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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-07-18 · Heft 29 (18.7.1840) · p. Seite 414

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 29 (18.7.1840)
Date
1840-07-18
Page
Seite 414 (sequence 2)
Language
German
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414 feu wird, sie zu beschwichtigen. Alles was er (Sir R. Peel) erwarte und wünsche,, sei das Einschreiten Englands; er wisse wol, daß dies nicht officiell stattsinden könne, doch das Vertrauen in England und der Einfluß seiner Regierung seien hinreichend, um von jenem Einschreiten, selbst in beschränktem Maße, die segensreicbsten Folgen zu erwarten. Er traue fest darauf, daß der edle Lord in den Stand gesetzt sei, ihn zu versichern, daß dieser Einfluß geltend' gemacht werden solle. Die Juden Englands, die aller Länder, welche mit Europa in Verbindung stehen, vertrauten fest darauf, daß Englands Dazwischenkunft, ob officiell oder nicht, zur Entdeckung der Wahrheit führen und sie vor Gewaltthätigkeit und Ungerechtigkeit schützen werde, wenn sich die Anklage als ungegründet ausweisen sollte. (Hört! hört!) Er glaube, der österreichische Consul sei schon zum Schutze der Angeklagten eingeschritten; er wolle das Haus nicht weiter belästigen, doch halte er seine Bemerkungen für gerechtfertigt, da das Interesse der Menschlichkeit sie gebiete; er hoffe, der edle Lord werde ihm sagen, daß er, was zu thun möglich war, gethan habe, um die brittischen Bevollmächtigten in jener Gegend zu veranlassen, ihren Einfluß anzuwendcn, daß eine klare Auseinandersetzung der Sache stattsinde; daß die Angeklagten überführt würden, wenn sie schuldig; daß sie beschützt würden, wenn sie unschuldig seien, und wenn dies nicht durch ein gerichtliches Verfahren nach englischen Gebräuchen herbeigeführt werden könne, daß es mindestens auf eine menschliche, rechtliche Weise geschähe. (Hört! Hört!) Auf diese Weise würde der edle Lord einen großen Theil der Bevölkerung Großbritanniens, die Juden, die in jedem Lande, wo sie lebten, durch ihren häuslichen Lebenswandel sich die öffentliche Achtung und die gute Meinung ihrer Mitbürger erworben hätten, von einer Anklage reinigen, die, auf Vorurtheil begründet, sie den größten Ungerechtigkeiten aussetze. (Beifall!) — Lord Palmerston entgegnete, daß der Gegenstand, auf welchen der hochachtbare Baronet so eben das Haus aufmerksam gemacht, vor längerer Zeit schon zurKenntniß der Regierung gebracht worden, die keinen Augenblick verloren, um diejenigen Maßregeln zu ergreifen, die der Baronet bezeichnet habe. (Hört! Hört!) Es sei außer Zweifel, daß, wenn die Berichte, die nach E«gland gekommen, wahr wären, sie einen Beweis von Barbarei gäben, von der man nicht erwartet hatte, heutigen Tages aus Ländern zu hören, die mit der gesitteten Welt in Verbindung ständen. (Hört!) Er (Lord Palmerston) habe sogleich, nachdem er' die mehrerwähnten Thatsachen in Erfahrung gebracht, dem Obristen Hodges, General-Consul in Alexandria die Weisung, ertheilt, die Sache der ernsten Aufmerksamkeit des Pascha von Aegypten anzuempfehlen; ihm vorzustellen, welche Wirkung die Kunde solcher Grausamkeiten in Europa hervorbringen müßte, und ihm in seinem eignen Interesse anzuliegen, die Sache so zu untersuchen, daß die Schuldigen, wenn solche vorhanden, zur Strafe gezogen, und die unglücklichen Schlachtopfer entschädigt werden möchten, wenn dies noch möglich sei. (Hört! Hört!) Er (Lord Palmerston) habe auch dem Consul I. M. in Damaskus, Verhaltungsbefehle gesandt, damit er dem Geschehenen nachforsche und einen genauen Bericht darüber, so wie über den Antheil, den die europ. Consuln an der Sache genommen, einsende. Es wäre seitdem noch nicht Zeit genug verflossen, um Antwort vom Obristen Hodges und vom Consul in Damaskus, zu haben, doch sobald diese angekommcn sein werde, werde er einer etwaigen Motion, die deren Vorlegung im Unterhause fordre, keine Schwierigkeiten in den Weg legen. — O'Connel bemerkte, daß das beste Mittel, die Juden von dem auf sie geworfenen Schandfleck zu reinigen, das wäre, die in England ansässigen in jeder Hinsicht den übrigen Bürgern gleich zu stellen. Kräftiger und dringender würden die gemachten Bewirkungen (aus so achtbarem Munde sie auch gekommen) gewesen sein, wenn ein Mitglied dieses Hauses, das dem Glauben der Angeklagten anzehöre, sie hätte aussprechen können. (Beifall auf den Bänken der Minister). Er wünschte zu wissen, ob es die Absicht der Regierung sei, ein Gesetz vorzuschlagen, das die völlige Gleichstellung der Juden bezwecke. — Lord Ashley sagte, daß er sich gedrungen fühle, dem Eifer und der Thätigkeit seines edlen Freundes, des Secrctairs der auswärtigen Angelegenheiten, in Verfolgung seiner Bemühungen zum Besten der Juden von Damaskus und der Juden im Allgemeinen, öffentlich seine Achtung zu zollen. Er (Lord Ashley) habe kürzlich Briefe aus dem Orient erhalten, welche die Gelderpressung als den einzigen Zweck der gegen die Juden verübten schauderhaften Gräueltyaten bezeichnen. Hiemit endete die Discussion über den belegten Gegenstand.

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