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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-08-15 · Heft 33 (15.8.1840) · p. Seite 476

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 33 (15.8.1840)
Date
1840-08-15
Page
Seite 476 (sequence 8)
Language
German
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476 voriger Nummer gegeben, ruft uns dazu auf, diese segens- und wirkungsreiche Idee unfern Lesern immer anschaulicher und einsichtlicher vorzuführen. Es ist daher unsere Absicht, recht viele Beispiele ähnlicher, außer unserm Kreise schon bestehender Anstalten heranzubringen, und an ihnen zu zeigen, was wir von der Ausführung zu hoffen hätten. Wir fordern daher hiermit einen Jeden auf, uns in diesem Vorhaben zu unterstützen, und so wol Ideen als auch Berichte, die unfern Zweck betreffen, mitzutheilen. Wir beginnen damit, hier einen kurzen Bericht von einer „landwirthschaftlichen Schule" zu geben, die ein Herr Allen in Lindfield in England errichtet hat. Wir entnehmen denselben dem Mag. f. Lit. d. Ausl., das ihn aus einer engl. Zeitschrift entlehnt hat. „Im Jahre 183:', hat Herr Allen mit der in Lindfield bereits bestehenden Industrie-Schule eine Schul- und Erziehungsanstalt (boardingsthoo!) für 12 Knaben verbunden, die bestimmt ist, für Söhne von Mitgliedern der Gemeinde der Freunde, welche den Wunsch hegen, daß ihre Kinder in ihren Grundsätzen erzogen werden möchten. Die Knaben werden zur Industrie erzogen, täglich, insofern es die Witterung erlaubt, fünf Stunden mit Ackerbau arbeiten beschäftigt, und zwar unter der Aufsicht eines, in der Landwirthschaft wohl bewanderten Mannes. Wenn die Witterung es nicht erlaubt, auf dem Felde zu arbeiten, so werden sie mit Leinwandweb'en, mit Anfertigung von Schuhen oder in der Druckerei beschäftigt. Die Knaben werden angeleitet, Alles/ wo möglich, selbst zu verrichten; sie machen ihre Betten, reinigen ihre Wohnung selbst, sie putzen ihre Schuhe, sie helfen in der Küche u. s. w. Jeder Knabe hat ein kleines Zimmer für sich, 8 Fuß lang, 8 Fuß breit, lOFuß hoch, worin sich ein Bette, ein Stuhl und ein Tisck befinden. Jeder Knabe hat einen Garten von 64 lH Ruthen wovon er 4 mit Blumen oder Sträuchern, nach seinem Gutdünken, bestellen kann, 3l> mit Kartoffeln, und 30 mit Getreide bestellen muß. Das Erzeugniß, nach Abzug der Kosten für Saat und Dünger, erhält er als Laschengeld (dies hat im Jahre 1835 für jeden Knaben 4 Thlr. 10 Sgr. betragen). Die Knaben werden mit der sichersten Art und Weise für die Lebensbedürfnisse durch die Bearbeitung des Bodens, vermittelst des Spatens zu sorgen, bekannt gemacht. Ihr Unterricht umfaßt das Lesen, Schreiben, Rechnen, die Grammatik der Muttersprache, die Geographie, den Gebrauch des Globus, das Feldmessen, und andere nützliche Kenntnisse. Der Lehrer hält ein Buch, in welches von Zeit zu Zeit das sittliche Verhalten und die Fortschritte jedes einzelnen Knaben eingetragen werden. Auch wird vorzüglich darauf gesehen, daß sie in der christlichen Religion und in der Kenntniß der heiligen Schrift gründlich unterrichtet werden. Für jeden Knaben werden jährlich lO Pfd. Sterl. bezahlt, für Kost, Kleidung, Wohnung, Unterricht. Die bei dieser Anstalt beschäftigten Personen sind folgender 1) Der Oberaufseher und Lehrer, der den Unterricht ertheilt, und zugleich die Aufsicht über die Knaben hat, die Zeit ausgenommen, wenn sie mit Feld- oder Hand-Arbeiten beschäftigt sind. 2) Ein Aufseher für die Arbeiten, der stets gegenwärtig sein muß, wenn die Knaben arbeiten, und die übrige Zeit des Lages in dem für die Schneiderei bestimmten Local beschäftigt ist, wobei ihm auch einige Knaben beistehen; dessen Ehefrau besorgt die Küche, den Haushalt und die Wäsche für die Anstalt, wobei ihr einige Hülfe geleistet wird. 3) Ein Arbeiter, der mit den Knaben im Felde arbeitet, und sie zu den Feldarbeiten anleitet. Ihre Zeiteintheilung ist folgende: Für die Mahlzeiten u. Erholungen 4 Stunden 45 Min. Schulunterricht.4 - 30 - Feld - und andere Arbeit . . 5 - — - Lesen in der Bibel und Erbauungsschriften .... — s 30 - Schlaf.9 - 15_- 24 Stunden. Herrn Allen's Hauptabsicht ist, daß diese Anstalt eine Art von Normalschule werde, in der junge Leute sich in so weit ausbilden, daß sie einst entweder ähnlichen Anstalten vorstehen, oder Wohlwollen-.

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