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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-07-25 · Heft 30 (25.7.1840) · p. Seite 433

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 30 (25.7.1840)
Date
1840-07-25
Page
Seite 433 (sequence 5)
Language
German
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Laßt uns einig und beharrlich sein in dieser großen Sache, und Zeder gebe, was er zu ihrer Förderung beitragen kann." Herr D. Salomons unterstützte diesen Antrag, indem er nicht allein die dringende Wichtigkeit des Gegenstandes, sondern auch die Zweckmäßigkeit der Weise heraushebt, wie derselbe in England zur Berathung gebracht fer. Hierauf fahrt er fort. Herr van Oven hat Ihre Aufmerksamkeit auf das allen vernünftigen Erwartungen entgegengesetzte Benehmen der französischen Regierung geleitet. Ein Benehmen, das ich im Interesse der Humanität, Frankreich's selbst und auch der Juden beklage. Dennoch dürfen wir nicht das Benehmen des französischen Ministers für das Benehmen der französischen Nation nehmen, denn ich bin überzeugt, daß diese die Empfindung der englischen Nation bei diesem Anlaß völlig theilt. Bedenken Sie aber, daß es Frankreich, wo nicht jedermann das Recht hat, eine öffentliche Zusammenkunft zu berufen, an der Gelegenheit mangelt, sich so auszusprechen wie wir hier; denn die heutige Versammlung beschränkt ihre Wirkung wahrlich nicht auf uns, die zunächst dabei interessirten! Den franz. Eonscilspräsident möchte ich heute hier sehen und ihn fragen, ob er nicht über die Weise erröthet, wie die Sache in der französischen Kammer genommen ist. Und dennoch haben die französischen Juden einen Vortheil, um die Aufmerksamkeit ihrer Kammer zu erwecken, der uns mangelt. Dort wurde die Sache von einem israelitischen Mitglieds der Deputirten- Kammer vorgctragen, welcher als Franzose und als Jude dieselbe aufforderte, seinen geängsteten Glaubensgenossen zu Hülse zu eilen. Als der Erz-Minister erwiderte: „Sie greifen einen Erz-Beamten an, ich bin verpflichtet demselben beizustehn." Da redete er vielleicht richtig ais Minister; als Mensch aber war es seine Pflicht, die Scheußlichkeiten zu verdammen, die dort gegen die Juden geübt worden sind. Ich beschuldige ihn vor dem civilisirten Europa des Mangels an Menschlichkeit. Ich bin überzeugt, daß dieser unser Ruf überall wiederhallen wird, weil der Charakter dieses Landes mächtig von jedem andern abweicht. Unser Vaterland ist immer bereit, Partei gegen Tyrannei zu nehmen, und so werden wir ohne allen Zweifel die Unterstützung des ganzen Brittischen Volkes haben. Unsere christlichen Brüder werden sich uns mit Eifer anschließen, um den Zustand des ganzen menschlichen Geschlechts verbessern zu helfen, und da dies die Absicht Ihrer Mission ist, so hoffe ich (zu Sir Moses gewendet) sie wird erfolgreich sein; ich füge nichts hinzu, als den Wunsch: Gott möge sie auch beschleunigen! Herr Isaak Cohn schlug, unterstützt von H. L. v. Rothschild, vor, den Lord-Staatssekretair der auswärtigen Angelegenheiten um Unterstützung der Reise anzugehen. (Angenommen.) Darauf erhob sich Sir Moses Montesiore, und sprach: Meine Herren! Dies ist keine Gelegenheit, Schmeicheleien zu sagen oder zu empfangen. Wie sehr ich mich auch geehrt fühle, die einfachste, klarste Antwort ist: Halten Sie mich für fähig, den Auftrag zu übernehmen, so setze ich jede andre Rücksicht beiseite, und sage: Ich will gehen! (Lauter Beifall.) Ich fühle das ganze Gewicht der Verantwortlichkeit, die ich auf mich nehme. Ich fühle tief, von welcher Wichtigkeit für unsere Nation die Schritte sind, die ich thun werde, und Eines nur mäßigt meine Bssorgniß, die Betrachtung, daß Herr Crömieux, ein Mann, begabt mit den größten Talenten, diesen Auftrag mit mir theilt, dessen ganzen Umfang ich fühle. Wir gehen , um die Forderungen der Menschlichkeit zu vertheidigen, die in unseren verfolgten und leidenden Brüdern beleidigt ist; wir gehen, um, wo möglich, das dunkle Gewirre teuflischer Thaten aufzuhellen, die Verschwörung zu entdecken, die Verschworenen zu beschämen; wir gehen, unsre Brüder im Osten von dem Schandflecke zu reinigen, den Unduldsamkeit und Bigotterie auf unsere Nation zu werfen versucht haben —: Fanatismus, Betrug und Raubsucht, von charakterlosen Verfolgern auSgeübt. Noch mehr wollen wir versuchen, den östlichen Regierungen aufgeklärtere Grundsätze der Gesetzgebung und Gerichtspflege einzuflößen; sie zu vermögen, die Tortur abzuschaffen, und das ewige Recht hoch über die partheiliche Gewalt zu setzen, und, m. H., ich hoffe, daß unsre Bemühungen mit Erfolg gekrönt werden; ich hoffe zuversichtlich, daß wir unsre Brüder von der unsinnigen Verläumdung reinigen, den Regierungen des Orients begreiflich machen werden, daß kein Herz in England von den Leiden unsrer Brüder ungerührt geblieben, daß keine Hand, keine Stimme in England ist, die sich nicht unsrer

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