Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 41 (10.10.1840)
- Date
- 1840-10-10
- Page
- Seite 596 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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596 Auf das: wan Vra ivrra durchaus neu übersetzt und mit einem ausführlichen neuen Commentar versehen von R I. Fürstenthal in Breslau. Herausgeber der rabb. Anthologie, des Chovafc halewawot, des More Nebuchira, u. s. w. wird hiermit eine höchst billige Pränumeration eröffnet und den Sammlern sehr vorteilhafte Bedingungen zugesichert. Man beliebe, sich in portofreien Briefen an den oben genannten Verfasser Zu wenden. Breslau im Sept. 1840. Einem Scbularrttskanditaten israelitischer Religion der die deutsche Sprache correct und ohne Dialect, sowie geläufig französisch spricht, kann eine Stelle als Hauslehrer unter äußerst vorrheilhaften Bedingungen in Dresden nachgewiesen werden. Portofreie Briese werden erbeten kt. R. Dresden Poste restante. Die israelitische Gemeinde zu Dirschau ist im Neubau eines Gotteshauses begriffen, und wünscht Ln Folge dessen einen Vorsänger von Ostern 1841 zu placieren, welcher auch zugleich Gelehrter und mit dem heutigen Zeitgeiste vorgeschritten sein sott, um öffentliche Vorträge und Predigten in der Gemeinde halten zu können. — Ein solcher Mann würde sich hier auf 500 Thlr. jährliches Einkommen berechnen können — hierzu sich qualifizirende Subjekte wollen ihre Meldungen an uns in frankirten Briefen ergehen lassen. Dirschau den 25. Sept. 1840. Der Vorstand der israelit. Gemeinde zu Dirschau. Eingesandt: Es verdient erwähnt zu werden, daß bereits seit einigen Jahren in der Elementarschule zu Kurnik an jedem Sabbate der geregelte Gottesdienst nach dem deutschen Ritus von den Schulknaben öffentlich abgehalten wird. Der dortige Oberlehrer Hr. Kletschoff, unter dessen Leitung dieses geschehet, tragt zuvörderst biblische Geschichte vor, halt bei feierlichen Gelegenheiten zweckdienliche Reden und schließt solchen mit Choral-Gesängen. Vor ungesiahr 6 Wochen wurde sogar an einem Sabbate die Consirmation eines Knaben von dem Hm. Kletschoff kn der Synagoge, nach Abhaltung einer hierzu passenden kraftvollen und gediegenen Rede, feierlich vollzogen, und der Conficmand von dem dortigen Rabbrnats-Verweser — einem Manne ganz aus der alten Schule — öffentlich eingesegnet. Ein Umstand der gewiß einer ganz besondern Erwähnung verdient, und der hinlänglich beweist, daß der Geist der Zeit über alle seinen Einfluß hat. Schließlich wird noch bemerkt, daß die Corporation daselbst jetzt den Beschluß gefaßt hat, einen studirten jungen Rabbinen anzunehmen, und wäre es dahero zu wünschen, daß das Vorschreiten der Bildung der Kurnißer Synagoge auch bei allen übrigen des Großherzogthums recht bald Nachahmung finden möge. Nachruf. Dem Verdienste seine Kronen. Nicht der Wunsch, die öffentliche Aufmerksamkeit zu erregen, bewegt mich. Ihnen Verehrtester Herr Redacteur, folgende rührende und herzerhebende Abschiedsscene zu schildern, sondern einzig und allein, um Ihrem zahlreichen Lesekreise einen Beitrag des Nachahmungswürdigen zu liefern. Herr Santuel Davidsohn, ein Enkel des verewigten Rabbi Akiba Eger und seit vielen Jahren Vorsteher und einer der achtbarsten Familienvater der. hiesigen Gemeinde, verließ im Lause dieses Monats auf immer unsere Stadt, um sich gänzlich in Pesth, wo er schon längst Mitglied des dortigen Großhandlungsgremiums ist, zu etabliren. Der Ab-! gang dieses Biedermannes wird von jedem ohne Religions- | unterschied tief und schmerzlich empfunden, und laßt eine! Lücke zurück, die lange nicht ausgesüllt werden wird. Seine! rastlose Thätigkeit als Gemeindevorsteher fand hier so wie . überall, wo es galt den moralischen Einfluß einer so großen Gemeinde geltend zu machen, an ihm einen würdigen Repräsentanten. — Seine ausgewählte Büchersammlung stand Jedermann zur Benutzung frei. — Ec, so wie seine Gattin, ein Muster weiblicher Vollkommenheit und schöngeistiger Bildung werden uns ewig unvergeßlich bleiben. Die hiesigen Armen verlieren in Beiden eine kräftige Stütze; alle öffentlichen Lehr - und Wohlthatigkeitsanstalten die Zierde ihrer Beförderer. Von besonders feierlichem Anblick war der Moment ihres Scheidens, die Elite der fürstlich Eszterhazischen Beamten, so wie alle Gemeindeglieder schieden bis zu Thra- > nen gerührt von diesem seltenen allgeliebten Paare, das j nun in seinem neuen Wirkungskreise sich ein Denkmal I errichten wird, dessen Grundlage schon bei uns unerschit? terlich fest steht. Druck von I. B. Hirfchfeld,