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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-09-05 · Heft 36 (5.9.1840) · p. Seite 521

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 36 (5.9.1840)
Date
1840-09-05
Page
Seite 521 (sequence 13)
Language
German
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521 rer die jetzigen Reformen allhier hervorgerufen, ja daß dabei vielleicht allzuviel auf die sogenannten Alten Rücksicht genommen worden, indem auch hier „der Gottesdienst für die ganze Gemeinde Lst^). Hatte der Dresd. Einsender nur erwogen, daß die ganze dortige jüdische Gemeinde kaum den dritten Theil der hiesigen, gleichfalls ein frommes Hauswesen führenden, Mitglieder ausmacht, so würde ec seinen Ausdruck wol zurück gehalten haben. — Wenn übrigens dessen Darstellung den Schein von sich giebt, als seien in D. die neuen Einrichtungen von Orthodoxen um nicht zu sagen Hyperorthodoxen ausgegangen, so müssen wir, wie wenig wir auch die dortigen Juden kennen, dem widersprechen. Ein sich Fügen in die durch die Zeit hecvocgerufenen Umgestaltungen heißt keineswegs dieselben schaffen. So wenig je von Tories Reformen arrsLwgen, wol aber dieselben — nachdem Whigs eine Zeit lang das Regiment geführt, endlich nachzugeben sich genöthigt sahen, und dann viel Rühmens von ihren Reformationen machten, so verhielt cs sich nachgerade im jüdischen Ritus. Ohne die Tempelanstalten in Berlin und in Hamburg wäre es lvol Dr. Wolfs nie gelungen, bei uns seine Institutionen einzuführen, und eben so wenig ohne Prag, Töplitz, Wien und namentlich den Tempel Ln Leipzig den Dresd. Führern den dortigen Reformen Eingang zu verschaffen. — Wir müssen endlich wiederholen, daß es lächerlich ist von einer herrschenden Ordnung, nach wenigen Tagen des eröffneten Gottesdienstes zu reden, wenn man durch Beibehaltung der Piutim den Gottesdienst so sehr in die Länge ziehet. Sobald nur die gewöhnlichen Gebete mit Anstand recitirt werden, so dauert der Gottesdienst, Predigt mit einbecechnet, wie dieses hier der Fall, an Festtagen 5 Stunden und darüber, in Dresden wurde aber sogar noch eine Confirmationshandlung damit in Verbindung gesetzt **). Noch weniger können wir es billigen, wenn man einige Piutim sagt, *) Privatgottesdienst ist hier verboten. — Aecht talmudisch Gelehrte, werden sich niemals, wenn nicht Neid und Bosheit sie antreiben — gegen Reformen wie die Hierorts auflehnen. Corresp. **) den Augen der hiesigen sogenannten Frommen würde nie solche Handlung am tr» als höchst verwerflich erscheinen, so daß sie die Synagoge verlassen würden. So verschieden ist die Denkweise wenn sie eine verkehrte Richtung nimmt, und eben deshalb keine weitere Beachtung verdient. Corresp. Andre auslaßt, was nothwendig die Gemeindegtkeder verwirren muß, die ja oft schon confus werden, wo sie ^bblnN statt i-i^osa und umgekehrt beten sollen, obgleich das Machsor sie anweist. Jedenfalls führt das Beten der Piutim, über kurz oder .lang, Störung der Ruhe herbei, außer man müßte, wie dieses wirklich projektirt sein soll, in einem Nebenzimmer den Gottesdienst eu Late abhalten, und in der Synagoge nur en Galla erscheinen, und das sonst Vertrauliche zwischen Israel und seinem Gotte im Gebete damit auflösen. Folgen wir dem werteren Berichte von Dresden, über den Gottesdienst am Wochenfest, so ist es übrigens ein trauriges Prognostik cum, welches Allen, die es ernst mit der Sache meinen, gestellt ist, wenn man sieht, wie in einer so kleinen Gemeinde, die einen so würdigen Leiter hat, der mit so viel Freimuth in dem bekannten Sendschreiben aufgetreten ist, — (man erinnere sich der Aeußerungen über die zu weit getriebne Vorsicht rücksi'chtlich der Namen beim tw), wie Herr vr. Frankel, die überdies einen Mann an ihrer Spitze sieht, wie Herr Dr. Beer, der mit wahrer Selbstverlaugnung die höchsten Opfer — Geld, Zeit und Wissenschaft dem allgemeinen Besten bringt, und dessen Streben zur Beförderung wahrer Religiosität Niemand in Zweifel zieht, ja jeder Dresdener im Innern hochschätzen muß, wenn man siehet, wie selbst unter so günstigen Auspicien dennoch so viele Rücksichten genommen, bald rechts bald links bei den Anordnungen gesehen werden mußte. Denn in welchen erbaulichen Phrasen man auch den Hergang des Einen oder Andern, nach seinem Inhalte, darzustellen sich bemüht, der Verständige weiß doch, was ec hiervon zu hatten, und daß die Menge im Grunde Nichts davon verstand. M. F. Wien, 20. Aug. (Privatmitth.) Das Erscheinen des Wiener Machsor oder der Festgebete,der Israeliten nach der gottesdienstlichen Ordnung km israelitischen Bethause zu Wien von Mannheimer giebt uns Veranlassung, einen genauem Blick auf die liturgischen Veränderungen zu werfen, die, nach diesem Werke, im Wiener Tempel getroffen sind. Wir finden zunächst für Rosch haschana nicht die geringste Veränderung am Abend und für Schacharit (z. B. auch p:np?a inra beibehalten), außer daß von sammtlichen Jozrot nur ^1222 twt (für den zweiten SSag'^nb ■’mn«) unb TH T-n* bab (für den zweiten Tag p">bV -jbtt) beibehalten worden. So sind auch beim Ausheben imi dbi2 bw und ‘■p'-a beibehalten. Vor und

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