Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 33 (15.8.1840)
- Date
- 1840-08-15
- Page
- Seite 477 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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477 den Gutsbesitzern, die Armen-Kolonien nach Art der weiter oben beschriebenen einzurichten wünschen, sich nützlich machen können. In einem Aussatze vom Monat August 1837 sagt Herr Allen: die Art und Weise, wie die Zöglinge dieser Anstalt ihr Land bearbeitet haben, hat den Beifall von Sachverständigen erhalten, während zugleich ihre Fortschritte in Kenntnissen sehr befriedigend waren. Die Kosten der Anstalt haben im Jahre 1836 betragen: 270 Pfd. Sterl. Bringt man den Werth der Arbeit der Zöglinge in Abrechnung mit 50 - - so bleiben 220 Pfd. Sterl. Da in der ersten Hälfte des Jahres 12, in der zweiten 14 Zöglinge da waren, so betragen die Kosten für jeden einzelnen 17 Pfd. Sterl. 10 Sch. oder: 116 Thlr. 20 Sgr. In einem andern Aussatz vom Monat Januar 1838 sagt Herr Allen: Zwei der ältesten Zöglinge der Anstalt, welche der Lord Wallscourt (aus der Grafschaft Galway in Irland) hierher gesandt hatte, sind jetzt auf dem Gute des Lords zu Ardfry bei Oranmore angesiedelt und damit beschäftigt, kleine Pachtungen nach dem Lindsielder System, unter der unmittelbaren Aufsicht des Lords, einzurichten." Es ist dies allerdings ein sehr wichtiger Zweig, der, wie aus dem Sendschreiben zu ersehen, mit unseren Industrieschulen verbunden werden muß. Wir haben bereits Anstalten, mit denen sehr leicht eine Industrieschule vereinigt werden könnte. Die Anstalten zu Seesen, Münster könnten mit der nothwendigen Energie vorangehen. Für die von Juden bevölkerte Provinz Posen wäre Nichts segensreicher, als die Anlegung einer Industrieschule wenigstens in jedem Regierungsbezirke. Da in Posen selbst bereits eine Waisenanstalt besteht, so könnte diese den Anfangspunkt geben. Desgleichen in Breslau und Berlin. Es ist sehr leicht abzusehen, daß die betreffenden Regierungen der Gründung solcher Anstalten allen möglichen Vorschub leisten würden, und wenn irgend würden einige Unterstützungen von Staatsseiten hierfür zu fordern seien, und wol auch nicht verweigert werden. Die sich dafür Jnteressirenden müßten einen desfallsigen Plan den Regierungen vorlegen, und deren Anempfehlung an die Israeliten ihrer Bezirke erbitten. Man weiß, daß unsere Glaubensgenossen von oben kommenden Aufforderungen sehr gern Folge leisten. Wir selbst sind bereit, etwaigen Anfragen so weit es in unseren Kräften steht entgegen zu kommen. C o r r e s p o n d e n z e ». Wesel, den 2. Juli 1840. Entgegnung. In No. 20 der Allgemeinen Zeitung des Judenthums findet sich unter der Rubrik „Correspondenzen" ein Artikel über die gottesdienstlichen Verhältnisse der israelitischen Gemeinden der Rheinprovinz, datict „Düsseldorf März" in welchem auch von unsrer Gemeinde gesagt wird, daß sie zum Düsseldorfer Rabbinaks-Verbände gehöre und dem Beispiele der dafigen Gemeinde folge, von welcher es ferner heißt, daß die Gegenstände des Cultus verwahrlost und statt des geringsten Fortschritts, statt der geringsten Verbesserung nur trauriger Stillstand, Rückschritt und stumpfe Lethargie anzutreffen sei. Jewehr von jedem Israeliten, der es treu mit der Religion seiner Vater meint; von jedem Menschen, dem das geistige Wohl seiner Rebenmenschen am Herzen liegt, die gute Absicht des Verfassers anerkannt werden muß, um so mehr bedauern wir, daß derselbe, wenigstens in Beziehung auf unS, zu voreilig zu Werke gegangen ist, und uns durch falsche Angaben in die Nothwendigkeit versetzt, gegen ihn aufzutreten. Was in bem bezüglichen Aufsatze von den Gemeinden, die wirklich zum Düsseldorfer Rabbi'nate gehören, geurtheilt wird, das kümmert uns nicht. Sie mögen sich selbst rechtfertigen, wenn sie dieses können und wollen. Wir aber sind nicht Willens, uns als Scheintodte betrachten zu lassen, deren Lebensgeister durch äußere kräftige Mittel geweckt werden müssen; denn wir fühlen warmer Leben, Kraft und guten Willen in unsrer Brust; 33»