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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-10-17 · Heft 42 (17.10.1840) · p. Seite 598

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 42 (17.10.1840)
Date
1840-10-17
Page
Seite 598 (sequence 2)
Language
German
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5S8 Staaten einer so edelmüthigen Regung nicht fremd bleibe, und er hat mir daher aufgetragen, Sie zu ermächtigen, Alles, was sich mit der Discrction Ihres amtlichen Charakters verträgt, auszubieten, damit jene unglücklichen Opfer der Verfolgung, deren Angstruf bis an unsere Küsten gedrungen ist, unter den Schutz der Gerechtigkeit und Humanität gestellt werden." Uebcr die Freilassung der gefangen gehaltenen Israeliten in Damaskus, und die deSfallsigen Verhandlungen in Alexandrien, stellen wir folgende Artikel zusammen: Wien, 24. Sept. Die Vo rsälle in Damaskus haben in der ganzen Welt so viele Theilnahme erregt, daß auch folgender Auszug aus einem Schreiben des Hrn. Cremieux mit genauem Nachrichten über den bereits bekannten Erfolg seiner Verwendung noch jetzt nicht ohne Interesse sein dürfte. Der Brief ist aus Alexandrien vom 26. Aug. datirt und lautet so: „Hoffentlich haben Sie das Schreiben, in welchem ich Ihnen die Freilassung der Gefangenen von Damaskus anzeigte, richtig erhalten. Doch konnre ich Ihnen damals noch kein Exemplar des an Scherif-Pascha abgegangenen Befehls zuscnden, und war üoerhaupt zu solcher Eils gezwungen, daß ich verschiedene wichtige Details übergehen mußte, die ich jetzt nachholen will. Die Revision des Processes ward durch gewisse Umtriebe unmöglich gemacht, da man den Pascha zu überreden gewußt hatte, man dürfe sich um keinen Preis zu Maßregeln herbeilassen, durch deren Erfolg der Agent einer noch befreunderen Macht compromittirt werden könnte. Schon verzweifelten wir, zu irgend einem Resultate zu gelangen, als ich auf den Gedanken gerieth, eine, die Freilassung der Juden betreffende Bittschrift von allen Confuln, deren Beitritt zu erlangen sein werde, unterzeichnen zu lassen. Neun Konsuln Unterzeichneten sich wirklich; der Pascha erhielt Nachricht davon, und um den Schein, als handle er aus Nachgiebigkeit gegen das Einschreiten derselben, zu vermeiden, ertheilte er aus freien Stücken den Befehl zur Freilassung der Gefangenen, noch ehe ihm das Gesuch vorgelegt worden war. Auf diese Nachricht begab ich mich sogleich zu Mohammed-Ali, den ich jedoch nicht in seinem Divan traf; sein Kommen erwartend, knüpfte ich ein Gespräch mit Boghos-Bei an. Nach einigen Minuten trat der Pascha ein, bemerkte mich und näherte sich mir lächelnd. Nun? fragte er, wie fühlen Sie sich heute? „Heute fühle ich mich glücklich, Ew. Hoheit sei's gedankt!" Das freut mich, ich bin froh,, etwas für Sie gcthan zu haben. „Ich glaube den Worten Ew. Hoheit; jede Handlung der Gerechtigkeit muß Den, der sie vollzieht, eben so beglücken, wie Jenen, zu dessen'Gunsten sie vollzogen wird." Ich habe bereits befohlen, meine Beschlüsse in Wirksamkeit treten zu lassen. „Der Zweck meines Kommens ist, Ew. Hoheit mein tiefes Dankgefühl auszudrücken; obwol ich einsche, daß meine persönliche Dankbarkeit Ihnen gleichgültig sein muß, so —" Im Gegentheile! Sie machen mir großes Vergnügen. „So mögen Ew.-Hoheit, fuhr ich fort, bedenken, daß sechs Millionen Israeliten sich mit mir vereinen, die, über die ganze Erde zerstreut, fortan ihre Wünsche und Gebete für Sie gen Himmel schicken werden; und der Himmel pflegt das Flehen der Dankbarkeit zu hören." Gott wolle es. „Er wird es wollen! Beweist uns nicht die Geschichte, daß Gott immer jene Fürsten beschützte, die den Juden Schutz gewährten? Er wird in dieser ernsten Zeit über Ew. Hoheit wachen." Ich hoffe und wünsche es. „Die Beschränktheit meiner Sphäre rauor mir fast den Muth, Ew. Hoheit meiner innigen Ergebenheit zu versichern; meine Feder ist das Einzige, was ich anzubieten habe, und —" O ich weiß, wie gut Ihre Feder geht! „Darf ich die freudige Nachricht den Juden von Alexandrien und unfern armen Brüdern von Damaskus mittheilen?" Gewiß, meine Befehle sind bereits gegeben, und auch die Konsuln sollen davon in Kenntniß gesetzt werden. Längst durchschaute ich diese Angelegenheit; gleich im Anfänge befahl ich die Tortur einzustellen, und seit dem Tag Ihrer Ankunft hat mich diese Sache oft beschäftigt. — Die Würde, mit welcher der Pascha dies sagte, ließ mich ihn'mit lebhafter Bewegung betrachten; er bemerkte es und richtete seinerseits seine scharfen durchdringenden Augen auf mich. „Eine historische Erinnerung, so nahm ich das Worr, bietet sich meinem Geiste dar. Kleber sagte eines Tages zu Napoleon: Sie sind groß wie die Welt. Ew. Hoheit sind in diesem Augenblicke groß wie Napoleon." Die Ankunft Rifaat-Bei's, des türkischen Gesandten, verhinderte uns, dieses Gespräch weiter fortzuführen. Als ich mich grüßend zurückzog, rief mir der Pascha nach: Leben Sie

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