Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 35 (29.8.1840)
- Date
- 1840-08-29
- Page
- Seite 496 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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496 Redner-Talent des Dr. F. berechtigten, auch sehr gesteigert waren, so übcrtraf die in redestehende Predigt dennoch die kühnsten Erwartungen, und das Auditorium, unter welchem doch gelehrte Kanzelredner sich befanden, war von Bewunderung hingerissen. Der geehrte Redner sprach mit Warme und Begeisterung zu seinem Volke, es ermunternd, in die Zukunft mit ungetrübtem Blicke zu schauen, eS mahnend, vor den traurigen Zeitbegebenheiten den Muth, der Israel immer das Schwerste ertragen ließ, und, daß cs nie erdrückt wurde, nicht sinken zu lassen, zeigend, daß nichts für Israel's äußere Lage, und nichts für feinen Glauben und feine Lehre zu befürchten stünde. Die edle Sprache, die Fülle der Gedanken, der streng-logische Zdeengang, die Sicherheit des Ausdrucks, der Reichthum an biblischen und rabbinischen Aussprüchen, welchen innern Vorzügen die meisterhafte Deklamation sich anschloß, zeigten, daß vr. F. zu den Predigern ersten Ranges gehört, und daß er den ihm gewordenen ehrenvollen Ruf vollkommen rechtfertiget. ' Nach dem Ausgang des Sabbats verließ Herr vr. F. den hiesigen Ort wieder, um sich zuvörderst wieder in sein Rabbinat zu begeben, von wo er am 16. d. M. seine Reise kach Hamburg antreten wird. Es folgen ihm dahin unsere heißesten Wünsche und unser bester Segen. °) Preußen. Bromberg, 7. Aug. (Pr. St. Z.) In Folge der Bemühungen des ersten jüdischen Lehrers Wilcynski hat sich, ähnlich wie in der Stadt Gnesen, unter den Frauen der jüdischen Corporation zu Wittkowo (Kreises Gnesen) ein Verein gebildet, welcher zum Zweck hat, für die von den Mitgliedern beizusteuernden jährlichen Beiträge am Sterbe-Tage Sr. Hochseligen Majestät arme Kinder zu bekleiden. Posen, 2.-Aug. (Pr. St. Z.) Der unlängst verstorbene jüdische Gutsbesitzer Moses Alexander zu *) Die Rabbinkn Wassermann in Mergentheim, Blechs in Buchau und Wassermann in Mahringen, alle rühmlichst bekannt, so wie neun Schullehrer, die sehr gut be>teUten Schulen des Königreichs vorstehen, gehören ebenfalls der hiesigen Kirchengemeinde an. Neustadt bei Posen hat in seinem Testamente bestimmt: I) daß unter die dortigen jüdischen Armen 29 Klafter Holz und 25 Rthlr. vertheilt, und mit diesen Spenden so lange alljährlich fortgefahren werden solle, als sein Nachlaß ungetheilt bliebe; 2) daß aus seinem Nachlaß 2099 Rthlr. auf sein Gut Chociza hypothekarisch für die dortige jüdische Gemeinde eingetragen und die Zinsen davon zur Ausstattung armer jüdischer Mädchen des Orts verwendet werden sollen/ Berlin, 4. Aug. In den heutigen Berlin. Zeitungen liest man folgende Bekanntmachung: „Von dem Vermächtnisse, welches des Hochseligen Königs Majestät den Wohlthätigkeits-Anstalten der hiesigen Residenz bestimmten, haben unsere verehrten Communal-Behörden auch uns für die Armen der jüdischen Gemeinde die Summe von Fünfhundert Tha» lern überwiesen. Wir zeigen dieses mit dankerfülltem Herzen an und werden uns bestreben, das Wrmächtniß des edeln unvergeßlichen Monarchen in Seinem gottesfürchtigen und menschenliebenden Sinne zu verwenden. Berlin, den 3. August 1940. Die Aeltesten und Vorsteher der Judenschaft." Magdeburg, 17. Aug. (Privatmitth.) Wir finden Veranlassung noch nachträglich die Gedächtnißfeier für den verewigten König in folgenden Gemeinden hervorzuheben. In Sprottau hielt der Lehrer Herr Kuttner eine Rede, die auch zum Besten der Stadtarmen gedruckt worden, und ein recht gutes Rednertalent bewährt, und wobei die Schuljugend angemessene Choräle und Psalmen absang. In Trier predigte der Rabbinatsoerweser Herr L. Schloß, in Anwesenheit vieler höheren Beamten; worüber sich die Trier'sche Zeitung lobend ausspricht. Die Predigt ist gedruckt worden, und entwickelt recht angemessene Gedanken, obgleich dem Redner homiletische Bildung noch abgeht. Lissa (Großherzogthum Posen), 5. Aug. (Privatmitth.) Wenn Sie auch den Raum der Allg. Zeit. d. Jud. nicht der ausführlichen Schilderung der Trauerfeierlichkelten bei der Gedächtnißfeier unsres verewigten Königs widmen können, so giebt es dock ein Moment, aus welchem Sie eine breitere Erwähnung schon zugeben müssen. Viele Gemein-