Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-09-26 · Heft 39 (26.9.1840) · p. Seite 557

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 39 (26.9.1840)
Date
1840-09-26
Page
Seite 557 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3224737-3225119-3225159--03003-3312518
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

557 widerlegt, und am Ende ihnen selbst zu überlassen und auszubaden. *) Oesterreich. Pesth, 6. Sept. (Privatmitth.) Der ungarische Bibelübersetzer, Herr Bloch, von dem bereits mehrere Male in diesen Bl. die Rede war, ist heute einstimmig von der gelehrten Gesellschaft Ungarn's, die jetzt hier ihre Sitzungen halt, zum Mitgliede erwählt worden. Wir brauchen wol über diesen Beweis der Anerkennung kein Wort der Kommentirung hinzufügen. Literarische Nachrichten. Magdeburg, 14. September. Angekommen: Worte der Liebe und des Trostes, gesprochen zur Gedächtnißfeier ff. Friedrich Wrlhelm Hl. ff. in der Synagoge zu Essen von S. L. Liepmannssohn. Dortmund, 1840. Enthalt sowol die Beschreibung des ganzen Gottesdienstes, als auch die Predigt, die, gut vorgetragen, nicht ohne Wirkung sein mußte. Der Ausdruck ist nicht überall correkt; die ersten orei Theile unbedeutend ausgesührt. — Predigt, gehalten in der Synagoge zu Glückstadt, am Krönungstage Sr. Majestät Ehnstian's VH!, ff., am 28. Juni 1840 von Dr. Heilbut, Rab. Kiel, 1840. Der Redner hat den Krönungstag seines Königs als Gelegenheit benutzt, die Emancipation der tiefgedrückten holsteinischen Israeliten zu besprechen. Wir am wenigsten wollen darüber mit ihm rechten, denn das Herz fließt über, wessen es voll ist; obgleich die Einkleidung etwas feiner hatte sein sollen. Der Vers, hat die rhetorische Schwerschäligkeit der ersten Jahre noch nicht durchbrochen, und Anordnung wie Sprache ist noch nicht genügend. Um so mehr vereinen wir uns mit ihm in seinen Wünschen für unsre leidenden Brüder. — Predigten auf Veranlassung des Regierungswechsels in Dänemark, gehalten von Dr. A. A. Wolfs. Kopenhagen, 1840. Von den vier Predigten, die dieses Heft enthält, sind die ersten beiden schon einzeln ausgegeben, und in No. 21 besprochen worven. Die beiden letzten, am Sonntage nach der silbernen Hochzeit des königl. Paares, und am Sonn, vor der Krönungsfeier, behandeln ihren besondern Inhalt auf c) Bei dieser Gelegenheit erlaubt sich der Unterzeichnete zu bemerken, daß das Gegenstück solcher intoleranten Schulbehörden der das Schulwesen der Stadt Magdeburg leitende Herr Schulrath Gerl off ist, der in allen solchen Angelegenheiten bezüglichen Aufschluß von uns verlangt, und danach verfügt. Redakt. ' eine ausgezeichnete Weife, im Geiste der klarsten, edelsten Frömmigkeit, in der selbstbewußtesten Anschauung. Sieht man den frommen Denker aus jedem Satze, so schließt sich das Ganze in sinniger Gemüthlichkeit zusammen. Die erstere ist über Ps. 21, 2—8, die zweite über den gegebenen Text 1 Sam. 16, 4. 5. 13. — Gottesdienstliche Vorträge von Dr. Sam. Holdheim, Gcoßh. M. Schwer. Landesrabb. Heft 111. Leipzig, 1840. Der Vers, dieser Predigten ist unter den israel. Theologen neuerer Zeit gewiß einer der für ihre heilige Sache begeistertsten, und für das Wohl seiner Glaubensgenossen beseeltesten. Auch spricht sich in ihnen allen ein sehr gesunder Sinn aus, der überall den Geist wecken, und die religiöse Betrachtung für seine Zuhörer an's Licht ziehen will. Allerdings haben sie keine künstlerische Vollendung, die Sprache ist durch gedehnten Peciodenbau, der der Abwechselung ermangelt, durch Mangel an Bilderreichthum, und oft durch zu scharfe Abstraktion, weniger rhetorisch geformt, und entbehrt der Eindringlichkeit und Verständlichkeit; so z. B. ist der dritte Vortrag (XVI.) zur Jubelfeier des vorigen rh gewiß für den Hörerkreis einer Synagoge gänzlich unverständlich. Allein was als ein Verdienst dieser Vortrage gerühmt werden muß, ist, daß überall auf wirkliche Zustande Jsrael's Rücksicht genommen, über dieselben freimürhig gesprochen, und kräftigst auf alles Gute angeleitet wird. Die erste Predigt, am vorigen Geburtstage unsres verstorbenen Königs, hat einige Schwachen, da sie manchmal zu panegyrisch gehalten ist, in I. über die verkannte Sittlichkeit Israels gesprochen wird, nicht aber, und das war der Zweck, wie diese des Königs Liebe erworben^ In 111. heißt es, daß unserer Religion volle Freiheit geworden-. Der zweite Vortrag „der rechte Eifer für Gott" enthalt viel Gutes und Gutgesagtes, doch hatte der größte Theil von I. schon in die Einleitung gehört. Während in der vierten Rede in I. die verschiedenen Zweige der irdischen Thätigkeit des Menschen ausführlich besprochen werden, handelt 1l. die göttliche d. h. religiös-geistige nur sehr vage ab, und überlaßt hier die praktischen Fingerzeige dem Hörer. „Die Tempelweihe/' an welchem Vorträge die Einleitung allzulang ist, ist trefflichst geordnet, indem vom Tempel im Herzen, zum Tempel im Hause, und dann zum Tempel im Gotteshause sinnig übergegangen wird. Der letzte Vortrag „die vier Perioden des menschlichen Lebens" leidet durchaus an Gezwungenheit des zu Grunde gelegten Vergleichs. Wir müssen gestehen, daß wir dem Verf. bei seinem reichen Geiste und regen Sinne nur noch mehr Ausbildung und schärfere Fassung .der homiletischen Kunst wünschen, da ja gerade die Predigt das.! Gebiet ist, wo das Gutgedachte auch gut ausgesprochen werden muß, wenn es seine Wirkung haben soll. Das Hinreißende, Ueberwaltigende, Herzliche fehlt diesen Vorträgen noch. —

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.