Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 30 (25.7.1840)
- Date
- 1840-07-25
- Page
- Seite 438 (sequence 10)
- Language
- German
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438 sagten sie könnten allda keine Pestilenz, sondern allein eine Vergiftung spüren, jedoch haben sie vielen Leuten geholfen. Bei welchen Kranken aber die jüdischen Aerzte aus und ein gingen dieselben starben gemeiniglich, und kamen selten einer auf. Die neuen böhmischen Aerzte traten vor König Wladisl. und baten, daß er den jüdischen Aerzten das Curiren oder vielmehr das Vergiften der Christen einstcllen wolle. Als der König den Bericht nach Nothdurft eingenommen ließ er den Juden auferlegen, daß sie von ihren Arzneyen «blassen sollen. Die Juden durften sich nun forthin dessen öffentlich nicht unterstehen, trieben doch ihre Bübercy heimlicher Weise, und hatten mit ihrer Meisterschaft einen vornehmen Herrn mit Namen Bozeslauin getödtet. Der König wurde nun von Tag zu Tag besser berichtet, was die Juden unter den Christen' für eine Schalkheit trieben und ließ unverzüglichen einen Juden mit Namen Mayer, welcher unter den Aerzten für den Vortrefflichsten gehalten wurde, berufen. Als derselbe vorkam wurde er dieselbe Stundt gepeinigt., welcher auf die andern Jüden so er nahmhastig machte sehr viel bekannte. Der König ließ deren zu Prag 27 sahen und alle mit Feuer verbrennen. Dieselbigen bekannten, daß sie mit. ihrer Arzney mehr als 3000 Menschen getödtet hatten, dann sie sich verbunden, daß sie einem helfen dagegen zw een umbringen wollten. Sie bekannten daneben, daß sie die Leute nicht allein mit Tränken sondern auch mit der Luft in der Stuben vergiftet hätten und dazu auch König Wladisl. umbringen sollen.' Als man sie fragte wer sie also angeführet hatte gaben sie Bericht, daß es niemand anders gethan als ihre eigene Bosheit, welche sie in ihrem Herzen wider die Christen hätten. Also ließ der König Wladisl. der Juden so an dieser Bosheit Theil hatten vor des Wischehrads Thor 86 verbrennen. Es blieben solche Aerzte dazumal in den Städten und Märkten gar wenig, denn sie sich alle verlaufen hatten. Der König ließ diese Geschichte zur künftigen Gedächtnüs in das Gedenkbuch oder in die Anales genannt, verzeichnen, und gebot darneben allen Böhmen daß sich keiner mehr bei Verlust der Nasen kuriren sollte lassen. Man sollte ihnen auch weder Brod noch andere Speise oder Trank abkaufen." In wie vielen Ländern giebt dieser Bericht noch jetzt den Spiegel der Verhältnisse des jüdischen Arztes ab, der vorzugsweise den Kabalen seiner Kollegen ausgesetzt ist! Wie muß der jüdische Arzt durch die glänzendsten Eigenschaften ausgezeichnet sein, um seinen Standpunkt zu behaupten/ und wie richten Verläumdung und Brodneid nicht wirkungslos ihre Pfeile gegen ihn! „Auno 1187 unter Friedrich: In diesem Jahre ist abermals eine große Finsternüs gewesen, darauf ein groß Sterben erfolget in der ganzen Christenheit. Und als sich dieß Sterben zu Prag ansinge zogen die vermöglichern Juden alle aus Prag, die armen allein allda geblieben denen die Reichen ihre Güter vertrauet hatten. Einsmals in der Nacht versammelten sich etliche Christen und überfielen die armen Juden samt ihren vertrauten Gütern und nahmen ihnen dieselben glatt hinweg, und ließen ihnen nicht mehr als was des Ihrige eigen war (großen Dank! Es müssen gute Rechner dabei gewesen sein, die so schnell die Inventur hatten). Als die Dinge für den Herzogen kamen ließ er mit allem Fleiß nachforschen wer diejenigen wären, so cs gethan, aber man mochte nichts erkunden, denn es der alte Niemand gewesen.^ ■ Man sieht, die Folter wurde sehr gern gegen die Juden aber nicht für die Juden angewandt; galt cs, etwas gegen dieselben heräuszubringen, so wußte man geeignete Mittel herauszufinden, aber zu ihren Gunsten vermochten die gestrengen Herren Richter Nichts. Auch eine Messias-Geschichte sollte den Juden Böhmens nicht fehlen, und zu großem Schaden ausfallen. Aon» 1235 unter Wenzel I: „In diesem Jahre sind geen Prag ansehnliche Briefe, welche hebräisch geschrieben und mit großen Sigillen besiegelt waren kommen, und straks in die Jüdengassen getragen worden. Die königlichen Geleits-Leute oder Zöllner zeigten dem Könige an es hätte solche Briest ein Jude gebracht. Der König ließ für sich den Cain des Josephs Sohn und andere Eltistin fordern und fragte sie, von wannen die Briefe kommen wären, oder was sie in sich enthielten. Sie gaben zur Antwort es wären ihnen keine Briese zu kommen, der König Wenzel ließ sie auf dasmal bei ihrer Antwort verbleiben. Des. dritten und vierten Tages aber wurde dem König vermeldet, wie die Juden also trefflich scheu und wüthend worden wären, Item sie verkaufen viel und mancherley Ding und besonders was sie