Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 37 (12.9.1840)
- Date
- 1840-09-12
- Page
- Seite 535 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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535 er, er der, wie eS. aus seinem Aufsätze hervorgeht, es woL im Studium des Hebräischen nicht über die Abwandlung des Katat gebracht hat. Eisenmenger und Consorten haben nur wirklich vorhandene Stellen aus ihrem Zusammenhangs herausgerissen, haben diese Stellen verdreht, verrenkt, aber sie waren doch vorhanden; Herr Gasparich aber schmiedet sich neue Citate, die nirgends weiter als in seinem vom schwärzesten Judenhaß verdüsterten Gehirn existiren. Zwar können diese Anfeindungen der guten Sache nichts schaden; wo Kampf ist, ist Sieg, und Ln den Kämpfen der intellektuellen Welt verhält es sich anders, wie in den der materiellen. In der intellektuellen Welt muß die Wahrheit früher, oder spater (riumphiren; aber das ist das Traurige dabei, daß der Kampf verlängert, und der Sieg durch das, Caluuiniare audacter, seiuper ali(juid haeret erschwert wird. Da diese Fehden Ln ungarischer Sprache geführt werden, also in einer Sprache, die außerhalb den Granzen dieses Landes wenig verstanden wird, so sei es mir erlaubt, ein Pröbchen seiner Behauptungen über Judenthum herzusetzen. Nachdem er ein Langes und Breites über Menschenliebe und ihre Pflichten geschwatzt, nachdem er Krokodillemhränen über das unselige Volk (seine eigenen Worte) geweint, das seine Propheten zersägt, das Gottes Sohn getödtet, das durch tausendjährige Leiden nicht belehrt, noch immer in seiner Halsstarrigkeit verharrt (d. h. zum Christenthum nicht übergetreten ist), das Gott selbst zur Warnung der Welt unter die Völker der Erde zerstreut hat, beginnt erst der eigentliche Angriff. Wenn sagt er die Juden blos die Satzungen des alten Testaments, die so übel nicht sind, (so übel nicht sind?!) und denen sich doch Jesus gegenübergestellt, wenn sie blos diese befolgten, so ginge es noch hin; so aber hängen sie an den Satzungen des Talmuds, jenes lichtscheuen Buches, das ihre geheimen Glaubensartikel enthalt, hängen an Satzungen, denen zufolge sie verpflichtet sind den Christen zu hassen, sich auf jeder möglichen Art seines Vermögens zu bemächtigen, jedes Stückchen gewonnenen Landes als Grube zu benützen, um den Christen darin zu begraben. Und solche Menschen, fahrt er fort, sollten in den Staatsverband ausgenommen werden, solche Menschen sollte ich als meine Mitbürger anerkennen? — Doch auch gegen den Schlager hat sich eine Geißel gesunden. Unser würdiger Gelehrter, Herr Oberrabbine Schwab, hat eine Gegenbroschüre geschrieben, die von Herrn M. Block meisterhaft ins Ungarische übertragen, und kräftig bevorwoctet, bereits im Druck erschienen ist. Herr Schwab hat in dieser Schrift durch die Klarheit seiner Schreibart, durch die Gründlichkeit seiner Widerlegung, durch die Fülle der Belesenheit die er darin entwickelt, durch die Zartheit überhaupt, mit welcher er einen solchen delikaten Gegenstand zu behandeln gewußt, abermals bewiesen, wie glücklich und zeitgemäß die Wahl war, die ihn an die Spitze der ersten Gemeinde Ungarns in einer so bewegungsreichen Zeit gerufen. — Da auch diese Schrift, indem sie ungarisch erschienen, im Auslande nicht bekannt werden dürfte, so kann ich nicht umhin wenigstens ihren Jdeengang anzudeuten. Nachdem er eine höchst geistreiche Ansicht über die Zerstreuung der Juden (im Gegensatz zu der des Herrn G.) entwickelt, nachdem er nachgewiesen (Matthäus Cap. 5. V. 17), daß Hrn. G.'s Meinung in Betracht des alten Testaments ganz gegen das Evangelium sei, spricht er sich über die Behauptung des Hrn. G. aus, nach welcher das unselige Volk selbst durch tausendjährige Leiden nicht zur Erkenntniß des Wahren kam. Entweder, sagt Herr Schwab, ist dieses Volk so stumpfsinnig, daß die schmerzlichsten Erfahrungen es nicht zur Wahrnehmung seiner Interessen bringen konnte, oder es hat es vorgezogen, alle diese Schrecknisse zu ertragen, als dasjenige aufzugeben, was es als göttlich anerkannte. Jenes werden wol die am wenigsten geneigt sein anzunehmen, welche immer von der Schlauheit der Juden u. s. w. sprechen. Es bleibt also bloß die Voraussetzung des zweiten Falles übrig. Hierauf weist er die hämische Insinuation zurück, als enthalte der Talmud geheime Glaubensartikel, indem er bemerkt, wie in seinem Inhalte, seit Jahrhunderten offen darliegend, von hunderten christlicher Gelehrten gelesen, unter den strengen Censucen gedruckt, es selbst einem Eisenmenger und Consorten nicht gelungen, auch nur die leiseste Andeutung solcher geheimen Artikel aufzufinden, und nun kömmt Herr S. über den T. zu sprechen. Er beweist hier drei Sätze: 1. Daß nach den Grundsätzen des Talmuds und aller seiner Ausleger die heutigen Christen in die Kategorie der sogenannten Gere Toschew gehören, gegen welche der Israelit die Pflichten der Liebe und Gerechtigkeit in ihrem weitesten Umfange zu beobachten schuldig ist. 2. Daß zwar in Bezug auf die alten heidnischen Völ-