Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 30 (25.7.1840)
- Date
- 1840-07-25
- Page
- Seite 434 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Sache gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung annimmt. — Leben Sie wohl, meine Herren! ich bete zu dem Gott unsrer Vater, daß er unsre Schritte leite, in seine Hände befehle ich meine Sicherheit, ich baue auf seinen allmächtigen Schutz — so blicke ich aus meine Rückkehr in der gewissen Hoffnung, Ihnen dann sagen zu können, daß der Richter der Welt unsrer Sache den Sieg verliehen, Könige und Herrscher unter seinem Willen gebeugt hat, und so vereinige ich mich zum Schluffe im Gebete mit Ihnen für den Frieden Jerujalem's, im eifrigen Gebete, daß der Herr, der Heilige in Israel sie schützen möge! (Große Bewegung herrschte beim Schluß dieser Rede.) Herr Louis Lukas schlug vor, daß die Versammlung dem Sir Moses Montesiore ihren Dank für seinen Eifer und seine Selbstverläugnung abstatte, zum Schluffe sagte er: Sie sehen hier einen Mann, gesegnet mit allen Gütern des Lebens, durch Rcichthum Ansehn Würden und seiner Stellung in der bürgerlichen Gesellschaft bereit, sein Vaterland zu verlassen, und die Sache der Menschheit zu ergreifen; findet Trost in der Ueberzeugung, daß er seine Pflicht gegen Gott, "sein Vaterland und die Gemeinde erfüllt, zu der er gehört! ' Sir M. Montesiore erwiderte, daß er sich augenblicklich unfähig fühle, ihnen zu Danken, wie er solle, er hoffe indessen, sie in einigen Monaten wieder zu sehen und dann besser zu reden, als er es jetzt vermöge. Herr A. Mocatta schlug vor, den Beschluß zu fassen. „Daß die Versammlung mit Dank die schnelle Intervention der Englischen Negierung zu Gunsten ihrer unglücklichen Brüder im Orient anerkenne." Dieser Beschluß wurde einstimmig angenommen. Hierauf wurde gleichfalls den Nicht-Israeliten, die sich der Sache angenommen, der Dank der Versammlung votirt. Der Baron Rothschild nahm sofort die Unterschriften zur Unterstützung der Reise entgegen und die Versammlung wurde aufgehoben, nachdem sie Sir Moses Montesiore für den Vorsitz gedankt hatte. — Syrien. Magdeburg, 12. Juli. Da wir von heute ab die Schritte, welche in England für die Damasker Angelegenheit geschehen, unter der Rubrik Großbrittamen besonders liefern, so haben wir hier Folgendes nur zu berichten. Berlin, 28. Juni. (A. Augsb. Zeit.) Auf die Aufforderung eines hiesigen Buchhändlers an den Consistorialrath Prof. Neander (früher Jude) über die Blutangelegenheit der Juden in Damaskus auch seinerseits ein Votum abzugeben, das im nördlichen Deutschland von demselben Gewicht fein würde wie das von dem berühmten Prediger an der Stephanskirche in Wien, Hr. Veith, im südlichen war, hat Herr Pros. Neander durch ein vortreffliches Schreiben geantwortet, in welchem er, den Fanatismus der Beschuldigung des Blutgebrauchs beim Jüdischen Osterfeste als solchen bezeichnend, zugleich die Ueberzeugung ausspricht, daß es für das intelligente Deutschland keiner weitern Zeugnisse bedürfe, um solche Beschuldigung zu widerlegen, wobei er bescheiden Zweifel hinzufügt, daß seine Stimme auch so weit reichen könne, um in den Ländern, wo jener Fanatismus noch herrscht, von Einfluß zu sein. Paris, 26. Juni. Hr. Montesiore, der in Gesellschaft des Hrn. Crömieux nach Damascus zu reisen beabsichtigt, ist von London schon vor mehreren Tagen hier angekommen. Diese beiden Herren, die zur Bestreitung der Reisekosten und zu einer ergiebigen Unterstützung der Sache der in Untersuchung sich befindenden Damastener Juden eine Collecte veranstaltet haben, scheinen von großem Eifer beseelt; man darf sich daher der Hoffnung überlassen, daß die Humanität des Jahrhunderts kräftige Vertreter an ihnen finden werde. Schweden. Stockholm, 9. Juni. (Privatmktth.) Man wird sich der Bewegungen und Anstrengungen der schwedischen Opposition gegen die königliche Verfügung, die Emancipation der Israeliten betreffend, aus dem Jahre 1838 erinnern. Die Pöbelauslauft zwangen den König, das ohne Berathung mit den Ständen angenommene Gesetz wieder auszuheben. Die Opposition verfolgt die Sache mit strenger Konsequenz, und da sie, siegreich gegen die früheren Mi-