Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 40 (3.10.1840)
- Date
- 1840-10-03
- Page
- Seite 567 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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567 Ich hoffe noch, sie wird günstig sein; indeß müssen wir uns auch auf das Gegentheil gefaßt machen, und ich ersuche daher das Comitö, sofort nach Empfang dieses Schreibens Lord Palmerston zu sehen, ihm den Stand der Sache zu schildern und ihn nicht zu verlassen, bis er verspricht, an Herrn Thiers zu schreiben und diesen zu veranlassen, seinen Consul dort zu instruiren, unsere Mission aus allen Kräften zu befördern. Ich bin überzeugt, daß gar keine Schwierigkeit Statt finden würde, wenn der hiesige französische sich den übrigen Consuln anschlösse; und fühle daß in Paris durch Lord Palmerstons Einwirkung auf Thiers eben so viel geschehen kann, als in Alexandria, da das französische Interesse unser m Begehren entgegen ist. Herr Crömieur hat, da der Pascha so schnell abreisen will, eine Audienz nachgesucht und auch eine erlangt, aber nicht durch seinen Eonsul. Er ward gestern Abend vorgestellt, und machte dieselbe Vorstellung als wir. Ich bin ic. Dritter Brief. Von demselben Tage 10 Uhr. Seit ich meine letzten Briefe dem Capitain des französischen Dampfschiffs gebracht habe, erhalte ich (durch Hrn. Maupergo) eine Botschaft von Herrn Laurin, welcher zufällig bei meiner gestrigen Unterredung mit anwesend war und nach meinem Abgang noch bei Sr. Hoheit blieb — daß Se. Hoheit ihm, Hrn. L., erklärt habe, er habe über den Gegenstand meines Gesuchs nachgedacht, und daß, wenn er es bei weiterem Nachdenken recht finden würde, eine neue Untersuchung zu bewilligen, diese in Gegenwart der Mission Statt finden solle. Geschehe sie in Damaskus, so würde er mich bevollmächtigen, dahin zu gehen und den etwanigen neuen Zeugen freies Geleit geben. Wenn aber diese Zeugen die Unschuld der Juden nicht beweisen könnten, sie als schuldig betrachtet werden müßten. Er habe auch darüber nachgedacht, ob es nützlicher sei, die Untersuche hier oder in Damaskus zu halten. Er zöge das Letztere vor wegen der Unkosten, um die Zeugen hieher zu bringen, und des Aufenthalts, wenn etwa in währender Instruction, noch weitere Zeugen Herbeigeschaht werden müßten. Ich schöpfe hieraus einige Hoffnung, daß der Allmächtige unsere Anstrengungen krönen wird. Hr.! Briggs, welcher gestern Abend von Damaskus und Syrien zurückkam, versicherte mich, der Pascha wolle Gerechtigkeit ergehen lassen, und fange nun an, etwas freudiger auf die Erfüllung meiner Wünsche zu blicken. Dennoch bitte ich, daß unsere Freunde in England und Frankreich in ihren Anstrengungen nicht ermüden. Ich bin rc. Uebersetzung der dem Vicekönig von Aegypten übergebenen Adresse. Möge cs Ew. Hoheit gefallen ic. rc. Nachdem wir in Europa von den gegen einige zu Ew. Hoheit Unterthanen gehörige Juden in Damaskus ergangenen Beschuldigungen gehört, so wie von den ihnen angethanen Martern und Qualen, um Bekenntnisse von ihnen zu erzwingen, und da wir wissen, daß unsere Religion das Verbrechen, dessen man sie beschuldigt, nicht nur nicht sanckionirt, sondern uns auch lehrt, den Gebrauch des Bluts auf's Acußerste zu verabscheuen, sind wir von unfern Glaubensgenossen in Europa abgesandt worden, um bei Ew. Hoheit um Gerechtigkeit zu bitten. Mit dem größten Vergnügen haben wir erfahren, daß Ew. Hoheit, sobald Sie von den angewandten Foltern unterrichtet waren, sofort Befehle gaben, solche einzustellen. Wir kommen daher mit der sichersten Ueberzcugung, daß Ew. Hoheit, so hochberühmt in Europa wegen Ihrer Tapferkeit im Felde, Ihrer Weisheit im Nathe und Ihrer Duldsamkeit gegen alle guten Unterthanen ohne Unterschied, mit Ihrer gewohnten Güte unser Gesuch gewähren wird. Wir kommen ohne Haß, ohne Leidenschaft, lediglich mit dem aufrichtigen Begehren, die Wahrheit an's Licht zu bringen. Dennoch ergeht unsere Bitte an Ew. Hoheit, uns die Befugniß zu crtheilen, nach Damaskus zu gehen, dort solche Untersuchungen anzustellen, die zur Erlangung hinlänglicher Evidenz in Betreff derjenigen Anschuldigungen, welche die gesummte jüdische Bevölkerung jener Stadt in bisher unerhörte Leiden gebracht haben, leiten können, und daß das Ergebniß solcher Untersuchung amtlich von dem Gouverneur von Damaskus bestätigt und Ew. Hoheit vorgelegt werde.