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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-08-08 · Heft 32 (8.8.1840) · p. Seite 462

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 32 (8.8.1840)
Date
1840-08-08
Page
Seite 462 (sequence 10)
Language
German
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402 men, seine allgütige Liebe hat uns wieder einen guten König gegeben. Ottweiler (bei Trier) 14. Juli. (Privatmitth.) Bald werde ich Ihnen mehreres Angenehme von hier mitzuthcilen die Ehre haben, denn unsre neue Synagoge ist im Ganzen fertig zu nennen, sie ist zugleich eine Zierde der Stadt. Sobald nun die Subsellien rc. völlig eingerichtet sein werden, bereiten wir uns zum Einweihungsfeste vor. In Verbindung mit diesem schönen Gebäude stehen auch das Schullokal für die israelitische Jugend und die Wohnung für den Lehrer und Vorsänger. Sehr verdient um diesen neuen Bau machte sich unser Lehrer Hr. Levy, denn nur durch seine Anstrengung und Beharrlichkeit ließ-die Gemeinde sich zu einem solchen Werke bewegen. Hier konnte man auch die Humanität unsrer Behörde und christlichen Einwohner wahrnehmen, sie wetteiferten mit den Israeliten in unentgeldlicher Herbeiführung von Holz und Stein und sonstigem Baumaterial zur Synagoge. Es war aber auch nicht anders zu erwarten; denn als hier vor sechs Jahren eine katholische Kirche erbaut wurde, da bestrebten sich ebenso die Israeliten, es den Christen in unentgeldlicher Herbeischaffung der verschiednen Baumaterialien zuvorzuthun außer den freiwilligen Geldbeiträgen. Ueberhaupt findet man hier ein sehr schönes patriarchalisches Leben bei den Israeliten, Jeder bebaut seinen Acker und selbst die Vermögendern, welche fünfzig und hundert Morgen Landes bestellen, arbeiten mit eignen Händen auf dem Felde und in der Scheune gemeinschaftlich mit ihren Dienstboten und Taglöhnern. Von Gehässigkeit zwischen Christen und Juden ist hier keine Spur zu finden, im Gegentheil, man nimmt den lebhaftesten Antheil gegenseitig bei Freuden und Leiden, die christlichen Leichen werden ebenso von den Israeliten, wie die Israelitischen von den Christen begleitet. Dennoch herrscht allenthalben daselbst ächte Religiosität, so daß dieses Bettagen keineswegs die Folge eines Jndifferentismus sein kann. Die geistige Bildung ist ebenfalls sehr befriedigend und von der Jugend ist durch die redliche Bemühung und den unermüdlichen Eifer des genannten israelitischen Lehrers noch mehr zu erwarten. Sehr wenige von ihnen werden dem Handel gewidmet, sondern einem Handwerke oder der Oekonomie. Choralgesang wird gegenwärtig vorbereitet und mit der Einweihung der Synagoge ins Leben treten. Es wird nun Alles darauf ankommen, welchen Rabbinen wir in Trier erhalten werden; denn der letztver» storbene wollte den Choralgesang hier nicht zulassen. Vorigen Sonnabend hielt hier der Rabbinats-Kandidat Moses Heß von Trier eine Rede über die eherne Schlange nach Anleitung der Mischna n"n. Er gewann alle Herzen, man ist hier begeistert für ihn. Möge uns Gott vor einem Mißgriffe bei der Rabbinenwahl bewahren. Als ein Desiderium ist der Mangel eines Begräbnißplatzes für die hiesigen Israeliten zu bezeichnen. Sie müssen ihre Leichen nach dem zwei Stunden von hier entfernten Orte Illingen zur Bestattung bringen, woher ihre Vorfahren im Jahre 1775 einwanderten, obgleich der Gemeindevorsteher Herr I. Coblenz, so wie auch der Schuldirektor Herr S. Albert sich schon erboten haben, einen ihrer Aecker zu diesem Zwecke herzugeben und die Gemeinde bereits zwei und dreißig Familien stark ist. Allein der Aberglaube Einiger verhinderte bis jetzt die Ausführung dieses Projektes. Pos-en, 25. Juli. Die Pr.ZStztg. giebt einen Bericht über den Regierungsbezirk Posen während seiner 25jährigen Wiedervereinigung mit dem Preuß. Staate, worin unter Anderm angeführt wird, daß jetzt in diesem Reg. Bez. 40 jüdischeISchulen bestehen. Unter 71,334 Kindern, die die Schulen besuchen, sind 5777 jüdische, welche in eigenen, zum Theil sehr guten Schulen von 113 Lehrern unterrichtet werden, während 1815 keine einzige jüdische Schule vorhanden war. Literarische Nachrichten. Magdeburg, 26. Zull. Angekommen: Essai critique sur ie mariage en Pologne. Par 0. Louis Lublin er, Avocat. Bruxelles 1840. Das vorliegend- Werk in seinem ganzen Umfange hat mit den Tendenzen dieser Zeitung Nichts gemein, und lassen wir es daher auf sich beruhen. Nur von S. 51 bis 69. behandelt der Berf. die Frage: ob eine Heirath zwischen Juden und Christen durch die Grundsätze der jüdischen und christlichen Religion verboten sei? Wir finden diese Frage durchaus nicht erschöpfend, weder historisch, noch rationell, vom Verf. behandelt, und begnügen uns daher nur ein kurzes Referat darüber herzustelken. Nachdem der Vers

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