Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 31 (1.8.1840)
- Date
- 1840-08-01
- Page
- Seite 444 (sequence 4)
- Language
- German
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444 Politik in Asien, bekanntlich der englischen (anti- Mehmed-Ali-schen) entgegengesetzt, erblickt haben: so hat aber das englische Volk Parthei für die Juden genommen, Meetings, Subscriptionen folgen sich — da ist die Politik nur Schaum dagegen. Wohlan, zum Resultate: in Frankreich hat das Bckanntwerden der Damasker Greuelthaten nur Kopsschütteln, in Deutschland Anklagen, in England Vertheidigung hervorgerufen! Also sehet zu, und wahret euch! London, 15. Jüli. (Privatmitth.) Hier folget nun der Bericht über das große, auf Verlangen von 210 bedeutenden christlichen Kaufleuten rc. gehaltene Meeting. Ich gebe Ihnen denselben wörtlich nach dem Morning Herald. Am 3. Juli fand in der Egyptian Hall, Mansion House, eine öffentliche Versammlung Statt, deren Zweck es war, das Mitleiden der christlichen Bewohner für die Juden in Damaskus anzuregen, da Letztere in jenem Orte der grausamsten Verfolgung unterworfen waren, und zugleich die grausamen Beschuldigungen, welche man gegen sie erhob, in ihrer ganzen Gehässigkeit zu zeigen. Zur bestimmten Zeit, um 2 Uhr, war der Saal gefüllt; man bemerkte auch viele Damen von Srande. Auf der Tribüne bemerkte man Alderman Thompson, M. .P., I. A. Smith Eöq. M. P., W. Evans Esq., Sir Denham Nvrreys, M. P., James Morrison, Esq. M. P., W. Attwood, Esq. M. P., Dr. Bowring, Martin Smith, Esq. M. P., W. Tooke Esq., Sir C. Forbes, Sir Jeremiah Bryant, Thomas - Campbell Esq. (der Dichter), Horsley Palmer Esq., David Salomons Esq., Samuel Garney Esq., vr. Turubull, T. A. Curtis Esq., John Mastermann Esq., G. H. Larpent Esq., G. Trowort Esq., Thomas Deal Esq., John Dillon Esq., Captain Scheppard, John Plowden Esq., Lord Howden, den Hon. und Rev. Baptist Noel, Sr. Ehrwürden N.-Gilbert, Sir Bruges Carnac, John Capel Esq., John Travers Esq. und viele angesehene Banquiers und Kausleute der City, deren Namen wir nicht angeben. Einige Minuten nach zwei Uhr begann Mr. Wire einen Brief vom Lord Mayor vorzulesen, in welchem dieser sehr bedauerte, seinen Platz als Präsident nicht einnehmen zu können, da er durch wichtige Amtsgeschäste gezwungen sei, im Gerichte der Aldermen gegenwärtig zu sein, und zugleich anzeigte, daß sein Freund, der Alderman Thompson, sich bereit erklärt habe, seinen Platz einzunehmen. Auf oen Antrag des Mr. Wire - wurde dieser Platz auch durch Ald. Thompson unter lautem Beifall besetzt. Der stellvertretende Präsident sagte, daß ihm gegenwärtige Versammlung zur besonderen Freude gereiche, und er in derselben gern den Vorsitz führe, und namentlich deßwegen, weil diese ehrenwerthe Gesellschaft nicht etwa sich versammelt habe, um eine Frage zu erörtern, über welche man verschiedene Meinungen hören würde, (hört!! Beifall!) und auch nicht etwa aus politischen Gründen, sondern lediglich um ihre Theilnahme zu bezeugen für die Leiden, die Ungerechtigkeit, die Grausamkeit, und die tyrannische Verfolgung, welche man gegen einen sehr ehrbaren Theil ihrer Nebenmenschen -ausgeübt, und in der vollen Hoffnung und Erwartung, daß dieser Ausdruck und Beweis des Mitgefühls seine Wirkung auf diese entfernten Länder nicht verfehlen werde und so diese Unglücklichen vor ferneren Leiden behüten werde, (hört!! Beifall!!) Es sei nicht seine Sache, fuhr er fort, sondern die Sache derer, welche verschiedene Beschlüsse zur Sprache bringen werden, die Einzelheiten der Schreckensscenen, auf welche er anspiele, zu beschreiben; aber er nehme sich die Freiheit zu sagen, daß, so weit seine Nachrichten ihn zu einem Urtheile berechtigen, nach seiner 'Meinung die Juden von Damascus in ihren Handlungen eben so achtenswerth und lobenswerth seien, als die, welche unter uns in England wohne», (hört, hört!) Und er erlaube sich von diesen zu sagen, daß Keiner unserer Mitbürger eiftiger bemüht sei, Humanität zu befördern, Armen und Bedrückten zu helfen, Waisen zu beschützen, und Literatur und Wissenschaft zu befördern, (Beifall!) und daß sich ihre Wohlthaten nicht bloß auf die beschränkten, welche ihres Glaubens seien, sondern daß auch Christen so wie die Bekenner' jedes Glaubens sich derselben erfreuen. Um die Hochachtung zu zeigen, welche man ihnen zollt, führe er nur an, daß Einer aus ihrer Mitte, Mr. Salomons, kürzlich zu einem der höchsten Aemter, zu welchem die Bürger Londons ihn wählen konnten, berufen fei — hört! hört! — und er auch dasselbe Amt in einer der reichsten, einflußreichsten Grafschaft — Kent — bekleide. Er könne noch andere Männer der jüdischen Nation ansühren,