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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-09-12 · Heft 37 (12.9.1840) · p. Seite 536

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 37 (12.9.1840)
Date
1840-09-12
Page
Seite 536 (sequence 12)
Language
German
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556 ker und jüdischen Ketzer hie und da einzelne Stelj len sich finden, die vor dem Richterstuhl einer reinen und gelauterten Moral nicht bestehen können, daß aber die derartigen Stellen von einer weit großem Anzahl anderer, welche die reinste Moral und Duldsamkeit athmen, hinlänglich neutralisict werden, und jene nur als momentane Ausbrüche des Eifers einzelner Rabbinen zu betrachten sind, die ihnen der eiserne Druck der Zeit, und die Gefahr, in welcher sie ihr höchstes Lebensgut — die Religion schweben sahen, auspreßten als vereinzelte Worte des Zornes, die zuweilen auch den Edlen im Uebermaaße der ihm zugefügten Leiden entfahren; und als Tribut, den — wie die Erfahrung aller Zeiten und Völker bestätiget — auch die erleuchtesten Geister der Finstemiß ihrer Zeit gewissermaßen mehr oder weniger zu zollen bemaßiget sind — Z Daß nicht Alles im Talmud Enthaltene, sondern nur das Traditionelle darin für die Juden verbindende Kraft habe, dieß aber nur das Ceremonielle und das Rituelle betrifft, während die in den Schulen und öffentlichen Vorträgen gelehrte Moral sich auf die heilige Schrift fußt, wobei allerdings Aussprüche, dem Talmud und den Midraschim entnommen, benützt werden. Schlüßlich verweist er ihn an so manches im Jnnünd Auslande erschienene Religionsbuch, nach welchen sowel in öffentlichen Schulen als auch privatim vorgetragen wird, deren Moral keiner christlichen Religionslehre an Reinheit nachsteht. (Schluß folgt.) Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen I Gr. Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum ausgenommen. Die Verlagshandlung. Höhere Schul- und Pensionsanstalt zu Berlin. In der höheren Schul- und Pensions-Anstalt des Unterzeichneten, gegenwärtig der einzigen in Berlin, welche Schul- und häusliche Erziehung vereinigt, und durch die mit derselben verbundene Handlungsschule besonders zur Erziehung solcher Knaben geeignet ist, die für den höheren Kaufmannsstand bestimmt sind, können zu jeder Zeit Zöglinge angenommen werden, und können auch solche Auswärtige in drefelbe eintreten, welche ein Gymnasium besuchen sollen. Berlin, den 2. Sept. 1840. Dr. S. Ster n. Poststraße 14. Da die nöthige Anzahl Abonnenten noch nicht zusammen ist, konnte die Israelitische Tchulzeitung auch am 1. Juli noch nicht erscheinen. Es muß vielmehr ihre Herausgabe so lange ausgeschoben werden, bis die Kosten durch die Sudscriprionen, um deren baldige Einsendung man bittet, gedeckt sind. Die Hölscher'sche Buchhandlung in Koblenz hat die Versendung übernommen. Simmern Juli 1840. Moritz Block. Diejenigen Israeliten, welche zur Zeit der nächsten Michaeli-Messe an den Neujahrstagen und Versöhnungsfeste ihre Andacht an der von dem Hamburger-Leipziger Tempel-Vereine hier geweihten Statte halten wollen, werden hiermit ersucht, sich bei Zeiten bei den Comite- Mitglicdern, Herrn Gobert oder Herrn Saalfeld zu melden, um sich eine Stelle im Voraus zu sichern, widrigenfalls aber den Israeliten, wahrend dieser Festtage der Zutritt durchaus nicht gestattet werden kann. Es ist diese Anordnung durch die Feier dieser Tage bedingt und höchst nöthig, und muß wegen des beengten Locales aufs Strengste beachtet werden. Leipzig im September 1840. Die Direktion. Der Schneidermeister für Herren-Garderoben Jacob Goldschmidt in Nordhausen wünscht recht bald einen Lehrling zu erhalten. Mit bei Bemerkung, daß Sonnabend und Feiertage nicht gearbeitet; und daß überhaupt im Hause nach jüdischem Ritus gelebt wird, sind die nähern Bedingungen auf fcankj Briefe bei demselben zu erfahren. Druck von I. B. Hirschfel-.

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