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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-07-04 · Heft 27 (4.7.1840) · p. Seite 391

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 27 (4.7.1840)
Date
1840-07-04
Page
Seite 391 (sequence 7)
Language
German
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391 kenntniß; setzte, im zweiten Theile, den praktischen Einfluß, welchen diese Erkcnntniß auf Geist und Herz des Menschen übe, in salbungsvoller Rede auseinander; und warnte zum Schlüsse, mit hinreißender' Beredsamkeit, gesteigerter Energie und heiligem Eifer, mit Bezugnahme auf Lokal-Verhältnisse, vor dem so schädlichen als gefährlichen Laster des Hasses ohne Ursache (vrn rirrrch). Dittcnheim (Mittelfranken). Die Konfirmation, die bei kleinen Gemeinden noch zu den seltnern Erscheinungen in unseren Gegenden gehört, ist bei der hiesigen durch den Distriklsrabbinen Beitel eingeführt worden. Ueberhaupt geschieht hier mehr für Verbesserung des Kultus als in der ganzen Umgegend. So ist z. B. in der neuen Synagogen-Ordnung für Mittelfranken vorgeschrieten: daß man die Synagogen-Stände durch Subselien ersetzen, oder wenigstens die Stände sämmtlich gegen Osten kehren und befestigen soll. Die hiesige Gemeinde ging nun mit dem guten Beispiele voran, ließ Subselien errichten, die Tribüne zweckmäßig abändern, und überhaupt das Innere der Synagoge, so gut es sich hier nur thun ließ, einem Gotteshause angemessen, Herstellen. Tagcs-Controle. Friedrich Wilhelm HI, König von Preußen. Der Tod dieses vielfach verehrten Monarchen hat in den Herzen seiner Unterthancn ein tiefes Bedauern geweckt. Er ist in der Zeit der Ruhe, des Friedens aus dem Leben geschieden, und so wird der eingeuetene Rcgentemvechsel ohne eine bezeichnende Aufregung , ohne tiefgehende Veränderung bleiben. Dennoch aber schauen auch die israelitischen Bewohner der preußischen Staaten erwartungsvoll auf die Hand ihres neuen Königs, und welche Richtung fortan ihre Angelegenheiten nehmen werden. Es wird darum von Interesse sein, einen Blick rückwärts auf die Schicksale zu werfen, die uns unter der Regierung des verblichenen Königs betreffen, um sich den Standpunkt klar zu machen, den wir jetzt einnehmen, um die Wünsche sich zum Bewußtsein zu bringen, die sich in diesem Augenblicke in unseren Herzen bilden. I. Bei dem Regierungsantritt Friedrich Wilhelm's Kl. im Beginne des Jahres 1797 hatten auch schon die preußischen Juden eine wesentliche Veränderung ihrer Stellung erfahren. Viele Schriften über die Emantipation der Juden, eine schnell verbreitete Kultur, eine sich hebende Bildung durch Schule und Universität und Theilnahme an den Bestrebungen der Zeit, das Beispiel Nord-Amerika's, wo in den meisten Staaten der Vereinigten Staaten der Jude völlig Bürger war (seit J7S3), das Beispiel Frankreich's, wo (1791) jeder den Bürgereid leistende Jude zum ächten Franzosen erklärt ward, das Beispiel Holland's, das (am 2. September 1796) die Juden in jeder Hinsicht für Bürger erklärte, alle diese Momente hatten auch in Preußen schon darauf hingewiesen, daß die Juden in den Beschränkungen nicht verbleiben könnten, daß es dem Staate selbst zum Bedürfniß geworden, diese zahlreiche Glaubensgenoffenschaft zum bürgerlichen Standpunkte zu erheben. So hatte Friedrich Wilhelm II. bereits 1787 den Leibzoll für die einheimischen preußischen Juden .aufgehoben, eben so wie die abscheuliche Porzellan- Ausfuhr, welche auf jedem jüdischen Ehepaare bei seiner Verheirathung so drückend lag. 1790 hatte der König eine Commission ernannt, welche über die Vorschläge zur Einbürgerung der Juden berathen sollte, 1792 hatte er sich einen beschränkten Reformplan vorlegen lassen, der, der politischen Ereignisse wegen, liegen blieb. Er hob aber unterdeß am 5. Juni 1792 die solidarische Verbindlichkeit der Juden auf, und unterdrückte allen Synagogenzwang und die Gerichtsbarkeit der Rabbinen. — In der Regierungszeit des verstorbenen Königs haben wir ffür die jüdischen Angelegenheiten drei Perioden zu unterscheiden. Die erste, vorbereitende, bis 1812, die zweite, allgemein emancipirende, bis 1822, die dritte, wieder beschränkende, bis jetzt. In der ersten, politisch so vielfach bewegten Zeit blieb zwar gesetzlich der Status guo, aber desto lebhafter war das innere Streben der Juden, desto reger die geistige Entwickelung derselben, so daß sie dem Werke der Emancipirung zugereist waren, bevor dieses selbst vollzogen ward. Mit dem Edikte vom 11. März.1812 unter Hardenberg's Einfluß promulgirt, erfüllten sich alle Wünsche und Hoffnungen, und eine neue Aera eröffnete sich für die Juden Preußen's. In demselben wurden diese für Einländer und Preußische Staatsbürger erklärt (§. 1.), und das Staatsbürgerrecht nur an die Annahme ei-

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