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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-07-25 · Heft 30 (25.7.1840) · p. Seite 436

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 30 (25.7.1840)
Date
1840-07-25
Page
Seite 436 (sequence 8)
Language
German
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436 rer neuen Synagoge. Indem ich mir Vorbehalte, über die Geschichte und dm Zustand dieser Gemeinde! mit Nächstem ausführlich zu berichten, bemerke ich nur, daß mit dieser Feier, da die Gemeinde die Erlangung der Korporationsrechte erst binnen Kurzem erwartet, dieselbe wenigstens von kirchlicher Seite als Gemeinde Israels constituirt werden. Auf klassischem Boden, nämlich auf dem, wo vor der großen Mordverfolgung im Jahre 1347, die Hauptsynagoge der 6000 Seelen fassenden Gemeinde stand, sich erhebend, in einfachem, aber sehr geschmack- und würdevollen Style, ward diese Synagoge der Gemeinde ein großes Opfer, welches allein den Bemühungen des Vorstehers, Herrn Engel, zu verdanken steht. Es war die Absicht, der Gemeind« durch eine recht würdevolle Feier die Einweihung zugleich zu einem Wendepunkte der Entwickelung der Gemeinde zu machen. Daher berief sie zu dem Acte den Dr. Philippson aus Magdeburg, und die Kantoren Königsberger aus Dessau. Letztere hatten die israelitische Jugend zu einem Chore gebildet, welcher das Möglichste leistete. Der Feier in dem sinnig geschmückten Tempel wohnte die Generalität der Besatzung, der ganze löbl. Magistrat, eine Deputation der Herren Stadtverordneten, die höchsten Mitglieder der Gerichte u. s. w. bei. Mehrere der Honoratioren einzuladen gestattete der Raum nicht. Von der hohen königl. Regierung konnte kein Mitglied zugegen sein, da zufällig die feierliche Vereidigung der Herren Landräthe um dieselbe Stunde statt fand. Von der Geistlichkeit der Stadt war Niemand erschienen, da der Superintendent sich veranlaßt gefühlt, Tags zuvor die Herren durch ein Cirkulair darauf aufmerksam zu machen, daß kein christlicher Geistlicher nach einer königl. Cabinetsordre vom Jahre 1821 eine Synagoge besuchen darf. Dagegen fanden sich die Herren Professoren des Gymnasiums ein. Von der Umgegend waren viele Israeliten zusammengcströmt. Nach einer einleitenden Musik begann ein Duett und Chor i2id rta, woraus die Gemeinde in Responsorien Ps. 105, ,1 — 8. sang. Alsdann trat der oben genannte Geistliche vor das Pult, und hielt das Weihegebet nach I.Kön. 8, 23 k. Die Gemeinde fuhr, in Responsorien mit Ps. 33, 13—22 fort. Hierauf wurden die Torarollen in feierlichem Zuge abgeholt, und bei ihrem Eintritt vom Vorbeter und Chor mit Posaunenbegleitung isia angestimmt. Der Geistliche J sprach lanrnia, und bte sieben Umzüge begannen,! welche in feierlicher Haltung ein Terzett ohne Musik mit Hvsianna's begleitete. Dem erhebenden vom Geistlichen gesprochenen s»« antwortete das Chor mit inns . Alsdann betrat der Geistliche die Kanzel, und sprach über 1. Mos. 28, 17. vom Zwecke, von der Bestimmung und von der rechten Heiligung dieser Stätte. Ihr folgten ein schöner, deutscher Choral, das Gebet für König und Vaterland, eine Weiharie, der Segen, und Ps. 150. vom Chore mit Posaunen trefflichst exekntirt. Vor Letzterem sprach noch Herr Dr. Ungar über die Geschichte der Gemeinde und Synagoge kurz, aber in gediegener uud besonders freimüthiger Haltung. Diese ganze Feier wurde mit wahrhafter Erhebung und im stimmendsten Tacte vollzogen, und die Gemeinde dadurch auch zu wesentlichen Schritten auf den Wegen der Fortbildung bestimmt. Auf die Aufforderung eines Buchhändlers allhier überließ der Dr. Philippson sein« Predigt demselben zum Drucke. Geschichte. Ans der altern Geschichte der Inden in Böhmen. Von S e l w c. (F ortsetzung.) Der Anfang der Kreuzzüge begann auch auf die Juden Böhmens seinen Einfluß zu üben. Folgendes aus dem Jahre 1096 unter Herzog Brzetislaus 11. bezieht sich wahrscheinlich auf die Horden des Grafen Emicko zur Zeit des ersten Kreuzzugcs unter Peter dem Einsiedler. „Als dazumal der Herzog Bazet außerhalb des Landes war, zog viel Volks aus Deutschland durch Böhmen nach Jerusalem und thäten auf den Dörfern großen Schaden bis daß sie einsmals die Juden überfielen, dieselbe singen und ließen sie wider ihren Dank taufen und welche sich dessen weigerten dieselben wurden getödtet. Als aber Bischof Cosmos gesehen, daß solches wider deS Geistlichen Rechts und keine gezwungene Taufe seyn sollte, sandte er zu den Teutschen und ließ, ihnen sagen,, daß sie eS nicht thun

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