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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-08-22 · Heft 34 (22.8.1840) · p. Seite 484

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 34 (22.8.1840)
Date
1840-08-22
Page
Seite 484 (sequence 4)
Language
German
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484 Herr Price verlas die verschiedenen Berichte und den Brief des Rabbinen Herschel und Meldola. Herr William Rathbone Greg sagte unter andern: bei alle dem fühle ich mich einigermaßen in Verlegenheit, wenn ich verlange, daß England dem Türken gegenüber die Rolle eines Lehrer der Moral und der Toleranz übernehme, als ob der aufgeklärte Engländer seinem unwissenden türkischen Bruder viel in dieser Hinsicht vorzuwerfen hätte, dem er in so manchen Stücken doch nur das Erempel des Religionshasses gegeben hat. Wie weit nachdrücklicher müßte Englands Verwendung in Damaskus nicht sein, wenn sein eignes Benehmen immer auf die Basis gleicher Rechte und gleicher Justiz gegründet gewesen wäre; wenn England sich niemals gezeigt hätte, ja, sich nicht noch immer zeige — in der unedlen Rolle eines Judenfeindes.- Herr Aldermann Shuttleworth ließ sich zuerst sehr gründlich gegen die Anwendung der Tortur und den Werth der durch sie entlockten Geständnisse vernehmen, und fuhr dann fort: Wenn ich die israelitische Nation betrachte, und sehe, wie sie sich seit ihrer Zerstreuung in allen Ländern benommen, friedlich und industriös, daß sie überall zur Wohlfahrt dieser Länder gewirkt haben, daß sie in Europa durch ihre Talente, ihr Vermögen und ihren Verstand mächtig dessen Fortschritt befördert haben, so muß ich sie als diejenigen betrachten, durch deren Bestrebungen der Welthandel erzeugt und auf seine jetzige Höhe geführt ist u. s. w. Herr Daniel Hearne (katholischer) Priester von St. Patricks bewies aus der Bibel die Unmöglichkeit der Beschuldigung und fuhr fort: Nein! die Anklage ist zu monstruös, als daß jemand daran glauben, und daß sie von irgend einem andern Motiv als dem fluchwürdigen Golddurste im Orient erzeugt sein sollte. — — Wir Christen sagen, sie seien geldsüchtig: aber sie opfern dies Geld ja auch für die Betreibung ihrer Religion! Geht am Sonnabend in ihre Läden, und ihr werdet sie mit einer Pünktlichkeit verschlossen sehen, die alle Christen erröthen macht. Ich kann nicht schließen, ohne aus die feierlichste Weise als ein Römisch-Katholischer Priester meinen Abscheu gegen alle Verfolgung um der Rest, gion willen auszusprechen, so wie gegen alle die Männer aus früheren Jahrhunderten, welche es sei als Geistliche oder als Weltliche die Juden verfolgt haben. Herr Alexander Munro, Pfarrer der Schottischen Peterskirche, schloß sich dem vorhergehenden Redner mit vielen biblischen Argumenten und Bildern an, und hoffte, daß dem verfolgten Stamme Juda's endlich ein schöneres Morgenlicht strahlen würde. „Und außerdem hoffe ich, ihr werdet auck keine sonstige Gelegenheit versäumen, eure Stimme, aus diesem Centrum des mächtigen Englands für die unterdrückten Israeliten in allen Ländern, wo sie noch schimpflich behandelt werden, in Italien und in anderen Landern erheben werdet." Herr Samuel Stocks fand cs sehr angemessen, daß Manchester, eine Stadt, die mit Juden in so mannichfacher Beziehung stehe, sich dieser Sache besonders annehme, und in dem Gefühl, daß das alte und das neue Testament untrennbar zusammenhän« gen und daß der Heiland selbst ein Jude war, unterstützt er mit Vergnügen alle in dieser Hinsicht zu fassenden Beschlüsse. Herr John Birt, Prediger an der Baptisten Ka. pelle, Porkstreet, fand es minder angemessen, auf die besonderen Umstände, als aus das Prinzip der unverjährbaren Rechte der Menschheit im Allgemeinen und insbesondere der Glaubensfreiheit im Allgemeinen Rücksicht zu nehmen, welche er in einem sehr liberalen und beredten Vortrage vcrtheidigte. Ich habe besonderes Interesse für unfern Gegenstand gewonnen, als ich den Herrn, der Herrn Montesiore auf seiner ruhmwürdigen Steife begleitet, vor kurzen in einer Versammlung über einen verwandten Gegenstand, die gänzliche Abschaffung der Sklaverei, reden hörte. Es war Herr Cremieux, ein Mitglied des Pariser Advokatenstandes, der dort mit seinen Amtsgenossen völlig gleich in Rang und in Ansehen steht. Wir hörten eine so kräftige, pathetische und überzeugungsvolle Rede von ihm, daß wir alle erfreut waren, einen solchen Mann als denjenigen zu sehen, der seinen Brüdern im Orient zu Hülfe eilt. Diejenige christliche Secte, fuhr er fort, zu welcher ich mich zähle, war vor nicht gar langer Zeit von allen Vertrauens - und Ehren - Aemtern ausgeschlossen. Wären wir so stehen geblieben, so hätte es mich dennoch gefreut, unsere jüdischen Brüder völlig emancipirt zu sehen. Aber da jetzt für uns jene Beschränkung verschwunden ist, so würde ich dreifach erröthen,

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