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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-08-01 · Heft 31 (1.8.1840) · p. Seite 446

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 31 (1.8.1840)
Date
1840-08-01
Page
Seite 446 (sequence 6)
Language
German
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„Ob die Juden einen Mord begangen haben, oder nicht, können wir in dieser Entfernung nicht entscheiden; wir wünschen nur zu vermeiden, daß aus diesem Verbrechen ein National-Verbrechen gemacht werde." „Ich ward zu dieser Sendung bestimmt, ich war ein geborener Jude, und in den rabbinischen Wissenschaften sehr bewandert; und da ich jetzt in keiner Hinsicht ein Freund oder Vertheidiger des Rabbinismus bin, so ward ich bereitwillig angenommen, ein Zeuge in dieser Sache abzugeben. „Ich will nicht beschreiben, was ich empfand, als ich in Damaskus war. Ich sah ein, daß die ganze Anklage gegen die Juden ein bloßes Machwerk war, und daß man ihnen jedes rechtliche Vcrtheidigungsmittel verweigert, während man die grausamsten Qualen anwandte, ihnen falsche Geständnisse der Schuld auszupressen, welche auch einige von ihnen feig genug waren zu machen. Sie sind nun im Besitz des Resultats meiner Bemühungen zu Damaskus und China, und wissen auch, waS ich in Alexandrien thue und in dieser Sache zu thun gedenke." Folgende sind die Qualen, welchen das verfolgte Volk ausgesetzt war: 1) Sie wurden gepeitscht. 2) Man tauchte sie mit ihren Kleidern in große Gefäße kalten Wassers. 3) Durch eine Maschine preßte man die Augen aus ihren Höhlen.! 4) Man zerrte an die zartesten Theile des Körpers, (Genitalien) und befahl den Soldaten sie zu zwicken und diese Theile solcher Maßen zu verdrehen, daß sie vor Schmerz fast wahnsinnig wurden. 5) Drei volle Tage lang mußten sie aufrecht stehen, ohne daß man ihnen eine andere Stellung gestattete, sie dursten sich nicht einmal gegen die Mauer lehnen; wenn sie vor Mattigkeit niedersielen, zwangen sie die dabeistehenden Schildwachen vermittelst ihrer Bayonette, wieder aufzustehen. 6) In einem weiten Hose wurden sie an den Ohren umhergezogen, bis das Blut floß. 7) Man steckte Dornen zwischen die Nägel und das Fleisch an Fingern und Zehen. 8) Die Barte wurden ihnen abgesengt, so daß die Haut mit verbrannte. 8) Man hielt Lichter unter ihre Nasen, so daß die Flamme in die Nasenlöcher stieg. Gez. G. M. Pieritz." An sieben der reichsten Juden von Damaskus wurden diese Grausamkeiten verübt, und Hunderte von Kindern wurden ins Gefangniß geworfen. John Abel Smith Esq. M. P. sagte, indem er sich erhob, um den ersten Beschluß vorzuschlagen, daß Niemand mehr empfinden könne diese Ehre, welche man ihm durch diese Erlaubniß erwies, denn er wisse wol, daß in dem Staate, in welchem sie lebten, tausend und zehntausend Stimmen wären, welche zu ängstlich seien, sich zu Gunsten der verfolgten'Juden zu erheben. Es sei ihm sehr ehrenvoll, daß man ihm gestattet habe, Theil an ihren Verhandlungen zu nehmen, aber er nähere sich dieser Aufgabe mit der aufrichtigen Ueberzeugung, daß er nicht im Stande wäre, eine so hohe Ausgabe gehörig zu erfüllen. Die Frage sei wichtig, nicht bloß für alle Juden, sondern auch für alle Christen, nicht nur wichtig für Syrien, sondern für jedes Land; denn ach! wo wäre düs Land, wo Fanatismus, Unwissenheit und Aberglaube nicht einmal seine blutigen Banner erhoben hatte! Und obgleich die meisten glauben, daß im neunzehnten Jahrhundert diese Banner sich nicht wieder erheben könnten, mußten doch unglücklicherweise die verfolgten Juden dieselben Gefahren, dieselben Schrecken erdulden, welche in früheren Jahrhunderten in Europa Statt fanden, und man sah, daß Fanatismus, Unwissenheit und Aberglaube noch in einigen Ländern ihren Einfluß ausüben. Sie haben den Bericht, fuhr der Redner fort, welcher von dem Sekretär vorgelefen wurde, gehört; derselbe theilte Einzelheiten.mit, welche nicht nur das menschliche Gefühl aufregen, sondern es sogar mit dem größten Unwillen erfüllen. Der Ton der Mäßigung, welcher in dem Bericht vorherrscht, ist ein Beweis der Wahrheit. (Mr. O'Cvnnel erschien in diesem Augenblicke auf der Gallerie und wurde mit lautem Beifall empfangen.) Wenn wir unfern Abscheu über die neuesten Ereignisse zu Damaskus ausvrücken, ist es noch nicht einmal nöthig, überzeugt zu sein, ob die Anklagen, welche man ihnen zur Last legt, wahr oder falsch

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