Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 32 (8.8.1840)
- Date
- 1840-08-08
- Page
- Seite 456 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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4 m sellschaft ihren Dank dem Right. Hon. Lord Palmerston für seine schnelle Verwendung ab, und eben so dem Right. Hon. Sir Robert Peel, und andern Gliedern der Gesetzgebung sür die gütige Theilnahme, welche sie in dieser Angelegenheit zeigten." Samuel James Ca pp er Esq. unterstützte diesen Beschluß. England, sagte er, hat sich noch nie so bereit gezeigt, die leidende Menschheit von dem schmachvollen Einflüsse der Grausamkeit, Verfolgung und der Tortur zu befreien, (hört!) Es war erfreulich zu sehen, wie Männer, wie Lord Palmerston und Sir Robert Peel sich der guten Sache annahmen. Es waren Männer von der Justiz gegenwärtig, und es gewährte ihm mehr Vergnügen zu sehen, daß sie jedweden Unterschied' vergaßen und ihm Beifall zollten, als er für die wahre und gerechte Sache die Hülfe in Anspruch nahm. — Der Beschluß ward einstimmig angenommen. Der Right. Hon. Lord Howden sagte, daß er gleichen Antheil nehme an allen den Empfindungen, welche von diesen Herren mit so vieler Geschicklichkeit und mit so vielekn Gefühl in dieser Versammlung ausgesprochen worden, und daß es ihm eine angenehme Aufgabe sei, den Vorschlag, welchen er in Händen habe, vorzubringen. (Beifall.) Nach allem dem, was schon gesprochen wurde, bleibt mir nichts mehr zu sagen übrig; aber in den geheimnißvollen Wegen der Vorsicht finden wir oft, daß das Gute aus dem Bösen entstehet, und darum hoffe ick, und mit mir alle christlichen Freunde der Menschheit, daß die Gesetzgebung dieses Landes nun die absolute Nothwendigkeit einsehen wird, ihren Unwillen zu erkennen zu geben über die Grausamkeiten, welche man den Juden zugeschrieben, und ihnen für die Leiden, welche dieselbe Gesetzgebung ihnen in früheren Zeiten zusügte, Ersetz zu schaffen. (Beifall!) Ich tröste mich, mit der Hoffnung, daß dieses ohne Aufschub geschehen werde, und daß die Wirkung dieser Vermittelung auf einen großen Theil unserer Landsleute sehr wohlthätig einwirken wird. Der Hon. und Rev. Baptist Noel, welcher mit enthusiastischem Beifall empfangen wurde, sagte, daß er vollkommen übereinstimme mit dem edlen Lord, welcher den letzten Vorschlag vorbrachte, und auch überzeugt wäre, daß aus den Uebeln, welche wir jetzt so sehr beklagen, Gutes entstehen wird. Es ist dies ein Verbrechen von so abscheulichem Charakter, daß man kaum in den Zeiten des größten Barbarismus etwas Aehnliches findet, (hört, hört!!) Aber um diese Handlungen gehörig würdigen zu können, bitte ich um die Erlaubniß, mir während einiger Minuten gestatten zu wollen, die einzelnen Umstände dieser Thatsachen genauer mitzutheilen, als es von denen, die bisher gesprochen haben, geschehen ist. Vor fünf Monaten am 7. Februar ging nämlich ein lateinischer Priester, welcher von seinem Kloster dazu abgesandt war, der Pascha, und der französische Consul, und eine Menge Personen, welche zu diesem gehörten, in das Judenquartier, um über den angeblichen Mord des Priester Thomas Nachsuchungen zu halten. Der französische Consul und der Pascha, welche in ganz Syrien als die ärgsten Judenfeinde bekannt sind, begegneten einem Juden, der bei ihrem Anblick zitterte und erblaßte. Sie ergriffen ihn sogleich, schleppten ihn vor den Pascha, und ließen den armen Unglücklichen die härtesten Qualen zu dulden, um ein Geständniß der Schuld von ihm zu erpressen. Als dieses Mittel sich nicht bewährte, ergriffen sie die Frauen, in der Hoffnung, das von deren zarteren Natur zu erringen, was sie von dem starken Manne nicht erlangen konnten. Zuletzt fanden sie einen Juden, welcher durch die höchste Todesangst dahin gebracht wurde, einzugestehen, daß er durch'mehrere wohlhabende Juden in Damaskus veranlaßt wurde, -den Priester zu ermorden, und daß sein Körper ^nachher in Stücke zerschnitten und in einen Abzugsgraben geworfen, die Kleider verbrannt und jede Spur des Mordes vertilgt wurde. Diese Anklage gegen die Juden von Damaskus war so unwahrscheinlich, daß es wunderbar ist, wie der Consul es im Angesichte Europa's es wagen konnte, es zu behaupten. (Beifall!) Der hon. und rev. Herr bezog sich dann auf das mosaische Gesetz, und bewies deutlich, wie es gänzlich unmöglich sei, daß ein Volk, dem es streng geboten sei, das Blut aus dem Passah-Opfer zu ziehen, menschliches Blut zum Opfer anwenden solle; und noch mehr Unwahrscheinlichkeit: wenn sie veranlaßt wären, ein so schändliches Verbrechen zu begehen, würden sie wol schwerlich ihr Opfer aus einem Stande gewählt haben, in welchem der Vermißte alsobald bemerkt und ausgesucht wird. — Und denn, was für Beweise konnte man darbringen i Nicht der geringste Beweis war dargebracht, höch-