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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-07-25 · Heft 30 (25.7.1840) · p. Seite 435

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 30 (25.7.1840)
Date
1840-07-25
Page
Seite 435 (sequence 7)
Language
German
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nister, diese in Anklagestand versetzen will, so hat das s. g. Constitutions - Somit« unter 31 Klagepunkten oben an „die Verordnung, die Emancipation der Israeliten betreffend ° gestellt. Wir wollen immer noch glauben, daß die schwedische Opposition es ehrlich mit der Sache der Freisinnigkeit meine. Sie hat aber die heilige Pflicht jedenfalls übernommen) für die Emancipativn der Israeliten selbstthatig aufzutreten, da sie jenes königl. Gesetz doch als wider die Reichsgrundgesetze laufend nur insofern bezeichnen und ansehen kann, als es ohne Berathung mit den Ständen promulgirt worden. Die schwedische Opposition hat also, wie die Oppositionspartheien so vieler Länder, auch an der Emancipativn der Israeliten den Prüfstein, ob sie es redlich meint, oder nur — den Wechsel der Personen! Deutschland. Dresden, 7. Juli. (Privatmitth.) Die Verbesserungen des Verfahrens bei Eidesleistungen der Juden waren, weil man gewisse feierliche Formen bei diesen nicht aufgeben wollte, die nächsten Veranlassungen, daß Verbesserungen bei Eidesleistungen der Christen gewünscht und in's Werk gesetzt wurden. Man ersieht auch hieraus die stete Wechselwirkung fortschreitender Zustände. bi. Hamburg, 8. Juli. (Privatmitth.) Am Donnerstag den 3. Juli wohnten wir in dem benachbarten Wandsbeck (einem Hvlsteinschen Flecken, dessen israelitische Gemeinde ehemals zu unseren berühmten irik Nibnp cVa zählte) der Einweihung der neuerbauten Synagoge bei, welche den Namen des Stifters Isaak Hartwig trägt. Die Einweihungsfeier begann mit einer Prozession mit den Sifre Tora unter einem Baldachin in Begleitung eines Musik- Corps, welche vor dem Gebäude Halt machte, wo dann ein junges Mädchen eine Anrede an Herrn H. hielt und er mit den ihm überreichten Schlüsseln die Synagoge öffnete, worauf dann die Prozession mit der ganzen Gemeinde und den aus Hamburg und Altona zugeladenen Gästen, unter denen die sämmtlichen Vorsteher aller 4 Gemeinden dieser Städte (nämlich einer Deutschen und einer Portugiesischen auf jede Stadt) und viele sonstige Honoratioren, so wie auch die Wandsbeckischen Regierungs- und Kirchen-Behörden, hineinzogen. Gesungen wurde durch einen eingeübten Chor mehrere Psalmen, das nm::n , vorzüglich schön aber ein von dem hochw^Herrn Oberrabbinen Ettlinger (von Altona, zu dessen Sprengel jedoch auch Wandsbeck gehört) eigends gedichtetes und von einem, talentvollen Dilettanten componirtcs Ebräisches Fcsilied mit Chören. Derselbe Geistliche hielt sodann eine erbauliche, der Bedeutung des Tages angemessene Predigt und nach dem Schlußgesang ward zum erstcnmale der Abendgottesdienst in dem Gebäude gehalten. Herr Hartwig, der diese Synagoge aus eigenen Mitteln hat erbauen lassen, ist aus Copcnhagen gebürtig, seit mehreren Jahren hier in Hamburg wohnhaft und bereits Mitglied unseres Vorsteher-Collegiums. Wenn wir nicht fürchteten, dem bescheidenen strengreligiösen Manne zu nahe zu treten, so könnten wir hier ein Register von allen seinen Schenkungen und Stiftungen hier und in Altona anfüllen, das Staunen erregen würde. So wollen wir denn diesmal nur-noch erwähnen, daß vor einigen Wochen in Altona ein ebenfalls von ihm geschenktes neues Schulhaus für die Talmud-Tora Schule, das späterhin auch mit zum Waisenhause benutzt werden soll, eingeweiht und auf dessen Flur das Portrait des Gebers als Ehrendenkmal placirt wurde. Von den Gaben, mit denen er bisher unsere Gemeinde bedacht, und von denen, die er bereits zugesagt hat, schweigen wir für jetzt, erwähnen jedoch blos, daß von ihm hauptsächlich die erste Anregung zu der von unserem Gemeindevorstande und Cultus- Collegium am Sabbat Schelach Lecha d. I. in unseren 3 Gemeinde-Synagogen eingeführten Synagogen-Ordnung herrührt, deren Hauptzüge in der Beseitigung aller anstandswidrigen Unordnungen, in Abschaffung der Mizwotversteigerung, in Leitung der Gemeinde, wenn auch noch nicht durch einen Chor, doch fürs erste durch den Unterchasan und endlich en der Einsetzung einer neuen mit besonderen Dienern versehenen Synagogen-Jnspectivn von 16 Männern besteht, von deren Wirksamkeit wir uns die ersprießlichsten Folgen versprechen. Gebe Gott vielen israelitischen Gemeinden solche Hartwigs; dem Unsrigen aber ein langes und frohes Leben. Preußen. Erfurt, 14. Juli (Privatmitth.) Am 16ten d. fand für die hiesige Gemeinde eine sehr erhebende und bedeutungsvolle Feier statt, die Einweihung ih-

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