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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-07-25 · Heft 30 (25.7.1840) · p. Seite 437

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 30 (25.7.1840)
Date
1840-07-25
Page
Seite 437 (sequence 9)
Language
German
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437 sollen. Dieweil er aber wohl spürte, daß ihrer eine große Menge denen er keinen Widerstand thun möchte) mußte ers also geschehen lassen. Nach kurzer Zeit aber legten die Juden die Taufe ab, und hiengen fich wieder an das mosaische Gesetz, denn es war niemand der sie in der christlichen Lehre unterweisete. Solches geschah alles durch des Bischofs und der Prälaten Nachlässigkeit." Anno 1097. „Es wurden dem Herzogen Brzetislao vermeldet, daß die Juden bei mählich aus Prag schlicchen und ihre Güter, was sie von Gold und Silber gehabt heimlich in Hungern und Pohlen verschleifeten. Darüber erzürnte sich der Herzog B. sehr heftig und sandte alsbald seinen Kämmerer mit Namen Benedict sammt etlichen Rittern zu ihnen, mit dem Befehl ihnen alles was sie allda hätten zu nehmen. Da diese dahin kamen erforderte sie die Elti- 1 stin für sich und Benedikt sing an dieses ihnen anzuzeigen: O ihr bösen Leut und Jsmaelittische Hurenkinder (!?) der Herzog läßt euch fragen warum ihr ihm sein Land rauben euch von dannen stehlen und fliehen dürfet,, da euch doch von ihme noch von keinem andern Menschen einigerlei Unrecht geschieht. Warum dürfet ihr das Gold und Silber so ihr allhier überkommen und keines ins Land gebracht in fremde Länder schleppen? Ihr seyd' ledig herein kommen ledig sollet ihr auch wieder von hinnen ziehen. O ihr verruchten Verderber dieses berühmten Landes! Billig hat Vespasianus euer 30 um einen Pfennig verkauft. Haben sich doch euer ein Theil kaufen lassen, dessen Gott ein Zeuge ist, was nehmet ihr dann wider Gott für, daß ihr euch wiederum an die jüdischen Gebräuche gehangen? Bischof Cosmas wird es einmal verantworten müssen. Sobald der Kämmerer diese Rede vollendet, wurden der Juden Güter von des Herzogen Diener überfallen und ihnen alles was man angetroffen außerhalb der essenden Speisen genommen. Es ist aus diesen Tag den armseligen Jüden ein solcher trefflicher Schatz genommen worden und für den Herzogen gebracht, darüber er und alles Volk sich vorwundert." Der Bischof Eosmas, selbst Geschichtsschreiber, erzählt dies mit folgenden Worten: „Man wollte die Juden zwingen, die aufgedrungene Taufe beizubehalten, aber die Juden entschlossen sich lieber, Böhmen zu räumen, als ihren Glauben zu verlassen. Zu dem Ende packten sie ihre Reichthumer und baren Gelder (die sie mit so vielem Fleiße gesammelt, Uebers.) zusammen, sie waren schon zur Abreise fertig, als der Herzog alle ihre Güter mit dem Bedeuten einziehen ließ, daß sie aus dem Judenlande keinen Rekchthum mitgebracht, und wie sie arm nach Böhmen gekommen, sie eben so wieder wegziehen mögen." Und so hatten abermals die Juden Heimath und Gut geopfert, um dem väterlichen Glauben treu zu bleiben! Und dennoch wollt ihr sie niedriger Habsucht zeihen? Solcher Geschichte gegenüber hat jedes Vorurtheil, jede Beschuldigung Grund- und Bodenlosigkeit! Aus dem Jahre 1161 unter Wladislaus H. haben wir folgenden, die Verfinsterung aufs Höchste dokumentirenden Bericht, in welchem Folter und Scheiterhaufen wieder die beredtesten Zeugen abgeben, heranzubringen. „Dieses Jahrs sieng das Volk in Böhmen an durch die vergiftete Luft sehr zu sterben, und waren dazumal und kurz vor diesem etliche vornehme gelehrte und den Leuten zuträgliche Aerzte gestorben, und war niemand der diesfalls den Kranken gedient hätte. Nun kamen zu Prag etliche Juden dar die sich für Aerzte ausgaben, halfen vielen Menschen zur Gesundheit und nahmen nicht allein zu Prag sondern auch in andern böhmischen Städten, Markten und Dörfern trefflich zu. Die andern Juden aber besuchten alle Kranken wo sie nur einen wußten, und hielten bey ihnen an, daß sie sich den jüdischen Aerzten in ihre Cur geben sollten. Nach kurzer Zeit kam unter die Christen, ein groß ungewöhnlich Sterben obschon keine pestilenzische Drüsen zu spüren waren ist das Volk gleichwohl dahin gefallen. Die Juden gaben vor, es kämen diese Krankheiten aus der Zusammenfügung der Sternen und Planeten und die Krankheiten wären nicht außen sondern inwendig. Und so lange dieses Sterben währte war doch hierann kein Jude krank worden, viel weniger gestorben, darob man sich nicht wenig verwunderte. Mittlerweile kamen aus Wälschland zween vornehme Böhmen, einer mit Namen Waczlaw von Choduow und der andere Jarosch Pozdensky, welche sich für sechs Jahren dahin zum Studio begeben hatten, und brachten von den Wälschen Doctoren ihre Kundschaften , daß sie beyde in der Arzney wohlerfahren wären. Die Kranken und besonders die Vornehmen hatten ihre Zuflucht zu ihnen und ließen sich kuriren. Sie nahmen sich der Kranken mit Fleiß an, und 30'

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