Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 42 (17.10.1840)
- Date
- 1840-10-17
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Semerne N». 49. Zeitung des Zudenthums. Ern unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur: Vertag von Dr. Ludwig Philippso«, Baumgärtners Buchhandlung israelitischer Prediger in Magdeburg. zu Leipzig. (Mit Könkgl. Sächsischer allergnadigfter Concession) Leipzig, den 17. October 1840. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. Ln Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 12 Gr. für sechs Monate — 18 Gr. für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide - Letztere hat sich die Königl. Sachs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Zeitungsnachrichten. Aegypten. London, 30. Sept. (Privatmitth.) Die Morning Chronicle vom 22. H enthalt ein Schreiben der Herren E. Henriqusz und B. lK. Hart als Dcvutlrren einer in Newyork am 10. Aug. wegen der Damastener Angelegenheit unter Borsitz des Herrn I. B. Kursheedt gehaltenen Israelitischen Versammlung in welcher sehr energische Resolutionen gefaßt wurden. Das Schreiben nebst dem Bericht ist an den Lord-Mayor von London als Präsident der wegen dieser Sache im Mansionhouse gehaltenen Versammlung gerichtet und es sind demselben beigefügt ein Schreiben von Herrn Kursheedt als Präsident und Hrn. Theodor de Seixas als Sekretair jenes Meetings an Se. Ercellenz den Präsidenten von Buren datirt Fvm 26. Aug. und die Antwort desselben durch den Staatssekretair des Auswärtigen Hrn. Forsyth, datirt vom 26. Aug. aus Washington. Sodann ein bereits am 14. Aug. erlassenes Schreiben der Amerikanischen Regierung an ihren Consul in Alexandrien Hrn. John Gliddon, worin demselben aufgetragen wird der Vertheidigung der Juden, von Damaskus alle mögliche Hülfe zu leisten. Magdeburg, 5. Oktober. Das oben erwähnte Schreiben des Ministers der auswärtigen Angelegenheiten in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, Herrn John Forsyth' an den Gesandten derselben in Alexandrien lautet: Washington, den 14. Aug. 1840. Gleich allen anderen civilisirten Nationen haben die Bewohner der Vereinigten Staaten mit Abscheu vernommen, welche nichtswürdige Verbrechen man den Juden in Damaskus zur Last legt und welchen Grausamkeiten sie ausgesetzt gewesen sind. Der Präsident thcilt völlig die Gesinnungen, welche sich überall zu erkennen gegeben haben und fühlt das Bedürfniß, sein Erstaunen und seinen Schmerz darüber auszusprechen, daß man in einem so aufgeklärten Jahrhundert irgend einer Religionspartei so abscheuliche Gebräuche zuschreiben und, um das Verbrechen zu erweisen, zu so barbarischen Maßregeln seine Zuflucht nehmen konnte. Die Unthaten, deren diese Unglücklichen beschuldigt wurden, gleichen zu sehr denjenigen, die man in weniger aufgeklärten Zeiten als Vorwand zu fanatischen Verfolgungen und Erpressungen gegen sie gebrauchte, um auch nur einen Augenblick glauben zu können, daß diese Beschuldigungen heutzutage gegründeter seien, als damals. Der Präsident hat mit großer Genugthuung gesehen, daß mehrere Europäische Regierungen sich bemüht haben, den in Damaskus angewendeten grausamen Maßregeln Einhalt zu thun, und hat mit großer Freude erfahren, daß dies theilweise gelungen ist. Er wünscht lebhaft, daß das Mitgefühl und die thätige Intervention der Regierung der Vereinigten