Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 37 (12.9.1840)
- Date
- 1840-09-12
- Page
- Seite 527 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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527 die huldvolle Gnade des Monarchen den Uebersiedlern in einer angemessenen Rede auseinandergesetzt, sie zur Arbeitsamkeit, Eintracht und Zufriedenheit, zur strengsten Pflichterfüllung gegen Gott, ihre Religion und unseren Monarchen ermahnt, auch ihnen gezeigt hatte, wie sehr der Ackerbaustand ihrem bisherigen Gewerbe vorzuziehen sei, da dieser Stand am geeignetsten ist, den Menschen auf dem Pfad der Moral und Religion zu erhalten, dann auch die Gebete für das Wohl des Monarchen und dessen erhabener Familie und für die hohen Autoritäten bärgebracht waren, traten die Auswanderer, vom Dankgefühl für ihre Wohlthäter durchdrungen, und nachdem sie sich vom Rabbinen hatten einsegnen lassen, ihre Reise an." Petersburg, I». Aug. Nach einer neuen Bestimmung des Neichsraths wird den zum Stand der freien Ackerbauer übergetrctenen Juden der Rücktritt in ihr früheres bürgerliches Gewerbe unter nachstehenden Bedingungen gestattet: I) Sie unterliegen wieder der früheren Rekruten-Verpflichtung, von der sie als Ackerbauer befreit waren. 2) Sie haben alle bis dahin auf sie haftenden Steuern zu entrichten. 3) Sie können nur familienweise und nicht einzeln austreten. 4) Den Landmannstand verlassend, werden sie in denselben nicht wieder ausgenommen. Solche Juden indessen, die über 20 Jahre dem landwirthschaftlichen Gewerbe vbgelegen, haben die volle Berechtigung, in alle andere Gewerbe überzutreten, deren Ausübung ihnen das Gesetz gestaltet. — Die von der Regierung im Gouvernement Cherson angesiedelte Hebräer-Kolonie, welcher eine besondere Verfassung gegeben ist, ist dieser Kategorie entnommen. Riga, 20. Aug. (Privatmitth.) Herr Di-. Lilienthal arbeitet ununterbrochen und unermüdet an seiner Schule, und die Jugend hat eine solche Anhänglichkeit an ihn, daß dieselbe aus Liebe zu ihm, init allem Fleiße arbeitet. Es haben auch die Jungen bedeutende Fortschritte gemacht, so daß der Herr Curator des Dorpatschen Lehrbezirks, General-Lieutenant von Kraflstrvm und der Herr Professor Roßberg bei ihrer Revisionsreise auch diese Schule besuchten und beprüften und sie über ihrer Erwartung gefunden. Selbst von Lithauen werden schon Kinder hieher in Pension geschickt. Unsre hohe Regierung beweist aber auch gegen ihn die wohlwollendste Lheilnahme und giebt deutlich zu erkennen, daß die Bildung der Juden einer ihrer höchsten Wünsche sei und leider, wo und wie der Jude Druck noch fühlt, hat er es sich und seiner bisherigen Erziehung zuzuschreiben. — Zum Beweise übergeben wir Ihnen ein am vorgestrigen Tage, dem Herrn Dr. Lilienthal zugekommenes Original- Schreiben von dem Herrn Minister der Volksaufklärung Uwarow Excellenz, in Translat., als Antwort auf dessen Gesuch um Erlaubniß, Höchst-Jhm, seine Predigten widmen zu dürfen. Das Kahals-Amt. Kanzelte: des Ministeriums der Wolks-Aufklärung d. 31. Juli 1840. No. 928. An den Dirigirenden der ebräifchen Schule, Herrn Dr. Lilienthal. Ihren Brief v. 26. Juli habe ich erhalten, und Ihre in demselben ausgedrückten Gefühle, so wie die Ihrer Glaubensgenossen mit Vergnügen gelesen. Nicht mir, sondern unscrm Allergnädigstm Kaiser gebührt der Dank für alle Wohlthaten, die Allerhöchstderselbe in so reichem Maaße auf die Ebräer ausgegossen hat, ich bin nur der eifrige Vollstrecker des hohen Willens unsres großmüthigen Monarchen. Es ist wünschenswerth, daß Ihre Mitbrüder eben so richtig die Pläne der Regierung in Bezug auf sie auffaffen möchten, wie Sie dieselben auffassen. Dieses ist nur möglich durch eine vernünftige Bildung zu erreichen, und der feste Grund dazu ist schon durch die Errichtung ebräischer Schulen in einigen Städten Rußlands gelegt, unter welchen allerdings die Rigasche Schule die wichtigste Stelle einnimmt, welche, wie mir bekannt ist, bereits einen blühenden Zustand erlangt hat, der Ihren guten Gesinnungen zugeschrieben zu werden mit Recht verdient: fahren Sie fort auf Ihrer erwählten Laufbahn für das Gemeinwohl zu wirken; mich werden Sie immer zur Unterstützung desjenigen bereit finden, was die Erreichung des Ziels befördern kann, das bei der Grundlegung der Lehr-Anstalten für die Ebräer vorgesteckt ist. — Gern nehme ich die Widmung Ihrer herauszugebenden Predigten an und danke für Ihre Aufmerksamkeit. Minister der Volks-Aufklärung Uwarow. Warschau, 19. Aug. (Privatmitth.) Wenn wir mit gerechtem Stolze auf die schnellen Fortschritte Hinweisen, welche in wenigen Jahrzehentzea von un-