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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-09-19 · Heft 38 (19.9.1840) · p. Seite 540

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 38 (19.9.1840)
Date
1840-09-19
Page
Seite 540 (sequence 4)
Language
German
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340 trifft, so sind das deutsche Phrasen. Woher kommt cs denn, daß sie alle bettelarm sind, wenn sie die Bauern aussaugen? Geschieht dies aber ja durch Juden, besonders im Oberelsaß — die pnterelsasser Juden fürchten die oberelsafser als Spitzbuben — so sein Sie versichert, daß Notarius, Huifsier und Friedensrichter mit unter der Decke sind und daß diese den Rahm oben abschöpfen; ja sehr oft geht die ganze Sache von Paris aus. Es wäre viel zu bessern an den elsaffer Juden, aber ich bitte die Deutschen, die ja wieder Hoffnung auf das Elsaß haben, ihnen eher zu schmeicheln als wegwerfend von ihnen zu sprechen. Denn eben diese sind es, die bei^dem Gedanken, Deutsche zu werden, zusammcnschrecken und lieber sterben würden; und eben diese sind es, die beständig mit den Bauekn leben und deren Gesinnungen anfeuern, was ihnen nicht zu verdenken ist. Noch mehr, der elsaffer Jude haßt den deutschen Juden aus ganzer Seeles und dieser wird immer das Wort Deutscher als Scheltwort hören müssen. Im Elsaß wohnen aber fast in jedem Dorfe Juden, und dreist kann man behaupten, daß überall, wo sie wohnen, die Christen auch Juden sind. Im Unterelsaß sind sie sehr geliebt; nur im Oberelsaß haßt man sie, und sie vergelten dies reichlich wieder. Denn unterwürfig ist der elsaffer Jude gar nichts erstens lebt er nicht in Städten, sondern in Dörfern und Wäldern, und zweitens ist er von dem Gefühle der Freiheit um so mehr durchdrungen, da er keine künstliche Bildungsstufe hat. Nur die Stadtjuden sind, wie überall alle Stadfhandelsleute, kriechend und schmeichelnd. Sonderbar! Gerade der Jude aber pstegt im Elsaß das Deutsche. Erkläre das wer wolle, ich habe immer dafür meinen Verstand zu kurz gefunden.' Zuerst spricht der Jude schon besser Deutsch, wenigstens spricht er die Doppellaute richtig aus, ' während der Elsaffer aus dem ei i, aus dem eu ü und aus dem au u macht. Dann trifft man nur bei Juden Lessing und Schiller; ich kenne Jüdinnen im Elsaß, die das Bischen Bildung, was sie haben, blos diesen Männern verdanken, die kein Wort Französisch verstehen und dennoch aus der Tiefe des Herzens Deutschland Haffen. Aus solche Widersprüche stößt man im Elsaß jeden Tag. Ich hielt mich einmal acht Tage in Hatten, einem Dorf unweit Weistenburg, auf, wo ein deutscher Jude, der ein elsaffer Mädchen verleitete, von den dortigen Juden so zerschlagen wurde, daß er vierzehn Tage darauf starb; kein Mensch bekümmerte sich darum, die Missethäter anzuklagen. Ich warf dies dem Maire des Dorfes vor, und er erwiderte mir buchstäblich mit folgenden Worten: ,,Was wolle se mache? Es isch halt a Dütscher!" Der Jude lebt gut mit dem Protestanten, weil sie beiderseitig etwas von der Bibel verstehen, die der protestantische Bauer kaum lesen kann, obschon er sie schön einbinden laßt; er lebt gut mit dem Katholiken, weil dieser ihn lieber hat als den Protestanten. Wie weit jedoch die Katholiken im Elsaß zurück sind, beweist der Umstand, daß ein Cantonsarzt Namens Lyen, der in Sulz sous Forsts war und als Jude den Versöhnungstag nicht hielt, nach einem andern Canton versetzt werden mußte, weil die Katholiken darum petitionirten und behaupteten, ihre kranken Seelen nicht einem Manne vertrauen zu können, der gar nichts von seiner Religion halte. Jndeß sind die Juden in Dörfern, wo lauter Katholiken wohnen, nicht sehr beliebt, denn nirgend ist der Fanatismus größer als im Elsaß, und nur die Regierung steht ihm im Wege. Deswegen sind auch die elsaffer Juden durchaus Philippisten, die Katholiken sehr oft Karlisten, die Protestanten aber alle Republikaner und Deutschthümler.^ Deutschland. Altona, Ende Augusts. (Privatmitth.) Die Anwesenheit des Königs in unserer Stadt ging auch für die mosaischen Bewohner derselben nicht spurlos vorüber; es wurden dadurch freudige Hoffnungen und eine gewisse Zuversicht neben den andern Konfessionen erweckt, da wir Mosaiten uns ebenfalls der Gnade des Königs zu erfreuen hatten. Schon beim Empfange an der Stadtgränze, wo der Magistrat und die geistlichen Behörden versammelt waren, war auch unser würdiger Oberrabbine, Herr Jacob Ettlinger, dazu eingeladen, gegenwärtig, wie auch bei der gleich darauf stattfindenden allgemeinen Empfangs- Cour in der Wohnung detz Königs. Als der König mehrere hiesigen Kirchen besuchte, ließ er sich auch in der Synagoge zu einem Besuche ansagen, und wurde daselbst von dem Oberrabbinen und dem Vorstande empfangen. Der erster« überreichte Seiner Majestät seine am Krönungstage gehaltene Predigt über die Embleme des Königthums, Krone, Scepter, Reichs-

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