Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 40 (3.10.1840)
- Date
- 1840-10-03
- Page
- Seite 568 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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568 Daß Ew. Hoheit uns außerdem die Mittel, diese Auskunft zu erlangen, erleichtern möge, so wie freies Geleit gewähren, für die zu unsrer Mission gehörigen Personen, völlige Sicherheit, für Alle Parteien, die Nachweisungcn erlheilen, die Erlaubniß, die Gefangenen so oft wie nöthig zu sprechen und zu befragen, und daß Ew. Hoheit Autorität und Erlaubniß durch einen besondern, in hiesigen Archiven eingetragenen, amtlich dem Gouverneur von Damaskus zuzusenden und dort öffentlich in den Straßen auszurufenden Firman in Anwendung gebracht werde. Es sei uns erlaubt hinzuzufügen, daß die Augen von ganz Europa aus Ew. Hoheit gerichtet sind, und daß die Gewährung unseres Gesuchs der gcsammten civilisirten Welt erfreulich sein wird. Es ist bekannt, daß der Fürst, der so vielen Ruhm erlangt hat, die Gerechtigkeit noch höher schätzt. Es ist eine Huldigung Ihres Genies, Ihrer Wahrheitsliebe, Ihrer Gerechtigkeitsliebe, die diese Deputation von allen Israeliten der Erde veranlaßt hat, mit Vertrauen an Ew. Hoheit zu appelliren, im Bewußtsein, daß diese Appellation nicht vergeblich sein kann. Alexandrien, 4. August 1840. Mose Montefiorc. Magdeburg, 21. Sept. (Privatmitth.) Obgleich diese Tage das Frankfurter Journal eine kurze Nachricht von der Freilassung der zu Damaskus noch gefangen gehaltenen Juden enthielt, die durch Montesiore und Crömieux bewirkt worden, so schenken wir dieser doch wenig Glauben, und die in voriger Nummer gegebenen Nachrichten, so wie die Berichte Montesiore's lassen uns durchaus nickt zu dieser Freude kommen. Wir wollen heute nicht wieder auf eine Besprechung dieser Angelegenheit zurückkommen, sondern nur einige Blicke aus einen Art. der Augsburger Allg. Zeit, werfen, der in der Beilage No. 257 aus Damaskus von demselben französischen Berichterstatter, der schon mehrere perfide Artikel geliefert, Platz fand. Derselbe, freilich die Thatsache der angewandten Foltern nicht ableugnend, weil er es nicht vermag, sucht die Sache dadurch in schlimmem Lichte erscheinen zu lassen, daß er Bestechungsversuche der Juden, um die Freisprechung ihrer Glaubensgenossen zu bewirken, denunciirt. Dadurch will er einer Seits zeigen, daß der franz. Konsul nicht aus habsüchtigen Zwecken die Juden verfolgt habe, und daß die Juden schuldig sein müssen , da sie zu solchen Mitteln greifen. Wir können von hier aus nicht mit Bestimmtheit beurtheilen, wie weit seinen Angaben Wahrheit einwohne. Hinlänglich aber verräth er seine völlige Unzuverlässigkeit, indem er am Ende hinzufügt, die Herren Montesiore und Cremieux würden in Damaskus erwartet, ebenfalls mit großen Summen versehen, zu welchen Zwecken, könne man errathen! So verräth sich der Lügner immer selbst, indem er seinen Trug auf die Spitze treibt. Die ganze Verfahrungsweise dieser hochstehenden Männer liegt zu klar vor Aller Augen, alsdaß nicht jede Verdächtigung sofort auf den Urheber zurücksiele. Aber überklar geht aus allem Diesem die Schlechtigkeit der französischen Sache hierin hervor. Denn wer durch solche Bemühungen, die Meinung der Menschen irre zu führen, sich vertheidigen will, zu gleicher Zeit aber jede öffentliche Untersuchung zurückweist und zu Hintertreiben sucht —-der steht in seiner Blöße vor .der Welt da. Noch mehr, der Herr verräth seinen Klienten ganz und gar, indem er zeigt, wie der französische Konsul schon den Versuch, daß eine Untersuchung von Seiten der übrigen Konsuln gestattet würde, hintertrieben, und eine Note Thiers' dazu erwirkte. Um wie viel weniger wird er eine Untersuchung durch Montesiore und Crömieux zulassen. Er flüchtet sich dahinter, daß die Sache nur vor den französischen Konsul als Kläger und die Lokalbehörde als Richter gehöre, und Thiers will keine andere Einmischung dulden! — Nun gut. Die Weltgeschichte ist das Weltgericht. Mögen auch die einzelnen Unglücklichen enden. Die Nemesis endet nicht, sondern schreitet sicher. Der französische Einfluß in der Levante geht seinem Ende zu, und dann ist auch noch ein Tag! Schweden. Stockholm, 8. Sept. (Privatmitth.) Nicht ganz unangenehm wird Ihnen vielleicht eine kurze » Schilderung des Zustandes Ihrer Glaubensgenossen im fernen Norden sein, und deshalb erlaube ich mir, Ihnen folgende Zeilen zu übersenden. Weder .Partheilichkeit noch Nebenabsicht lassen mich die Feder ergreifen, sondern nur wahres Interesse für's Judenthum im Allgemeinen macht es mir zur angenehmen Pflicht, auch von hier aus einen kleinen Beitrag zur