschätzten Blatte, dessen Tendenz die Besprechung und Bekanntmachung jedes israelitischen Unternehmens ist, erwähnt zu werden, verdient. — Mir wurde das Vergnügen zu Theil, bei diesem, durch die Gegenwart mehrerer hohen Personen, selbst anderer Confession verherrlichten Damen, anwesend zu sein, und ich kann versichern, daß mir nie Stunden angenehmer verflossen sind, als die in dem Prüfungs-Saale zugebrachten. Als ich hörte mit welcher Unbefangenheit und Leichtigkeit diese kleinen Zöglinge, deren Zahl schon jetzt hundert übersteigt, ihrem zarten Alter angemessene Fragen beantworteten, als sie ihre kleinen Händchen zum Himmel emporhoben, und ihre zarte schwache Stimmen in Lobliedern ertönen ließen, da lernte ich die Worte des frommen Sängers verstehen 72» nnan a^pirn ■'sa und als ich darüber nachdachte, was aus vielen dieser zarten aufkeimenden Knospen geworden wäre, wenn sie, ohne in dieser Anstalt für Herz und Geist, Nahrung gefunden zu haben, im Elternhause ohne Aufsicht, unter der Hefe des Volkes ausgewachsen sein würden; da wurde mein Herz voll.des innigsten Dankes gegen Alle, welche zum Entstehen dieser Anstalt beigctragen, und besonders gegen die achtbaren Herren Lehrer, die ihr mit so vielem Fleiße vorstehen. Möge dieses Institut sich eines ferneren Gedeihens erfreuen; — möge es auch in andern Orten, Anklang zur Nachahmung erregen, damit einst auch die

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