Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-10-10 · Heft 41 (10.10.1840) · p. Seite 595

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 41 (10.10.1840)
Date
1840-10-10
Page
Seite 595 (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3224737-3225119-3225161--03043-3312560
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Naturkunde: Grundbegriffe der Naturreiche. (Der geographische Unterricht wird bald beginnen.) Hebräisch - und Deutsch-Schreiben: ganz vorzüglich. Taubstumme haben bekanntlich besondere Anlagen zur mechanischen Fertigkeit. Zeichnen: Wird erst seit einigen Wochen betrieben. Die Fortschritte hierin sind so groß, daß einige schon Köpfe copiren. Wir muffen nun noch auf einen Gegenstand aufmerksam machen, der besondere Beachtung verdient. — Die französische Schule hat sich bisher im Allgemeinen beim Taubstummen-Unterrichte der Zeichen- und Schrift- Sprache bedient, und nur ausnahmsweise bei mit desondern Anlagen begabten Zöglingen die Tonsprache (ariiculation artiJicielle) angewandt, indem man von der irrigen Meinung ausgeht, die französische Sprache biete wegen ihrer Aussprache mehr Schwierigkeit als eine andere dar. So z. B. ertheilt Monsieur Valade-Gabel in dem königt. Taubstummen-Institut zu Paris nur einigen Zöglingen außer den eigentlichen Lehrstunden in der Tonsprache Unterricht, hat jedoch bis jetzt noch kein günstiges Resultat geliefert und •) **). Der französischen Schule ganz entgegengesetzter Meinung ist Herr Hirsch; er behauptet, die französische Sprache habe zufolge ihres weichen Charakters und ihrer nasalen Laute im Lautensysteme einen bedeutenden Vorzug für Taubstumme vor der deutschen voraus. Die Versuche, die er fcühechin mit der französischen Sprache an seinen sämmtlichen Zöglingen vornahm, sind äußerst geglückt. Deßhalb hat Herr Hirsch mehrseitigem Wunsche zufolge bereits einen Cours für franz. Sprache in seiner Anstalt eröffnet und bemerkt die guten Fortschritte mit Freuden. Dieser Umstand verdient nicht sowol vom Inland, als ganz besonders vom A usland würdige Beachtung. Was nun die specielle Beaufsichtigung der auswärtigen Zöglinge betrifft, so hat Herr Hirsch von Gründung der Anstalt an die Anordnung getroffen, solche in Kost und Wohnung zu nehmen. Es sei mir schließlich vergönnt, derer zu erwähnen, die sich um Hirsch verdient gemacht. Dankbare Anerkennung einem hohen preußischen Ministecio, welches zufolge Berichts der hiesigen überaus humanen Regierung dem Herrn Hirsch einen jährlichen Beitrag aus der Staatskasse bewilligt hat; dankbare Anerkennung der hiesigen wohllöbl. städtischen Behörde, welche der Anstatt eine jährliche Unterstützung zukommen läßt, und dem würdigen Lehrer außer dem Versprechen, daß sein Institut bald als ein städtisches fundirt werden •) Um mich vor Mißdeutung zu verwahren, bemerke ich, daß ich hier im Allgemeinen spreche, also die erst vor Kurzen vom Herrn Selligsderger in Strasburg errichtete Taubstummen- Anstalt nicht berühre. *•) S. über die Taubstummen und ihre Bildung von Df. E. Schmalz zu Dresden. Dresden 1838. soll, bereits eine freie Wohnung bewilligt hat; dankbare Anerkennung der hiesigen Spiel-Bank-Direktion und dem Casino, welche beide auf die wohlthätigste Weise die Armen der Anstalt unterstützt haben. Unter den einzelnen Wohlthatern, die dem Herrn Hirsch liebreich zur Seite stehn, sind die Herren Conststocialrathe Claßen (wie schon erwähnt) und Besserer, und der Herr vr. Klapper, Oberlehrer am hiesigen Gymnasium, rühmlichst hervorzuheben. Ich lege die Feder nieder, und schließe mit dem herzlichen Wunsche, daß Herr Hirsch vom gütigen Schöpfer erhalten und gekräftigt, lang noch zum Heile der Unglücklichen rastlos sortwirken, und am Abend seines Lebens mit freudigem Bewußtsein auf die Früchte zurückschauen möge, zu deren Gedeihen die sich stets hoffnungsvoller entfaltenden Blüthen die beste Hoffnung gewahren. Mischna Abot 5. 27. isnrs DiBb „Nach Beetz altn iß der Mühewaltung ist die Belohnung." Daniel 12. crmn •ntro unr ubiA „Und bie Verständigen werden glanzen wie der Glanz am Firmament, und die, so Viele (zur Tugend) zum Guten geleiten, wie die Sterne immerdar." .A. Meerfeldt. Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen 1 Gr. Gebühren für die gespaltene Seile aus Petit-Schrift oder deren Raum ausgenommen. £ie Dex^gsh^ndlung. Im Verlage von L. Fort in Leipzig ist erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben: Jeschuvun, Taschenbuch für Schilderungen und Auklänge ans dem Leben der Inden, auf das Jahr 4601 israel. Zeitr. Herausgegeben von Carl Maien und S. Frankenberg. Mit G. Riesser's Bildniß in feinstem Stahlstich. In prachtvoll vergoldetem Einbande. Preis 2 Thlr Mit Beiträgen von Dr. H. Arndt, C. Austerlitz, K. Beck, E. A. Frankl, Dr. I. Fries, Dr. B. Hirschel, I. Kaufmann, Dr. W. Landau, Ernestine Maien, Dr. M. Rappoport, E. Rößler, K. Sidori und den Herausgebern. Schon die vorläufige Anzeige von der Herausgabg dieses Taschenbuches hat überall den lebhaftesten Anklane gefunden, und der reichhaltige, höchst interessante Inhalt, so wie die prachtvolle äußere Ausstattung desselben werden ihm gewiß viel Freunde und Käufer erwerben. . Portrait des Dr. Gabriel Niesser, in 4. als Zimmerverzierung, Preis 8 Gr.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.