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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-07-11 · Heft 28 (11.7.1840) · p. Seite 405

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 28 (11.7.1840)
Date
1840-07-11
Page
Seite 405 (sequence 9)
Language
German
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405 einem schicken, welche» er zur Zauberey wider die Christen brauchen wollen. Daneben bekannt er auch, daß sich die Juden erstlich in ihren Schulen entschlossen, nachmals ein überaus vergiftetes Pulver aus Wälschlandbringen zu lassen, welches sic in der Christen Brunnen gestreut hätten. Als diese Dinge die Juden inne wurden, verliefen sich ihrer viele in andere Länder, und die andern so Wissenschaft hierum hätten lies der Herzog etliche verbrennen, die Christen aber nahmen ihre Brunnen wahr, säuberten dieselben aufs fleißigste und hiemit nahm das Sterben ein Ende." Hier haben wir also schon Alles: Brunnenvergifrung, Kindermord, Angeberei, Peinigung, d. h. gräßlichste Folter, Geständniß auf der Folter, Verbrennen der Juden u. s. w. Wären die Juden allein gefoltert worden, dann wehe uns! allen Geständnissen, die Schwächlingen auf der Folter entfuhren, um sich von der Todespein zu befreien, wäre die vollkommenste Glaubwürdigkeit zugestanden worden. Zum Glück wurden auch die Heren gefoltert, und gestanden auf der Folter alle möglichen Zaubereien, daß man sich schier wundern muß, wie unser Herrgott nicht sicher war vor sothanen alten Weibern — und so muß man wol I>»!(M8 voloim die Geständnisse der gefolterten Juden und die Geständnisse der gefolterten Hexen zusammcnthun, und die trefflichen Mittel des Mittelalterb, die Wahrheit herauszubringen, als Folie der Geschichtsschreibung dieser Zeit i unterlegen. Denn aus den Protokollen der Foltergcständniffe wurde das Referat der Geschichte gezogen, an dem nun kein wahres Wort war, außer die Folter der Gepeinigten und die Verbrennung „etlicher" Andern. — Welch' eine Dummheit, die Ju-' kc» rathschlagten, wie sie die Christen aus der großen Stadt loswerdcn könnten; was das Häuflein dann darinnen sollte, und als ob es weiter keine Christen im Lande gäbe! Dann die Procedur: ein Christ gftbt an, daß ein Jude einen Christenknaben gestohlen, der Jude wird aus die Folter gespannt, er gesteht, die anderen werden verbrannt und verjagt. Eine Anzahl böhmischer Trunkenbolde, mit ihrem Viehe in einem Stalle lebend, vor Schmutz umkommcnd, sterben an einer Epidemie; die Juden, uinlich und nüchtern, enthaltsam, wie ihr Gesetz es ihnen gebietet, bleiben verwahrt — sie haben die Brunnen vergiftet! Das ist Alles, und darum einmal für allemal. Sechs Jahre später, 1059 unter dem Herzoge Spitihniew wurde, da mehrere Kirchen (Holzkapellen) abbrannten, ihnen dies zur Last gelegt, zwei Juden wurden gefoltert, fünfundvierzig verbrannt, die anderen verjagt, nachdem ihnen alle Habe abgenommen wurde, V5408 Mark an baarem Gelde! Üeber ihre baldige Wiederbesetzung stellen wir fol, gende Berichte Hagek's zusammen: „Anno 1004 unter Wratislaus: Es kamen viele Juden gen Prag und baten, daß sie die Böhmen zu wohnen bei ihnen aufnehmen wollten, dann man sie dazumal fast aus allen Ländern von wegen ihren bösen Thaten verjagete. Ursache daß sie wider die Christen solche und dergleichen boshaftige Thaten begingen, davon wohl billich gedenkwürdig (sich vor ihnen zu hüten), geschrieben wird, derweil aber der Geschichtschreiber Fontalecius hievon weitläufige Meldung that (?) so habe ich allhier unterlassen wollen. Die Prager sahen ihre große und hohe Bitte auch reiche Geschenke und Gaben an, meldeten es ihrem Herzogen und thäten für sie mancherley Fürbitte. Der Herzog aber wollte sich keines Weges lenken lassen, und sie weder in die kleinere noch die größere Stadt aufnehmen unck wandte für: Dieweil sie sich in andern Kaiserlichen Landen unter den alten Christen nicht verhalten, so wäre es auch nicht billich, daß sie allhier unter den Böhmen wohnen sollten und geboth, daß sie sich alle miteinander bei Verlust des Leibes und Leben» innerhalb dreyer Tage aus dem Lande machen sollten. Als die Juden solches vernommen wandten sie sich nach Aufgang der Sonne in Griechenland, daselbst trieben sie ihre Bubenstücke mit Vergiftung der Christen nichts destoweniger als wie zuvor in denen Landen so gegen Niedergang gelegen geschehen war. Als man aber dessen inne worden, seyend ihrer eine große Anzahl in Griechen Krabaten Sklavonien mit Feuer verbrennet." „Anno 1067 unter demselben: „Es sind abermals sehr viel Juden zu Prag angekommen und haben große Geschenke mit sich gebracht, welche sie Herzogen Wratisl. und Bischöfen Gebharden anbothen und hielten heftig an, daß man sie in die ältere, sonst kleine Stadt Prag genannt, annehmen wollte, mit Verheißung, daß sie sich allerseits ehrlich getreulich und aufrichtig verhalten und keine La- 28»

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