Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-09-12 · Heft 37 (12.9.1840) · p. Seite 531

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 37 (12.9.1840)
Date
1840-09-12
Page
Seite 531 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3224737-3225119-3225157--02975-3312488
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

551 erwarten, daß durch ihren Einfluß, sowol die Schattengestalten des Jndifferentismus als die Schreckgebilve der Orthodoxie vor dem Lichte der jüdisch-religiösen Wahrheit schwinden werden. Den Lehrklassen für die männliche Jugend parallel, müssen in einer derartigen Schule die Lehrklassen für die weibliche Jugend gehen. Denn obschon bei diesen das Bedürfnis der wissenschaftlichen Erziehung minder lebhaft hervortritt, so ist doch für ihre religiöse Erziehung bisher noch zu wenig gethan. Wie bedauernswerth aber find die jüdischen Mädchen, welche in christlichen Schulen so häufig aus dem Munde der Lehrer Schmähungen derjenigen Religion erfahren, aus der sie für ihr ganzes Leben die Kraft des Glaubens, den Aufschwung des Gemüths, den himmlischen Trost und Beistand in ihren Lebensverhältnissen nehmen sollen. Während sich die Knaben, bei ähnlichen Fallen, wie sie leider in christlichen Schulen nicht selten Vorkommen, put tief verletztem, aber unerschüttertem Gefühle weg- > wenden, wird in dem weiblichen Herzen durch dergleichen feindselige Aeußerungen jede religiöse Freude und Hoffnung getödtet; für Beide aber, auf dem Boden der Religion, dem nur der Friede entsprießen sollte, der Schierlingssamen des Hasses ausgestreuet. 8. Mescheissohn. Belletristik. Der um den Leib der Menschheit Sich ganz und gar geschlagen, Der um das Rund der Erden Die Faden hat gewunden, Daß, wo die Sonn' nur strahlet. Sie auch geschauet werden. Und in den schlimmsten Tagen Da ward sein Honig Speise, Von der der Völker Jedes Verzehrt nach seiner Weise: Man trat den Srengel nieder. Und nahm doch seinen Honig, Und, wenn man sich gesättigt, Flucht man dem Stengel wieder. 2. Nicht bloß ein göttlich Offenbaren, Wie es der dunkeln Wolk' entquoll, Wie es vor dreimal tausend Jahren Wie Donner durch die Wüste scholl — Ward Israel gegeben zum Bewahren: Auch hie der Menschheit Kunde geben, Wie Licht und Liebe in ihr tagt. Wie aus des Haffes dunklem Weben Das edle Haupt des Freisinns ragt: Es giebt sich kund an unserm Leben! Reminiscenzen. 1. In seinen schönsten Tagen War es ein einsam Blüthlein, Am großen Strauß der Menschheit Ein winzig Blumenhüthkein: Tief unten saß der Honig, Denn alle Weisheit reiner. Man schlug sich um den Stengel, Von Honig wußte Keiner. Doch in den schlimmen Tagen Ward es ein großer Gürtel, 3. Des Glaubens Macht l Die Macht der Ueberzeugung! Siehst Du sie kampfgerüstet stehen. Siehst Du sie kampfbegiecig eilen Und stürzen in die Schlacht! Des Glaubens Macht! Die Macht der Ueberzeugung! Doch höher noch. Wo sie zurückweicht von den Kampfgebieten, Sich still zurückzieht in den eignen Kreis, Des Hohnes Spötteln leichten Lächelns trägt, Sich gern entaußert dieser Erden Pracht.'

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.