Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 29 (18.7.1840)
- Date
- 1840-07-18
- Page
- Seite 418 (sequence 6)
- Language
- German
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4i3 rung gekommen bcmeldet: 1) die Aufhebung des Mandats vom I. Aug. 1911, die. Beschränkung des jüdischen Wuchers betreffend, durch das Gesetz vom 13. Febr. 1840; 2) in Betreff des bei Eidesleistungen der Juden zu beachtenden Verfahrens, durch das Gesetz vom 30. Mai 1840. Frankfurt am Main, 28. Juni. (Privatmitth.) Am 16. und 17. d. M. fanden die Wahlen von neun Personen zur Ergänzung des Gemeinde- Ausschusses statt — ein Ereigniß, worüber im vorigen Jahre so bittere Kampfe geführt wurden. Daß sich die Parteien so ziemlich noch gegenüberstehcn, ersehen Sie aus folgenden zwei Schreiben, die in Umlauf gesetzt wurden, und die der Zeitgeschichte wegen hier wol einen Platz verdienen. Von Seiten der sogenannten Orthodoxen: „P. P. In Gemäßheit einer Bekanntmachung Seiner Hochwohlgeborcn des Herrn Senats-Commissärs des israelitischen Vorstandes findet am 16. und 17. d. M. eine Wahl von neun Personen zur Ergänzung des Gemeinde-Ausschusses Statt. Die Wichtigkeit dieses Wahlaktes in Beziehung auf das religiöse Leben wird wol einem jeden hiesigen Gemeindegliede einleuchtend sein. Werfen wir einen Blick auf das Ergebniß des abgelaufenen Jahres, so können wir uns nicht verhehlen, daß der Erwartung eines großen Theiles der Gemeinde, dessen Herz nicht durch JndifferentiSmus erstarrt ist, hinsichtlich unseres Cultus und Synagogenwesens nicht entsprochen worden ist, indem der oft gerügte, bedauernswerthe Zustand derselben noch immer sortdauert, während das Bedürfniß einer zeitgemäßen Reform allgemein tief gefühlt und täglich sehnlichster gewünscht wird. Um nun möglichst dahin zu wirken, daß dieser passive Zustand aufhöre, und um dem Wunsche Eines Hohen Senats (u. 4. 12. Febr. 1839), daß wir „uns ohne Verletzung der väterlichen Religion, vielmehr zu deren Befestigung, sachgemäßer Verbesserungen befleißigen sollten," entgegenzukommen, müssen wir streben, die bevorstehende Wahl auf solche Männer zu lenken, deren Prinzipien und Charakter uns dafür bürgen, daß sie mit rastlosem Eifer und unablässiger Thätigkeit sich bemühen werden, jene große Aufgabe zur Zufriedenheit Aller zu lösen. Wir sind daher so frei, Ihnen einliegend eine Liste von Neun achtbaren Männern vorzulegen, der Sie gewiß Ihre Zustimmung ertheilen werden, und bitten Sie solche unverändert in dem Stimmzettel abschreiben zu wollen." Von Seiten der s. g. Modernen: „P. P. Die rege Theilnahme der Gemeindeglieder, die sich bei den Wahlen des Ausschusses im verflossenen Jahre gezeigt hat, und der richtige Takt, mit welchem die große Mehrheit das wahre Beste der Gemeinde zu würdigen wußte, hat den guten Geist, der dieselbe beseelt, auf's Schönste bewährt. Sie hat sich dadurch die Achtung der gebildeten und wohlgesinnten Männer ihrer und anderer Confessionen in und außerhalb der Vaterstadt erworben und die Stufe der Bildung beurkundet, auf die sie sich erhoben hat. Eine Frucht dieses besonnenen Verfahrens ist die Verhinderung jedes Rückschrittes, so wie die Erhaltung der Eintracht und des Friedens im Innern der Gemeinde. Soll aber dieser erworbene Ruf sich behaupten und das begonnene Werk seinen Zweck erreichen, so darf der Eifer nicht erkalten, sondern muß bei jeder neuen Wahl sich eben so warm und thätig erweisen; die Bessern müssen sich immer fester aneinander schließen; Niemand darf sich der kleinen 'Mühe des Abstimmens entziehen und jeder muß in seinem Kreise mit Thätigkeit wirken, damit durch übereinstimmendes Verfahren ein glückliches Resultat herbeigeführt werde. Zu diesem Zwecke erhalten Sie beiliegend ein Verzeichniß von neun achtungswerthen Männern, die, mit Unbefangenheit und Sorgfalt aus den Gemeindegliedern gewählt, bereits einer bedeutenden Stimmenzahl versichert -sind und denen Sie mit dem besten Gewissen Ihr Vertrauen schenken und das Interesse der Gemeinde anheimstellen dürfen.' Und sollte auch Ihre Ansicht mit dieser vorgeschlagenen Wahl nicht ganz übereinstimmen, so glaubt man doch sich der Hoffnung hingeben zu dürfen, daß Sie, nur das Wohl des Ganzen im Auge babend, eine jede Zersplitterung der Stimmen zu vermeiden, dennoch Ihre Zustimmung nicht versagen und zur Erreichung des von allen gebildeten Freunden des FortschreitenS gewünschten Erfolgs Mitwirken werden." Die Theilnahme war übrigens in diesem Jahre lauer, als im vorigen. Wahrend im vorigen 6si0 Stimmen abgegeben wurden, haben diesmal nur ca.