Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 40 (3.10.1840)
- Date
- 1840-10-03
- Page
- Seite 578 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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578 Um einen klaren Ueberblick des Ganzen zu schaffen , wollen wir jetzt eine vollständige chassidische Tagesordnung (ov^ -nv, worüber zur Belehrung das vin -ins iLv dient,) zu skizziren suchen; doch müssen wir hier abermals im Voraus daran erinnern, daß wir den idealen, seinem Prinzipe treuen Chassid vor Augen haben. — Der Chassid erwacht vor dem Beginn der dritten Nachtwache (N1771LSX rri2rt«), welche Zeit der herannahendcn täglichen Verjüngung der Natur und des neuerwachten Lichts und Lebens, auch dem Chassid vermöge seiner Kabbala als eine Zeit der göttlichen Gnade und Wohlgefälligkeit gilt (annm nyiai pi ns>). Hierin ist sie der ersten Nachtwache, d. h. dem hereinbrechenden Abend, „wo der Schlaf, des Todes Bruder, sich auf die lichtberaubte Erde senkt," als eine Zeit des vorwaltenden strengen Gerichts (nitt, ptini,« x?ib3> b:? nmra xrai Sohar) entgegengesetzt. — In den Morgenstunden — sagt der Chassid — ist daher das Studium der Kabbala, das nur unter besonderer Gnade Gottes fruchten und belehren kann"), die geeignetste Beschäftigung. So beginnt er sein 'Tagewerk mit dem Studium des Sohar, und wer diesen nicht versteht, wie es bei der Mehrzahl statt findet, der sagt Sohar oder Tikunim""), — Der mythologische Ursprung ist bei einigen Engelsnamen so unverkennbar, daß alle ihre vergeblichen Herleilungen aus Wersen der heil. Schrift sie nicht bemänteln können, z. B. 2728 Atlas, ll7,i3 Samut, obschon ersterer angeblich in den Anfangsbuchstaben von 276 "ix Tbö rxiaib , und letzterer eben so in nwi» 3i?i "773 21Ü angedeutel waren, oder xö721p'1‘7 brrT 3L3 gleich b3 21722N, offenbar eine korrupte Komposition aus I)eus caniis, ber Gott des Fleisches. Bei ni»pn “SU5 sind ganze Schaacen aufgeführt, und mache ich nur aus den daselbst vorkommenden ETEii Ta (!) sti», der verdächtig scheint, p"1 V'SVJaf'T. Ccrresp. *) Als Remcs: T’Xil'b 'N TiD. C orr. **) Denn schon das bloße Sagen soll rriwib 737071 sein!! — Corr. ifflt inpn oder mstrt wpT oder pä 7^54, wodurch die sonderbarsten Abwechselungen des wehmü» thigsten nationalen Trauerliedes (wie das herzzerreißende targumische xaTp xrix Ta "prrb 7nbö '737) mit den feurigsten erhabensten Hymnen (wie: '737 n:i7ixi-n mix oder '737 "pn aab 'nb.smx), oder dem mysteriösen (xin 2:« 171x7 7dribx nnv pibr> )7ai) seine Empsindungswelt durchströmen. Dieses dauert so bis zu Sonnenaufgang. Nun werden die Vorbereitungen zum Morgengebete durch Tabackrauchen, sinnige Selbstbeschauung (mYnann) und kaltes Baden (nipu rpau) veranstaltet. (l*np7a darf vor keinem Morgengcbete, unter keiner Bedingung, fehlen, trotz unserm p paa, nämlich: 7b:i2 XT”27X '"73!"7banb7 a"pb xnV’atib). Jetzt beginnt das Gebet selbst. Der Chassid geräth plötzlich in Extase (r77aTbnn), die sich in Verrenkungen und Konvulsionen jedes Gliedes am Körper äußert, bis er sich zur Erschöpfung abgearbcitet hat, weil er mit Aufopferung seiner selbst (aain r>“»37i) beten muß *). — Nach vollendetem, angestrengtem Beten, das einige Stunden währt, winkt im beliebten Tikun-Trunk eine angenehme Erholung, und der Tag ist noch nicht da gewesen, wo nicht wenigstens Einer aus ihrer Mitte einen Tikun schuldete, weil ja alle Ereignisse des Lebens beim Chassid erst durch jenen — den pvi 373 — ihre höhere Weihe erhalten, und durch den dabei, von einem Händedruck begleiteten, zugesprochenen Vivat (aiinb) gewissermaßen eingesegnet, und so gegen alle Einmischung der bösen (na»bp) Dämonen beschützt werden. Kann doch selbst das Andenken an Acltern und Verwandte an ihrem wiedergekehrten Sterbetage nur durch einen großen Tikun-Schmaus würdig gefeiert werden (weil dadurch die Seelen der Verstorbenen die größte Erhebung — irb? — bekommen.) — *) *|aab bsa ‘■p.ibx 'n m ranx7 "7717x133 13771 X7N1Ü 72b3 1773» "p7X71 b337 "sWLl b337 — (ml773) v'7lw aw a-jpb 331 bsa 17177,17 jedenfalls eine erhaben« Idee. Corr.