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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-08-01 · Heft 31 (1.8.1840) · p. Seite 445

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 31 (1.8.1840)
Date
1840-08-01
Page
Seite 445 (sequence 5)
Language
German
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445 welche zur Ehre und Wohlfahrt der Stadt London beigetragen chaben, und er brauche nur den Namen Rothschild anzuführen, einen Namen, der so langte dauern werde, als die Stadl London selbst. (Lauter Beifall l) Er wolle, endigte er, die Zeit nicht ferner verstreichen lassen, aber bevor die Beschlüsse beantragt würden, glaube er, daß,Mr> Wire einen kurzen Bericht zu lesen habe, welcher die Gegenstände der heutigen Verhandlung deutlicher darlegen würde. Mr. Wire sagte, um die Sachlage dieser Angelegenheit darzutdun, thue er am besten, die Worte des Sir R. Peel anzuführen, welche dieser im Unterhause über die Verfolgung der Juden gesprochen. Er führte an, die Umstände wären in der Kürze diese: ein römisch-katholischer Priester, er glaube vom Orden der Kapuziner, ein geborener Sardinier, mit Namen Thomas, der seit 1807 in Damaskus lebte, sei am Anfänge des Monates Februar d. I. verschwunden und zugleich sein Diener, und daß der Verdacht eines Mordes vorherrschend war. Kurz nachher wurde gegen die Juden dieser Stadt eine Anklage vorgebracht, welche in der Thal unglaublich war: der Priester solle nämlich vo-n ihnen ermordet wörden sein, weil sie von seinem Blute zur Feier des Festes der ungesäuerten Kuchen Gebrauch machen wollten. Von einem Juden, welcher das Geschäft eines Barbiers betrieb, einem jungen Manne von zwanzig Jahren, wurde gesagt, daß man den Mönch vor seinem Hause gesehen habe, als er einen Anschlag an dasselbe geklebt habe; und er glaube, daß dieser Mann, weil man den Mönch zuletzt bei ihm gesehen habe, von den Behörden Damaskus in Anspruch genommen wurde. Der Mann bestand auf seine Aussage, nicht das Geringste von dem Morde zu wissen, aber er mußte dennoch drei Tage lang die größten Qualen erdulden. Zuletzt konnte er sie nicht mehr ertragen, und als sein Leben beinahe schon erloschen war, walzte er den Mord auf sieben der Angesehensten . Einwohner Damaskus. Diese sieben Personen, welche nach der Meinung des Sir R. Peel Männer von einem sehr achtenswerthen Carakter waren, wurden sogleich ergriffen, und auf eine Weise gemartert, daß er (Sir R. Peel) es nicht näher bezeichnen wolle, um das Mitgefühl des Hauses nicht zu sehr zu erschüttern. Zwei derselben starben unter den Qualen, und die Folge davon war, wie man erwarten konnte, daß einige von ihnen, nachdem sie Tag für Tag und Stunde für Stunde die höchste Todesangst ausgestanden hatten, eingestünden, an dem Morde Theil genommen zu haben, um das Blut der Christen zu dem erwähnten Zwecke anwenden zu können. Darauf wurde eine große Anzahl Juden festgesetzt. Da die ägyptischen Autoritäten die Anklage gebilligt, und sogar einige christliche Behörden — wir müssen es mit Kummer eingestehen, derselben ihre Zustimmung gegeben hatten, war die Folge davon, daß die größten Vorurtheile gegen die Juden unter der ganzen Bevölkerung von Damaskus und der Umgegend verbreitet wurden. Dieses Vorurthcil greift alle Juden auf der ganzen Erde an, wenn nicht nachdrückliche Schritte gethan werden, dieselbe zurückzuweisen. Der wirkliche Zustand der Leiden der Juden in Damaskus, welcher in einer Vorstellung, welche diese Gemeinde an ihre Glaubensgenossen in Konstantins« pel richtete, mitgetheilt ist, und durch diese au einflußreiche Personen dieses Landes überschickt wurde, ist schon dem Publikum durch die gewöhnlichen Kanäle der Mittheilung bekannt geworden. Dieser Erzählung der Grausamkeiten, welche die Juden erdulden mußten, mag noch eine genaue Darlegung derselben von dem Rev. Mr. Pkeritz, einem Geistlichen bei der in Jerusalem sich befindenden Mission, hinzugefügt werden 5 derselbe richtete unter dem 13.Mai einen Bericht an die Juden Alexandriens, aus welchem ich Ihnen Folgendes mittheilen will. „Als wir, nämlich die Mission von Jerusalem, zu der ich die Ehre habe, zu gehören, von der verlaumderischen Anklage hörten, welche so oft gegen Eure Nation erhoben wurde, namentlich im dreizehnten Jahrhundert, sogar in den drei ersten Jahrhunderten von den Heiden gegen die Christen, unter welcher Anklage die Juden von Damaskus jetzt leiden, wurde von dm Mitgliedern unserer Mission sogleich der Beschluß gefaßt, besonders aber von unserm Hochwürdigen Herrn Superintendenten, daß ich sogleich nach Damaskus gehen solle, um mit Zustimmung der Europäischen Consuln, zu bezeugen, daß Eure Religion, weit entfernt, Mord und Gebrauch des Blutes zu gebieten, beides streng verbietet, und in meinem eigenen Namen den fürchterlichen Eid Eures berühmten Manasse-ben- Jsrael zu wiederholen."

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