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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-10-03 · Heft 40 (3.10.1840) · p. Seite 566

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 40 (3.10.1840)
Date
1840-10-03
Page
Seite 566 (sequence 2)
Language
German
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566 Wartung, um meine Depeschen von Lord Palmerston zu überreichen, und ihn zu ersuchen, eine Audienz, um mich dem Pascha vorzustellen, zu bewirken. — Hierauf besuchte ich die übrigen Consuln, und erhielt von ihnen (mit Ausnahme des Französischen) insgesammt die Versichrung, meine Mission unterstützen zu wollen. Dienstag Abends erhielt ich die Anzeige von Col. Hodges^ daß Se. Hoheit mich und meine Gefährten am nächsten Morgen um 6 Uhr empfangen würde. Ich verfügte mich zur bestimmten Stunde in den Pallast, und ward nebst Herrn Wire, Di-. Madden und Di. Löwe Sr. Hoheit vorgestellt. Ich ward aufgefordert, mein Ansuchen zu verlesen, und am Dienstag Abend ward mit Hülfe des Hrn. Crömieux die Adresse abgefaßt, wovon eine Abschrift einliegend folgt. Wir waren darin einig, es nicht für rathsam zu halten, eine neue Untersuchung zu verlangen, sondern bloß allgemeine Ausdrücke zu wählen, die Niemanden implicirten; jedoch genügende Vollmacht zu erlangen, um die Nachforschung auf's Aeußerste zu treiben, da wir keinen Augenblick zweifelten, solche Auskunft herbeizuführen, die zu einer vollkommnern Rechtfertigung unserer leidenden Brüder leiten müßten. Mit Bedauern muß ich berichten, daß der Pascha nach Verlesung der Adresse bloß sagte, er würde sie übersetzen lassen, darüber Nachdenken und mich am Freitag wieder sprechen. Vergeblich bemühte ich mich nebst dem Col. Hodges die Unterhaltung über diesen Gegenstand sortzusetzen; sie ward fortwährend auf andere Dinge geleitet, und ich konnte nichts erlangen, als die obige Zusicherung. Ich las die Adresse in englischer Sprache vor, und übergab dann zwei Copien, eine englische und eine französische. Es scheint die Absicht des Pascha's zu sein, zu zögern, und jetzt keine Antwort zu ertheilen. Die verwickelten Verhältnisse zwischen Sr. Hoheit und der Pforte, die jüngste Jnsurrection in Syrien, das fortwährende Kommen und Gehen der Dampfschiffe von den verschiedenen europäischen Regierungen, und die Spannung, mit der er das Ultimatum der fünf Mächte, von welchem man hier glaubt, daß eS einem Theil der Absichten des Pascha's entgegen sein wird, erwartet, verzögern jedes andere Geschäft und dürften wol eine Zeitlang die Erlangung unserer Wünsche Hinhalten. Der hiesige französische Consul hat uns versichert, daß jede Untersuchung, die wir anstellen würden, die Moralität des franz. Consuls in Damaskus rechtfertigen würde, worauf wir erwiederten, daß, wenn demso wäre, er keinen Grund hätte sich unserm Begehren zu widersetzen. Er bemerkte, daß er auf dem Befehl seiner Regierung eine Person ausgesandt, um die Wahrheit der gegen Herrn R'atti de Menton vorgebrachten Beschuldigung zu untersuchen, und deren Bericht erwarte. Leider ist Herr Crömieur durch seinen Consul noch nicht dem Pascha vorgestellt, und nach Allem glaube ich nicht, daß es vor meiner Morgenden Audienz geschehen wird. Weit besser wäre es gewesen, wenn wir beide zugleich bei seiner Hoheit eingeführt worden wären. Jndeß läßt sich auch dieser Umstand auf's Beste anwenden und uns beiden öftere Gelegenheiten darbieten, die Sache Sr. Hoheit an's Herz zu legen, als wenn wir zusammen da gewesen wären. Das Comitö wird wissen wollen, ob ich entmuthigt bin. Nein, antworte ich. So wie Schwierigkeiten auftauchen, fühle ich größern Drang, sie zu überwinden, und der Grund, warum ich jeden Aufschub bedaure, ist, daß man hier der Meinung ist, daß, wenn die Untersuchung nicht unverzüglich fortgesetzt wird, die vier jetzt gefangenen Unglücklichen hingerichtet werden, ehe ich die Befugniß erhalte, einzujchreiten. Möge der barmherzige Gott ein so schreckliches Unglück abwenden, und zur rechten Zeit unsere Gebete erhören, daß die Wahrheit an's Licht gebracht wird. Ich bin re. P. 8. Es war auf den Rath des Col. Hodges, daß ich den Pascha so früh als möglich besuchte, und derselbe mir seine Antwort auf nächsten Freitag versprach. Zweiter Brief. Alexandrien, 7. Aug. 1840. 5 Uhr. Seit meinem gestrigen Schreiben erfuhr ich, der Pascha beabsichtige, diese Stadt auf einige Tage zu verlassen, und zwar diesen Morgen sehr früh, und da derselbe mir diesen Tag anberaumt hatte, so hielt ich es für zweckmäßig, ihm noch gestern Abend aufzuwarten. Ich ward auf's gnädigste empfangen. Se. Hobeit sagte auf mein Ansuchen um eine Antwort, daß er bloß auf eine Woche verreise, und mich bei seiner Zurückkunst wieder sehen und eine Antwort ertheilen wolle.

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