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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-08-15 · Heft 33 (15.8.1840) · p. Seite 474

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 33 (15.8.1840)
Date
1840-08-15
Page
Seite 474 (sequence 6)
Language
German
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474 derselben, das energische EinArelten der Aussichts- Behörden zur Beseitigung ^mancherlei Uebelstände nicht selten nöthig wurde. Dadurch, daß nur den durch Kenntnisse, Moralität, Gewerbefleiß und Vermögen unter ihnen sich auszeichnenden Individuen die Wohlthat der Naturalisation gewährt wird, ist den übrigen ein Sporn zur Nacheiferung Behufs eigener Erlangung dieser Auszeichnung gegeben; eben so wie die Strenge, mit welcher darauf gehalten wird, nicht nur, daß die jüdischen Knaben eines ordentlichen Schulunterrichts theilhaftig werden, sondern auch, daß sie nach ihrer Entlassung aus der Schule zur Erlernung eines nützlichen Gewerbes angehalten, so zu einer geregelten Lhätigkeit gewöhnt und dem Schacher- und Hansirhandcl nach und nach entzogen werden, nicht wenig dazu beiträgt, die jüdische Lebensweise der christlichen näher anzuschlicßen und sie so dereinst zu thätigen und nützlichen Staats, bürgern heranzubilden. Nicht minder wichtig für das Emporblühen der Städte ist die Rcgulirung des städtischen und jüdischen Schuldenwesens in allen Gemeinden, welche durch ihre Schulden häufig schwer belastet werden, und wobei das Streben der Negierung daher darauf gerichtet war, durch Aufstellung von Schulden-Tilgungsplänen und durch die allmälige Abtragung der Schuld-Kapitale je nach den individuellen Vermögens-Verhältnissen der Kommunen sie von diesem Druck nach und nach zu befreien. Deutschland. Aus dem Würtembergischen, 31. Juli. (Privatmitth.) Die König!, israelit. Ober-Kirchenbehörde hat, um die Kunstfertigkeit des Porschens der Hinterviertheile im Interesse der Kirchengemeinden einheimisch zu machen, ein Jndividu zur Erlernung dieser Kunstfertigkeit nach Livorno gesendet, das allgemein im Rufe strenger Religiosität steht, um dadurch jedes Mißtrauen zu beseitigen. Nachdem nun jenes Individuum mit den erforderlichen Zeugnissen vom Ober-Rabbinate alldort versehen, zurück kam, erging eine Aufforderung an alle Gemeinden, welche in ihrem Orte dieß Porschen einsühren lassen wollen, daß sie zum Behufe der Erlernung desselben eine Person nach Stuttgart schicken dürfen, mit welcher sie sich über die Kosten absi'nden können. Wenige Gemeinden nur haben bis jetzt Lust gezeigt diese Kunstfertigkeit unter sich einzuführen, weil sie besorgen, es dürfte der Nutzen ganz und gar nichts sein, indem das Fleisch durch dieß Porschen in äußerst kleine Theile zerlegt werden müsse. Daß indeß für größere Gemeinden gewiß ein nicht unerheblicher Vortheil daraus entspringt, und selbst in kleinern Gemeinden, besonders auf Fest - und Feiertage, wo das Fleisch wenn nur einigemal.“snis geschlachtet wird, oft kaum mehr zu haben ist, von Nutzen sein wird, ist kaum zu bezweifeln. Es wird künftig ein Schochet gewiß nur dann von einer Gemeinde ausgestellt der mit dieser Kunstfertigkeit vertraut und hierüber sich durch legale Zeugnisse zu legitimiren weiß, und wird sich später, wenn manche Vorurtheile durch die Zeit bekämpft sind, der wahre Nutzen iminer mehr Herausstellen. Außer dem was unsre Königl. Ober-Kirchenbehörde im Interesse der Gemeinden thut, erfreuen wir uns, wie bekannt, auch eines Vereins zur Versorgung armer israelit. Waisen und verwahrloster Kinder"), durch dessen Wirksamkeit bereits 4» Pfleglinge beiderlei Geschlechts ausgenommen. Wie groß die Theilnahme ist, leuchtet wol daraus am klarsten hervor, daß trotz des großen jährlichen Aufwands, noch ein Aktivvermögen von 87s9 fl. vorhanden ist. L. Literarische Nachrichten. Königsberg, 26. Juli. (Privatmitth.) Das geographische Werk des Herrn Jakob Kaplan aus Minsk wird unter dem Titel: Biblische Geographie mit besonderer Rücksicht auf die bisher unbenutzten hebcaisch-rabbinischcn Quellen, mit einer ganz neuen Karte von Palästina , von Herrn l)r. Freystadt deutsch bearbeitet, auf Subscription erscheinen. — Unter der Presse befindet sich, bereits: npin (Philosoph und Kabbalist) von Moses Ehajim Luzzato, nach einem handschrifilich vervollständigten Exemplare des Herrn' I. Kaplan herausgegeben, und mit einer lateinischen, deutschen und hebräischen Einleitung versehen von Dr. Freystadl. Die Ausstattung ist splendid, der Druck ausgezeichnet. Magdeburg, 3. Aug. Angekommen: Gedächtnisrede für S. M. Friedrich Wilhelm lü. gehalten zu Liegnitz von Dr. A> Sammler. Licgnitz 1840. lieber ") Hierüber wurde früher schon öfter berichtet. Redakt.

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