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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-09-26 · Heft 39 (26.9.1840) · p. Seite 555

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 39 (26.9.1840)
Date
1840-09-26
Page
Seite 555 (sequence 3)
Language
German
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555 zu sein scheinen, die Juden überall vermeiden sollten. Neda kt.) Deutschland. Dresden, 6. Sept. (Privatmitth.) Auf die von einem Correspondenten aus Kopenhagen in No. 36. d. A. Z. d. I. gegen einige Ausdrücke in der Mittheilung über den Gottesdienst am Wochenfeste in der neuen Synagoge zu Dresden enthaltene Rüge müssen wir nur so viel erwiedern, daß es keineswegs in unsrer Absicht lag, Herrn Dr. A. A. Wolfs in Kopenhagen — den wir persönlich hochschätzen — oder sonst einem der würdigen Männer, welche an der Spitze der dort benannten Gemeinden stehen, irgend zu nahe zu treten, oder ihre Verdienste um Verbesserung des Cultus zu verkleinern. Wer den beregten Aufsatz richtig würdigt, wird wol einsehen, daß darin nicht von Personen, sondern von Verhältnissen die Rede ist. Letztere haben sich nun aber — wie unsre Ueberzeugung noch ist — nirgend so wie in Dresden gestaltet, daß die neue Einrichtung nicht nur ohne Widerspruch der Alten vorgenommen werden konnte, sondern daß Mehrere derselben sogar bedeutende Geldopfer hierzu brachten und dem (auch in der Liturgie für Wochen- Fast- und Selichottage) veredelten Cultus mit Liebe und Theilnahme beiwohnen. — Wol kennen wir die von Herrn Dr. Wolff verfaßte, in ihren Hauptpunkten vortreffliche Agende, mußten aber eben daraus ersehen, mit welchen Schwierigkeiten er zu kämpfen hatte, da es ihm nicht ganz gelang, die Liturgie für Wochen- und Fasttage (wo alle Selichot rc. wegen der Alten unverändert blieben) mit der für die 3 Feste (wo man in Rücksicht auf die Neueren alle Piutim wegließ) in gehörige Harmonie zu bringen; dieses vermochte die von uns bloß hypothetisch ausgestellte Ansicht, „daß dir Reform von den Neueren (nicht „Neuerern;" das 2. r war Schreib- oder Druckfehler) ausgegangen sein mögen" nur zu bestätigen. Alles Andre übergehen wir, hoffend, daß unsre Angaben ihre Rechtfertigung immer mehr in sich selbst finden werden und schließen mit dem Wunsche, daß dieser edle Wettkampf zwischen zwei des Guten in ihrer Mitte sich wolbewußten Gemeinden hiermit aufs friedlichste ausgeglichen sein möge! — Hamburg, 8. Sept. (Privatmitth.) Am letzten Sabbat trat unser neuer Prediger, Rabbine. Dr. Frankfurter, sein Amt am hiesigen neuen israelitischen Tempel an. Er wurde am Freitag Abend beim Beginn des Gottesdienstes von der gesammten Verwaltung eingeführt und vor dem Kiddusch von dem älteren Prediger, Herrn Dr. Salomon, in einer kunstreichen Rede haranguirt, die er einfach und männlich beantwortete, worauf einige zu diesem Aktus gedichtete Lieder ihn schlossen. Am andern Morgen hielt er seine Antrittspredigt über Ezechiel 3. 18 und zwar speciell über das Wort nsiL, Wächter, indem er über die Obliegenheiten eines jetzigen Wächters in Israel sprach. Bei dieser Gelegenheit sprach er sich direkt gegen die Auslegung seiner früheren Probepredigt (wol besonders in dem Aussatz No. 21 dieser Zeitung) verwahrte und namentlich die ihm unterlegte Ansicht, die historische Basis und Evolution bei einem positiven Religionssystem für entbehrlich zu halten, abwies. Der heutige Wächter in Israel habe genau nach allen Formationen zu blicken und das Todte von dem Lebendigen zu sonden, das "sei seine Aufgabe, bei der er aber nicht vergessen dürfe, daß er nicht für Eine Gemeinde und auch nicht für Ein Jahrhundert allein arbeite. Diese Ansichten, gewiß die einzigen die das Judenthum erhalten können, fanden die verdiente allgemeine Anerkennung. Was das Formelle der Predigt, Styl und Vortrag betrifft, so waren sie im höchsten Grade ausgezeichnet und leisteten alles, was eine klassische Bildung h«i den glücklichsten Naturgaben Hervorbringen kann. Dieser Prediger ist im Besitz eines sehr sonoren tiefen Organs, das er nie forciren darf und vielmehr mit der durchdachtesten und doch ungezwungensten Methode zu mäßigen versteht; dabei eines so glücklichen Gedächtnisses, daß er ohne das geringste Elatt vor Augen zu haben, seinen Vortrag ohne allen Anstoß von Anfang bis zu Ende forlsetzt. So erfreut sich unser Tempelinstitut gegenwärtig zweier Redner, die zu den ausgezeichnetsten Deutschlands gehören und wir hoffen dasselbe den neuen wohlthärigen Impuls auf das erfolgreichste fortsetzen zu sehen. Leipzig, 14. Sept. Die Kreisdirektion von Zwickau, im Königreiche Sachsen, macht bekannt, daß vom 1. Januar 1841 wieder an, kein fremder Jude (also gar keiner?) daselbst in Wolle, Leder, Fellen Geschäfte machen dürfe, oder fortgewiesen würde. (Wird also die sächsisch-»zwickauer Kreisbe-

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