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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-09-05 · Heft 36 (5.9.1840) · p. Seite 516

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 36 (5.9.1840)
Date
1840-09-05
Page
Seite 516 (sequence 8)
Language
German
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516 die evangelische noch die katholische Schule Raum für die ziemlich zahlreichen Judenkinder hat. Es befinden sich in Gemünden 22 jüdische Familienvater. Schließlich erlauben wir uns noch die gehorsamste Bemerkung, daß Gemünden in unserm Verwaltungsbezirke wohl bis jetzt die einzige jüdische Gemeinde sein dürfte, bei welcher das unter No. 3 angegebene Verhältniß stattsindet. Coblenz, den 1. Februar 1&4Ö. Die Negierung, Abtheilung des Innern." Berlin, 19. Aug. (Privatmitth.) (Die Rcdakt. ist von verschiedenen Seiten aufgefordert, dem folgenden Aufsatze den Abdruck zu gestatten. So möge sie denn dastehen, diese ominöse Rede, auch ein Denkmal der Zeit, auch ein Denkmal des altdeutschen Liberalismus, zu dessen Fahne Schönlein geschworen, auch ein Denkmal jener erleuchteten Geister in Steifkragcn und Stulpstieseln, deren erster Hahnruf ein Hepp! Hepp! gewesen. Wir lassen den geehrten Correspondenten sich vollständig aussprechen.) Professor Dr. Schönlein richtete am 14. dieses zum Schluß seiner klinischen Vorträge in der hiesigen Charit« folgende Worte an seine Zuhörer: *) ■ „Meine Herren! Bei Eröffnung der Klinik stellte ich mir zur Aufgabe, die Medizin naturwissenschaftlich zu behandeln und zu zeigen, wie Theorie und Praris mit einander zu verbinden seien. Ob mir die Lösung der Aufgabe gelungen, gebührt mir nicht zu bestimmen; daß ich sie erstrebt, kann ich offen aussprechen. Ein Corll^ondent der gemeinen Leipziger Zeitung meint, dM^h-Aren Zweck nicht erreicht hätte, daß ich wol ein gelehrtes Haus wäre, aber keine gar zu große praktische Fähigkeit besitze. Der Correspondent tritt anonym auf, doch merkt man gleich, zu welcher Raye er gehört; der Geruch zeigt, daß es Einer ist, bei dem das christliche Taufwasser den orientalischen Knoblauchsgeruch, der uns allen so sehr lästig ist, und stets durch die Politur durchstinkt, noch nicht wegge- *) Dies Meisterstück der Eloquenz ist hier in hunderten von Abschriften verbreitet, und wenn auch manche an einigen Stellen von einander abweichen, so stimmen sie doch alle in dem Wesentlichsten überein; man kann also, ohne selbst Zuhörer gewesen zu sein, doch leider nicht daran zweifeln, daß die Rede wirklich so gehalten worden. Corresp. waschen hat. Zwanzig Jahre war ich Rector großer Krankenanstalten, und glaubte mit einigen praktischen und theoretischen Kenntnissen in der Tasche nach Berlin zu kommen, wo mich die. .Polizei vor jeglicher Beraubung schützen würde. — Da kommt der Correspondent, während ich von der Jägerstraße ruhig nach der Charit« gehe und stipitzt mir aus der einen Tasche die^raxis, läßt mir das Bischen Theorie, 'um es vielleicht mir späterhin auch noch aus der Tasche zu ziehen, und damit Schacher zu treiben. — Dann meint der Correspondent, oder dann meint die gemeine Leipzigerin, ich hätte Furcht! Ich? vor wem? Nein, ich fürchte Niemand, und wen sollte ich auch fürchten? die Todten? Mögen von den Berliner Aerzten auch Männer wie Reil, Heim, Hufeland, Behrendt, aus dem Grabe ausstehen, sie werden erklären, daß ich «ihnen gleiche, und wenn sie mit mir differiren, so werden sie mich mit wissenschaftlichen Waffen bekämpfen. Von den Lebenden fürchte ich Niemand, denn ich erkläre Keinen mir völlig gleichstehend! Mein Vater erzählte mir, daß es in Potsdam große Leute giebt, die Furcht einflößen; doch die gehören unter die Garde. Als frommer Christ, wenn gleich Katholik, glaube ich alles, was in der Bibel steht; da ist nun zu lesen, daß Enochs Söhne groß und stark, den Kindern Israels Furcht einflößten, aber nicht diese Jenen. Die Berliner Banquiers mögen einen solchen — Enoch kennen, unter den Berliner Aerzten kenne ich Keinen. Wenn auch Einer unter ihnen 3.oder 4 Zoll größer ist, als ick, oder einen Bauch und ein weiß toupirtes Haupt hat, so läßt solche Differenz durch eine hohe Perücke, oder durch ein Toupee, oder durch etwas Wichtigthuerei sich leicht ausgleichen. Uebrigens meint der Correspondent am Schluß, daß ich mir den Beifall meiner Zuhörer zu erwerben schiene. Nach der Gunst von Juden, Handelsdienern, Kammerdienern, Lohnlakaien, Dienstmädchen, hasche ich eben so wenig als nach der Gunst sich mir gleich dünkcnder Herren. Der Beifall meiner Zuhörer allein würde mir Entschädigung aller meiner Bemühungen sein. Leben Sie wohl! Mögen wir uns, wenn es Gottes Wille ist — der Mensch denkt, Gott lenkt! — bei neuen Kräften Wiedersehen und ohne Furcht und ohne Tadel unsre Beobachtungen fortzusetzen uns bemühen!" — So, ja auf diese Weise sprach Herr Professor

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