Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 34 (22.8.1840)
- Date
- 1840-08-22
- Page
- Seite 487 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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487 ersterern Orte hielt der Religionslehrer Herr Magnus, an letzterem, wo der Magistrat der Feier förmlich beiwohnte, der Religionslehrer Herr Gabriel eine Trauerpredig-t. Literarische Nachrichten. Magdeburg, 10. Aug. Angekommm: nrd, Grund- und Glaubenslehren der mos. Relig. von Aldo, übers, von W. und L. Schlesinger. 3. Heft. Frkt. a. M. Dieses dritte Heft der im Ganzen gelungenen Bearbeitung dieses klassischen Werkes umfaßt die Kap. 23 — 37 des dritten Abschnittes, und die ersten 20 Kap. des 4. Abschnittes, so daß das 4. (letzte) Heft noch die 31 letzten Kap. dieses Abschnittes, die Borrede, Einleitung, Anmerkungen und Jnhalsr.'gistec enthalten wird. Wir freuen uns, daß hiermit dieses Werk eines unsrer älteren, scharfsinnigsten Schriftforscher bald in die Hände des großem Publikums vollständig gegeben sein wird. Sehr zu loben ist es, daß die Uebersetzer das 25. Kap. des dritten Abschnittes, welches eine Eontroverse mit einem christlichen Gelehrten und sorgfältige Untersuchung der christlichen Lehre enthält, aus dem alten unverdorbenen Texte der ältesten Ausgaben gegeben haben. In fteimüthiger Untersuchung gewinnen alle Retigionspartheien, und da so häufig die schärfsten und wegwerfendsten Urtheile christlicher Gelehrten über das Judenthum veröffentlicht werden, warum soll nicht die Ueberzeugung eines nicht gehässigen, sondern nach Wahrheit suchenden Israeliten klar und unverstümmelt dargelegt werden? Ist nun allerdings Manches in Albo's Widerlegung nur ein Eirkelschluß, so trifft er doch ebenso oft den Nagel ganz auf den Kops. — Mit besonderer Erwartung sind wir auf die Erläuterungen der Uebersetzer gespannt, die das 4. Heft bringen wird. — Das Lied der Lieder oder Sieg der Treue. (Das hohe Lied.) Uebers. und erklärt von Ile. Bernhard Hirzel. Zürich 1840. *) Zu Bearbeitungen poetischer Schriftwerke sind, abgesehen von der philologischen Seite, doch insonders solche Geister am berufensten, die selbst poetischen Fonds und dichterische Begeisterung in sich tragen. Und in diesem Bezüge ist der Berf. dieser kleinen Schrift gewiß ein berufener. Im reinsten rhythmischen Flusse, in klarster Lebendigkeit tritt uns das hebräische Meisterwerk hier im deutschen Gewände selbstständig entgegen, und ist (wie selten in einer Uebersetzung) geeignet, des Herzens Saiten in Liebe und Treue anzuschlagen. (Zwei schweizerische Provinzialismen bemerkten wir nur.) In Bezug auf das ganze Gedicht folgt der Vers., mit wenigen Mo¬ *) Wir machen wiederholt darauf aufmerksam, daß in diesen Lit. Nachr. nur Schriftwerke besprochen werden, die von tfn Autoren oder Buchhändler unö zu diesem Zwecke zugcsandt worden. Redak. dist'katiomn im Einzelnen, der Ansicht Ewald's. „Ein Hirtenmädchen, Sulamith, gerieth einst durch seine Neugierde mitten in. den Zug des königlichen Hofes, der eben auf der Reise nach einem Lustschlosse am Libanon begriffen war. Entzückt von der Schönheit Sularnith's, nahm Salomo dieselbe gegen ihren Willen mit sich und versuchte, durch Schmeicheleien und Versprechungen sie zu gewinnen. Da er aber bald erkennen mußte, daß Sulamith einer früher gefaßten Liebe zu einem Hirten ihrer Heimath ungeachtet aller Angriffe treu blieb, so erhob er dieselbe bei seiner Rückkehr nach Jerusalem öffentlich zu seiner Gemahlin. Allein auch dieser so wohl berechnete Versuch schlug fehl, und es blieb dem Könige nichts Andres übrig, als die Widerspenstige in ihre Heimath zu entlassen, wo sie alsobald mit ihrem Geliebten sich wieder vereinigte." Demgemäß theilt der Verf. das Ganze in 4 Gesänge (1, 2 — 2, 7; 2, 8—3, 5; 3, 6—8, 4; 8, 5 — 8, 14.) Es ist hier nicht der Ort, diese Ansicht weiter zu besprechen. Wer sich nicht mit ihr befreunden kann, wird doch das hier Gegebene für sich und außerhalb des biblischen Standpunktes genießen können. — 'n nttft Thau, als Frühlings - und Lebens-Gabe. Gottesdienstlicher Vortrag von Dr. Saalschutz. Königsberg 1840. Worte zum Gedächtnisse des hochsel. Königs Friedrich Wilhelm 111. Von Di. Saalschutz. Königsb. 1840. Die Vorträge des Herrn Dr. Saalschutz, darf man den Maaßstab von den vorliegenden abnehmm, haben nicht das Gewand der Homiletik, sondern sind vielmehr in sich fortlaufende, nicht gegliederte Entwickelungen eines Hauptgedanken. Die Sprache ist gehalten, ruhig, aber in schönen Bildern freundlich wekkend, und gemüthlich erhebend. Die allzuhäufige Anführung von hebräischen Versen ist in der Lektüre wenigstens störend. Gewiß gehört Herr Dr. S. zu den gediegensten Rednern. — Tages-Controle. Entwurf zu einer Verordnung für dieHerzogthümer Schleswig und Holstein, die Verhältnisse der mosaischen Glaubensgenossen betreffend. Erste Abtheilung. Von den bürgerlichen Verhältnissen der inländischen Mosaiten. Titel-1. Allgemeine Bestimmungen.