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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-10-03 · Heft 40 (3.10.1840) · p. Seite 577

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 40 (3.10.1840)
Date
1840-10-03
Page
Seite 577 (sequence 13)
Language
German
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577 regten Bestrebungen eine fortwährende Unterstützung für alle Zeiten gesichert. Theologie. Der Chassidismus Ln Polen von Julius Mareussou B . .. . . (Dritter Artikel.) (Fortsetzung.) Wir kommen zum Gebete der Chassidim selbst. — Der chassidische Ritus (sogenannter tibö nau, s. über denselben Näheres im Anhang zu diesem Artikel,) weicht vom nicht-chaffidischen (nam nou) in vielen Beziehungen ab, theils durch Veränderung einzelner Ausdrücke, theils durch eine mystische Umordnung der Gebete, endlich durch Bereicherung mit jüngst verfaßten kabbalistischen Gebetformeln. Zn vielen rituellen Vorschriften halten sie sich an die spanische Schule (navv awa, z. B. die Einschaltung von N'N'wv iT3p“nB hasn im Kadisch, wie es im Maimuni vorkömmt, die Abschaffung vieler Pijutim der Aschkenasim u. a. m.), weshalb sie sich auch Sefardim zu nennen belieben, obschon jene aufgeklärten Herren mit dm chaffidischen Finsterlingen nicht das Geringste gemein haben. — Die neuere Abfassung des chaffidischen Gebetbuches (nnv) basirt auf der kabbalistischen Theorie der vier Olemot (ttir-D, mbrs:«), so daß jedem Olam ein eigener Theil des Morgengebetes entspricht, von dem er seine Thikkunim zu empfangen hat. Der Kabbalist durchkreiset auf diese Weise während seines Gebetes im Geiste alle Regionen des Weltalls. Mit dem Lobe der Gottheit (nrau:) als Vorsehung der Körperwelt (riiabu) in den man os sub i-üman vbis beginnend, schreitet er immer vorwärts durch alle Himmel bis zu jenen höchsten Höhen, wo er im Einklänge mit den nie verhallenden Engelchören dem Unendlichen, Ensof, als Herrn der Geisteswelt seine Huldigung darbringt (mbrsiin -inan jna namp). Von hier kehrt er in den Gebeten für irdisches Glück zur Erde zurück, welches geistige Herabsteigen im Akte der Tachnun (trss* nb^ss), wo man auf's Antlitz fällt, versinnlicht wird. — Man sieht, wie auch hier manche unbedeutende talmudische Zeremonie, durch Hinzutritt der Kabbala, die größte Bedeutung gewonnen hat. Der Chassidismus wurde seinerseits zum Organisiren des Gebetwesens nur durch die Konsequenz^ seines theokosmischen Systems geführt. Denn da das als organisch gedachte Weltall, wie jeder Organismus, aus mannichsaltigen, hinsichtlich ihrer Lebensdignität von einander verschiedenen Organen und Gliedern zusammengesetzt ist; so mußte auch das Gebet als Nahrungsmittel des Universums (materia nutritionis, iopnsn Nmbaa pra sab*, Svhar), diesem korrespondirend, ebenfalls ein organisch gegliedertes Ganzes darstellen, um jedem Theile des Weltalls seine ihm angemessne Nahrung zuzuführen und von ihm assimilirt zu werden. — Allerdings bleibt diese Auffassung, abgesehen von seiner Sonderbarkeit, dem monotheistischen Judenthume sehr anstößig; gewiß würde sie Maimuni als einen Weg zum Götzendienste bezeichnen (nisto sprvmn rrnay Hilch. tTiai', b&W’ sab), weil sie ihr Gebet nicht zu Gott, dem alleinigen Schöpfer der Welt wenden, sondern es zum emanirenden Ensof erst durch Vermittelung anderer Wesen (nämlich der Sefirot und Midot, die in jedem Olam residiren), darzubrin» gen wagen"). *) Die Namen der vermittelnden Engel sind oft Legion; so hat im großen Haltet jeder Bers seinen Engel, der ihn in den höchsten Himmelsräumcn ausposaunt, selbst der niainn *fb» pt-pöb erfreuet sich der besonder» Aufmerksamkeit eines eigens für ihn bestimmten Engels.

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