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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-09-05 · Heft 36 (5.9.1840) · p. Seite 511

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 36 (5.9.1840)
Date
1840-09-05
Page
Seite 511 (sequence 3)
Language
German
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511 die Religion, ihre Grundsätze, oder ihre Moral anzugreifen. Zn der Sitzung 22. Jan. 1838 ernannte das Central-Consistorium eine Commission, welche unter dem Vorsitze des Vice-Präsidenten des Central-Consistoriums einen Plan zur Reorganisation des israelitischen Cultus bilden sollte. Diese Commission widmete viele Sitzungen der Redaktion einer Arbeit, deren Schwierigkeit ein Jeder anerkannte; endlich nahm sie einen Plan in 69 Artikeln an, um ihn Ihnen vorzulegen. Das Central-Consistorium hatte vom Anfang an die Absicht, diesen Plan allen Departements-Consistorien vorzulegen. Die Commission hatte also nicht die Absicht eine vollkommene, entschiedene Arbeit zu liefern; sie hatte nur, indem sie Grundlagen legte, die Aufmerksamkeit wecken und die Untersuchung der wichtigsten Punkte veranlassen wollen. Dies ist es, was der Vice-Präsident die Ehre hatte, Ihnen zu sagen, indem er Ihnen den Entwurf in Ihrer Sitzung vom letzten 24. October übergab; dies ist es, was Sie sorgfältig in Ihrem an demselben Tage an alle Consistorien gerichteten Circular erklärten: „Die Commission, sagten Sie, hat uns eine Arbeit vorgelegt, über welche wir jetzt das Nachdenken und die Meinung der ehrenwerthen Mitglieder der verschiedenen Consistorien Hervorrufen wollen; das heißt, meine Herren, die Arbeit bleibt bis dahin im Zustande eines Entwurfs. Zu .diesem Endzweck, und um die Prüfung leichter zu machen, haben wir sie drucken lassen, so daß die Bemerkungen an den Rand geschrieben werden können. Sie werden einsehen, daß, indem wir wünschen, unsere Arbeit definitiv dem Minister vorzulegen, die Prüfung der Veränderungen, die uns vorgeschlagen würden, eine kürzere oder länger« Zeit erfordern wird. Sie werden die Güte haben uns ihre Arbeit mit nner Abschrift Ihrer Vorschläge zurück zu schicken." Es war dem Central-Consistorium unmöglich seine Absicht deutlicher an den Tag zu legen. Diese Absicht ward von den weltlichen Mitgliedern der 7 Consistorien vollkommen verstanden. Jedes d«r Consistorien von Paris, Bordeaux, Metz, Colmar, Strasbourg, Marseille und Nancy hat uns eine Arbeit ^ukommen lassen, welche den lebhaftesten Wunsch ausspricht, unseren Cultus die Verbesserungen erhalten zu sehen, welche er b«darf. Die verschiedenen Artikel des Entwurfes 'waren der allergewissenhaftesten Untersuchung unterworfen worden. Metz und Marseille haben selbst Rathgeber von außerhalb ihrer Mitte zugezogen. Nur Marseille und Nancy haben uns anstatt einer allgemeinen Berathung einzelne und getrennte Meinungen mitgetheilt. Was die Groß-Rabbinen betrifft, so haben die von Paris, Colmar, Strasbourg, Bordeaux durch ihre Gegenwart, ihre Beihülfe und durch ihre Unterschrift der Meinung der Consistorien beigestimmt. Der von Nancy hat uns, gestützt auf die Unterschrift mehrerer Rabbinen seines Bezirks eine Art Protestation zukommen lassen, gegen die Artikel, welche des Cultus näher behandeln; der von Marseille hat uns gleichfalls eine Druckschrift zukommen lassen, welche dieselben Artikel verwirft, zu gleicher Zeit die Religion umstürzend, iconstitutionel unvernünftig und auch unpolitisch zu sein: Lassen Sie es uns angelegen sein zu sagen, daß weder die eine noch die andere dieser Protestationen etwas Feindliches ankündigt, und daß Beide des Ausspruchs einer Überzeugung, sind, deren Form allein nicht zu billigen ist. Das Central-Consistorium verlangte von den Departements - Consistorien Meinungen und Rathschläge, man hätte ihm diese Meinungen, diese Rathschläge in der gewöhnlichen Form darlegen sollen, und ohne zu einer Oeffentlichkeit Zuflucht zu nehmen, welche dem einfachen Entwurf einer Einrichtung zuerst noch der Prüfung der Consistorien unterbreitK, die Kraft eines bestimmten Beschlusses beimißt, §^|?rt welchen nichts andres übrig bleibt als öffentliche Protestationen. Was den Herrn Groß-Rabbinen von Metz anbetrifft, ist es uns unangenehm zu sagen, daß er alle Grenzen überschritten. Er hat gerade zu seinem Beitritt zu den Berathungen des Consistoriums verweigert, dessen Mitglied er ist. Er hat eine Menge Exemplare einer giftigen Protestation unter das Publikum geschleudert; er hat gefordert, oder man hat in seinem Namen gefordert, Unterschriften zu Metz und in den verschiedenen Gemeinden seines i Bezirks; dies Alles ward nicht etwa dem Central.! Consistorium, von dem der Herr Groß-Rabbine gar keine Notiz nahm, sondern dem Minister des Cultus übergeben, den man im Voraus einnehmen wollte, schon gegen einen Entwurf zur Reform. Der Herr Groß-Rabbine von Metz hat gänzlich

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